Die letzte Reise von Rama IX

Das Feld vor dem spektakulären Grand Palace ist meistens leer. Manchmal gibt es hier Ausstellungen oder militärische Übungen. Die Bangkoker nutzen den Platz als Park für ein Picknick oder lassen hier Drachen steigen.

Sie kennen den Platz unter dem modernen Namen Sanam Luang, Königsplatz. Der offizielle Name aber verrät den eigentlichen Zweck: Königlicher Krematoriumsplatz.

Am 26. Oktober fand auf dem Platz die Einäscherung von König Bhumibol Adulyadej statt. Der beliebteste König der modernen thailändischen Geschichte starb am 13. Oktober 2016 im Alter von 88 Jahren und wurde gestern bei einem Ritual eingeäschert, das ein Jahr lang Vorbereitung bedurfte.

In der buddhistischen Tradition ist das Krematorium der letzte Abschied von den Toten. Für viele Thais waren daher die Flammen im Krematorium ein Symbol für das nun wirklich gekommene Ende der Herrschaft von König Rama IX, die sieben Jahrzehnte lang gedauert hat.

König Maha Vajiralongkorn Bodindradebayavarangkunsaß der königlichen Einäscherungszeremonie vor. Rauch stieg gegen 23.30 Uhr aus dem Krematorium auf. Die letzte Reise von König Rama IX. hatte begonnen.

Zuvor war die königliche Urne mit viel Pomp in einer langsamen Prozession vom Grand Palace zum Sanam Luang gebracht worden.

Zehntausende Trauernde versammelten sich am Sanam Luang und umliegenden Vierteln oder vor Videoleinwänden, um dem verstorbenen König die letzte Ehre zu erweisen. Der Tag war auch ein Tag des Stolzes für diejenigen, die dabei halfen, die Zeremonie zu organisieren.

Redwendungen wie „Nur einmal im Leben“ oder „Teil der Geschichte“ wurden öfter gehört.

„Das ist der stolzeste Moment meines Lebens“, sagte Sergeant Watcharapong Chumnigul, ein Armeemusiker, der Hymnen während der Einäscherungszeremonie spielte. „Ich bin hier, um meine Familie zu repräsentieren.“

Die Atmosphäre kann als respektvolle Stille beschrieben werden, vor allem in bestimmten Momenten, wie beispielsweise die Ankunft der Königlichen Urne am Krematorium.

Freiwillige und Sanitäter kümmerten sich um die Trauernden. Sie verteilen Wasser, Lebensmittel und auch Riechsalz. Es gab Ohnmachtsanfälle, weil die Trauernden den ganzen Tag in der Hitze standen und dazu noch schwarze Kleidung trugen.

Ein wenig überschattet wurde die Zeremonie zu dem Zeitpunkt, als die eigentliche Einäscherung der sterblichen Überreste stattfinden sollte. Dies sollte um 22 Uhr geschehen. Die Einäscherung verzögerte sich, dann wurde die Liveübertragung abgebrochen. Eine offizielle Mitteilung, wann denn nun der Zeitpunkt käme, gab es vorerst nicht. Gegen 23.30 Uhr schließlich wurde Rauch über dem Krematorium gesichtet.

Am heutigen Freitag wird König Rama X. zum Krematorium zurückkehren um weitere religiöse Zeremonien vorzunehmen. Die Asche und die königlichen Relikte von König Rama IX. werden bei einer zeremoniellen Prozession zum Grand Palace gebracht.

Die königlichen Relikte werden im Thronsaal Dusit Maha Prasat verwahrt, während die Asche zum Tempel des Jadebuddhas gebracht wird. Hier ruht sie im Chedi Phra Si Rattana.

Am Sonntag werden die königlichen Relikte zum Thronsaal Chakri Maha Prasat im Grand Palace überführt, wo sie in einem Schrein verwahrt werden.

Die königliche Asche wird zum Wat Rajabophit (Marmortempel) und zum Wat Bowonniwet gebracht und dort verwahrt.

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6 Kommentare zu Die letzte Reise von Rama IX

  1. berndgrimm sagt:

    Ich war heute am Sanam Luang wo das Krematorium des grossen Königs
    dankenswerterweise noch bis zum 31.12. der Öffentlichkeit zugänglich ist.
    Da ich wegen LM überhaupt keinen Kommentar dazu abgeben darf
    kann ich jedem nur raten selber dorthin zu gehen und dort zu sehen
    wer hier wirklich wegen LM dringend angeklagt gehört!

  2. Raoul Duarte sagt:

    emi_rambus: Ist das das neue Pseudonym Teufel
    Bei der ARD-Tagesschau? Sicher nicht.

  3. emi_rambus sagt:

    Raoul Duarte: Lena Bodewein, Singapur

    Ist das das neue Pseudonym Teufel &Co? Beim Farang duerfen die Volksverhetzer auch schon schreiben. Dort verbreiten sie wieder die ForbesLuege und anderes und werden sogar durch die gesperrte Kommentarfunktion geschuetzt!!
    👿

  4. Raoul Duarte sagt:

    Ein für den “Wochenblitz” eher ungewöhnlich ausgewogen anmutender Artikel – im Gegensatz zur Überschrift bei der “Tagesschau”:

    Nach dem Gottkönig folgt der xxxxxxx
    von Lena Bodewein, Singapur

    Mal ganz davon abgesehen, daß solche dummen Überschriften vor vornherein die Verfasserin (falls sie dafür verantwortlich ist) als keine große Kennerin Thailands ausweist, sollte es sich schon aus journalistischen Glaubwürdigkeits-Gründen (Abgrenzung zwischen Artikel und Kommentar) verbieten, seine Voreingenommenheit derart in der Überschtift zu präsentieren.

    Zum “Artikel”: xxxxxxxxxxx

      Raoul Duarte(Zitat)  (Antwort)

    • STIN STIN sagt:

      bitte solche negativen Artikel über das Königshaus nicht posten.
      Jeder Besucher – der diesen Link anklickt, läuft Gefahr – in TH festgenommen zu werden.
      Wenn er von Thailand aus angeklickt wird, bekommt die ital. Software, die die Thais haben – das raus.
      Egal ob Proxy oder nicht. Also seid vorsichtig damit. Nicht alle Proxy sind auch 100% anonym.

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