Kritik an Leitung der Kommission für die Polizei-Reform

Nach den aktuellen Berichten in den thailändischen Medien soll die  thailändische Polizei einer Reihe von Reformen unterzogen werden. Dadurch soll die seit Jahrzehnten von Korruption, Nepotismus und anderen Problemen geplagte Institution endlich befreit werden.

Allerdings haben bereits zahlreiche Politiker und Kritiker ihre Augenbrauen hochgezogen, nachdem sie erfahren haben, wer die Person ist, die den ganzen Prozess beaufsichtigen wird: ein pensionierter Armee-General, der noch nie in der Polizei gedient hat.

“Ich glaube nicht dass es Sinn macht, einen Soldaten als Ausschussvorsitzenden einzusetzen“, sagte Ananchai Chaiyadech, ein Anwalt und ein freimütiger Kritiker der Polizei, telefonisch am Donnerstag gegenüber Khao Sod. “Soldaten und Polizisten haben einfach zu unterschiedliche Mentalitäten”, fügte er hinzu.

Regierungs- und Polizeiführer verteidigen die Wahl von General Boonsang Niampraditon, der den 36-köpfigen Ausschuss beaufsichtigen soll und sagen, dass der ehemalige Oberkommandeur der Streitkräfte genug Erfahrung für den Job hat. Sie verweigern auch die Spekulation, dass seine Ernennung jeden Versuch der militärisch unterstützten Regierung mit der Polizei stört.

“Es geht nicht darum, Soldaten für die Kontrolle der Polizei zu stellen. Es geht darum, Experten und Fachleute aus vielen Sektoren zu holen, um an der Reform teilzunehmen “, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Thanasak Patimaprakorn gegenüber den anwesenden Reportern am Mittwoch.

” General Boonsang Niampraditon hat außergewöhnliche Reputation über die Arbeit in internationalen Fragen und Übersee-Unterstützung. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass General Boonsang in der Polizeireform arbeiten kann”, sagte General Thanasak.

Der 69 Jahre alte General Boonsang Niampraditon wurde bereits am Dienstag zum Chef des Polizeirevierausschusses von Junta-Vorsitzenden Prayuth Chan-ocha ernannt.

General Boonsang hat in zahlreichen hochkarätigen Posten vor seinem Ruhestand im Jahr 2006 gearbeitet, darunter auch der Chef der Streitkräfte. Der Westlich ausgebildete General befahl auch die UN-Friedenstruppe in Osttimor während seiner frühen Jahre der Unabhängigkeit.

“Soldaten und Polizei haben eine Menge Gemeinsamkeiten, allerdings hat die Polizei mehr Arbeit”, sagte der stellvertretende Ministerpräsident Prawit Wongsuwan ebenfalls gegenüber Reportern am Mittwoch.

Auf die Frage, ob es angebracht ist, einen ehemaligen militärischen Kommandanten über die Polizei in ihrem Reformprogramm zu setzen, sagte General Prawit, dass es kein Problem sein sollte.

“Es gibt keine Probleme. Sogar die Polizei mag es “, fügte Prawit hinzu.

Auf die gleiche Frage sagte Polizeikommissar Chakthip Chaijinda am Donnerstag, dass die Polizei nicht feindlich gegenüber General Boonsang und seiner Ernennung ist.

„General Boonsang ist eine erfahrene Person mit viel Perspektive “, sagte General Chakthip. “Die Polizei ist in guter Stimmung. Wir fühlen uns dadurch nicht entmutigt”, betonte er.

General Boonsang selbst lehnte es ab, mit Reportern zu sprechen, als er das Regierungshaus Anfang dieser Woche besuchte, um seine Ernennung mit dem Militärregime zu besprechen.

Gleichzeitig erklärten sowohl Regierungs- als auch Verteidigungssprecher, dass sie zu diesem Thema ebenfalls keinen Kommentar abgeben würden.

Rechtsanwalt Ananchai, der oft genug gegen die Polizei gewettert hatte sagte, er sei mit dem Inkrafttreten von dringend benötigten Reformen einverstanden, allerdings sollt der Verantwortliche dafür selber bei der Polizei sein.

“Es ist am besten, wenn die Polizei von der Polizei reformiert wird. Nur sie wissen wirklich, was ihre Probleme sind”, sagte Ananchai. “Zum Beispiel ist eine Priorität das Gehalt. Wie viel bezahlen wir ihnen, und wie können wir erwarten, dass sie uns mit diesem kargen Gehalt schützen und dienen können”? fragte er.

Doch einige andere Kritiker denken, dass weder die Polizei noch das Militär die Reformen beaufsichtigen sollen. Ihrer Meinung nach sollten dafür Zivilisten zuständig sein.

Somsri Anantasuk, Koordinator einer Polizei-Beobachtungs-Gruppe namens Police Watch sagte auf einer Podiumsdiskussion am Mittwoch, dass dem Komitee eine zutreffende Vertretung von der Zivilgesellschaft fehlt.

Die aktuelle Aufstellung umfasst 15 Polizeibeamte, neun Beamte, fünf Akademiker, drei Offiziere, zwei ehemalige Beamte, ein Medienvertreter und ein ehemaliger Richter.

“Es gibt 36 Personen in dem Polizeireform-Ausschuss, aber es gibt keine Vertreter von den Menschen oder der Zivilgesellschaft”, betonte Somsri.

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8 Kommentare zu Kritik an Leitung der Kommission für die Polizei-Reform

  1. emi_rambus sagt:

    berndgrimm: Jpeg geht wieder nicht.

    GING ES SCHONMAL??

      (Zitat)  (Antwort)

    • STIN STIN sagt:

      berndgrimm: Jpeg geht wieder nicht.

      GING ES SCHONMAL??

      ja, eigentlich immer – ohne „e“ :-)

        (Zitat)  (Antwort)

  2. berndgrimm sagt:

    Anhang

      (Zitat)  (Antwort)

    • STIN STIN sagt:

      Anhang cartoon..jpg

      Jpeg geht wieder nicht.
      http://www.nationmultimedia.com/cartoon/view/20067

      einfach die Endung „jpeg“ in „jpg“ abändern. Dann geht es.

        (Zitat)  (Antwort)

  3. emi_rambus sagt:

    berndgrimm: wünschte sich dringend eine leistungsgerechtere Bezahlung dieser Herren
    und eine Besteuerung ihrer Nebeneinkünfte.
    Da könnten die paar wirklichen Steuerzahler in Thailand viel Geld einsparen.

    Ein guter Anfang!

      (Zitat)  (Antwort)

  4. berndgrimm sagt:

    Dies ist nur eine durchsichtige Propaganda Aktion dieser
    „guten“ Militärdiktatur um vom eigenen Versagen in Sachen Polizeireform
    abzulenken.
    Die versprochene Polizeireform war für mich der Hauptgrund für diese
    Militärdiktatur zu sein.
    Leider zog unser Militärdiktator den Schwanz ein nachdem er merkte
    wie tief (oder besser hoch) der Sumpf bei der Polizei reichte.
    Deshalb beliess man es bei bei ein paar niedrigrangigen Bauernopfern
    die meist nur von einem inaktiven Job auf den nächsten
    versetzt wurden. Aber sie und ihre Chefs durften ihr Geschäft mit der
    Kriminalität weiter betreiben.
    Die Polizei in Thailand stinkt vom Kopfe.
    Erster Fehler dieser „guten“ Militärdiktatur war die Polizeiführung
    nicht auszuwechseln.
    Nach dem Abgang des kriminellen Adul ohne Strafverfolgung
    kam gemäss der aus der Thaksin Zeit stammenden Senioritätsliste
    der derzeitige Polizeichef Chakthip.
    Thaksins einzige Anforderung an „seine“ Polizei war Loyalität
    ihm gegenüber. Fachkompetenz verlangte er keine.
    Dies änderte sich auch nicht in dieser Militärdiktatur
    denn Thaksins Mann in der Junta Prawit hielt schützend die
    Hand über Thaksins Polizei.
    Der „neue“ Polizeichef Chakthip legte eine grosse Arroganz
    an den Tag, tat so als hätte er mit den Fehlentwicklungen
    in dieser Polizei überhaupt nix zu tun.
    Dafür wurde er von Prawit mit der Hawaiireise belohnt
    und statt eines abgehalfterten Militärs als Frühstücksdirektor
    in den THAI Aufsichtsrat berufen.
    Die Verantwortung für seinen Job musste er thaiüblich
    nicht übernehmen.
    Da nach 3 Jahren die Zustände bei der Thai Polizei
    zum Himmel stinken wurde jetzt zur Ablenkung
    dieses sinnlose Komitee gegründet.
    Dass der Vorsitzende ein pensionierter Militär ist,
    ist dabei nebensächlich.
    Was passiert wenn diese „Polizei“ hier sich selbst
    reformiert haben wir ja in den letzten 3 Jahren erlebt

    Es gibt 36 Personen in dem Polizeireform-Ausschuss, aber es gibt keine Vertreter von den Menschen oder der Zivilgesellschaft”, betonte Somsri..

    Macht doch nix denn:

    General Boonsang ist eine erfahrene Person mit viel Perspektive “, sagte General Chakthip. “Die Polizei ist in guter Stimmung. Wir fühlen uns dadurch nicht entmutigt”, betonte er.

    Und der Satz des Tages:

    “Es ist am besten, wenn die Polizei von der Polizei reformiert wird. Nur sie wissen wirklich, was ihre Probleme sind”, sagte Ananchai. “Zum Beispiel ist eine Priorität das Gehalt. Wie viel bezahlen wir ihnen, und wie können wir erwarten, dass sie uns mit diesem kargen Gehalt schützen und dienen können”? fragte er.

    Wer wie ich die Leistung der Polizeioberen vor Ort, deren Gehaltsliste
    und deren Parkplatz gesehen hat,
    wünschte sich dringend eine leistungsgerechtere Bezahlung dieser Herren
    und eine Besteuerung ihrer Nebeneinkünfte.
    Da könnten die paar wirklichen Steuerzahler in Thailand viel Geld einsparen.

      (Zitat)  (Antwort)

    • STIN STIN sagt:

      Wer wie ich die Leistung der Polizeioberen vor Ort, deren Gehaltsliste
      und deren Parkplatz gesehen hat,
      wünschte sich dringend eine leistungsgerechtere Bezahlung dieser Herren
      und eine Besteuerung ihrer Nebeneinkünfte.
      Da könnten die paar wirklichen Steuerzahler in Thailand viel Geld einsparen.

      auf jeden Fall hast du nun deine Polizeireform und die Leitung hat buddha sei dank – auch kein korrupter Polizei-Offizier, sondern
      ein recht renommierter Militär-Gen. – der im Ausland studiert hat.
      Also warten wir ab, vielleicht musst ja doch nicht packen :-)

        (Zitat)  (Antwort)

    • berndgrimm sagt:

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