Wichtige Zeugin in der Trump-Russland-Affäre wurde in Thailand verhaftet

Eine wichtige Zeugin in der Russland-Affäre ist unter dubiosen Umständen verhaftet worden.

  • Nastja Rybka gilt als wichtige Zeugin in der Russland-Affäre, der Einmischung Moskaus in die US-Wahl 2016
  • Nun wurde die junge Frau unter dubiosen Umständen in Thailand verhaftet – und fürchtet um ihr Leben

In Thailand findet gerade, kaum bemerkt im Westen, ein Polit-Thriller statt, der es in sich hat: Es geht um US-Präsident Donald Trump, um seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin, um Sex und um Crime.

 ► Und es geht um eine Frau, die sich als Kronzeugin sieht, Angst hat, nach Russland ausgeliefert und dort ermordet zu werden. In dramatischen Worten appelliert sie nun an den Westen, sie zu retten.

Im Gegenzug verspricht sie, auszupacken: Über die mutmaßliche Einmischung Russlands in die US-Wahl 2016.

Jacht-Ausflug mit Oligarch und Putin-Berater

Die Causa ist ebenso kompliziert wie spannend.

► Bisher konnte US-Sonderermittler Robert Mueller zwar Kontakte zwischen Trumps Ex-Wahlkampfmanager Paul Manafort und dem russischen Oligarchen Oleg Deripaska nachweisen. Die Nähe des Letzteren zum Kreml ist zwar legendär. Doch bisher fehlte ein gerichtsfester Beweis für die Verbindung.

 Erste Hinweise darauf hatte Anfang Februar Nastja Rybka geliefert. Die russische Escort-Dame war als “Begleiterin” auf einer gemeinsamen Jacht-Tour mit Deripaska und Russlands Vize-Premier Sergej Prichodko. Fotos auf ihrem Instagram-Account enthüllten den gemeinsamen Ausflug.

Prichodko gilt als einer der wichtigsten außenpolitischen Berater Putins. Sein Treffen mit dem dubiosen Milliardär Deripaska gilt deshalb als wichtiges Indiz dafür, dass hinter der Einmischung in die USA der Kreml steht.

Kronzeugin in Thailand festgenommen

► Jetzt kommt es noch viel dicker: Nastja Rybka, die sich in den Medien breit über ihre intime Beziehung zu Deripaska ausließ, wurde in Thailand festgenommen – wegen angeblichen Drogenbesitzes.

In einem am Dienstag veröffentlichten Video appelliert die junge Frau an den Westen – während sie in einem thailändischen Gefängnisauto sitzt:

“Ich bin jetzt in einer sehr schwierigen Situation. Ich kann bezeugen, dass sich Russland in die US-Wahlen eingemischt hat – das einzige, fehlende Verbindungsglied in der langen Kette von Oleg Deripaska über Prichodko und Manafort zu Donald Trump.

Nastja Rybka”

Weiter sagt die sichtlich aufgewühlte Rybka:

► „Ich bin bereit, das, was ich weiß, Amerika oder Europa zur Verfügung zu stellen, wenn mich die Geheimdienste aus dem thailändischen Gefängnis holen und mir Sicherheitsgarantien geben.”

Rybka zittert um ihr Leben. Sie appelliert dramatisch an alle Journalisten, die ihr Video sehen, ihr Angebot zu verbreiten, damit sie Gehör findet.

Rybka erzählt, wie sie ins Gefängnis gekommen ist: Plötzlich seien thailändische Sicherheitskräfte aufgetaucht, gemeinsam mit einem russischen Konsul, der sagte, man wolle sie unbedingt in Russland zurück haben.

Nach mehreren Tagen hätten sie und ihr Freund Alexej Lesli eine Kaution bezahlt, um freizukommen. Doch nur wenige Minuten nach der Freilassung seien sie wieder festgenommen worden – diesmal von den thailändischen Migrationsbehörden.

► Ihre Bewacher hätten ihnen erzählt, Mitarbeiter des russischen Konsulats hätten dafür bezahlt, dass sie wieder festgenommen würden. Für weitere Kautionszahlungen fehle ihnen das Geld.

“Auch wenn Ihr uns umbringen wollt, …”

Rybka sagte, sie habe dem US-Sender NBC ein Interview gegeben und appellierte an die russischen Behörden:

„Auch wenn Ihr uns umbringen wollt, Ihr könnt die Geschichte nicht verbergen, in dem Interview habe ich alles gesagt.“

Rybkas Freund Lesli sagte, er glaube, die russischen Behörden wollten ihn und Rybka zurück nach Russland bringen. Moskau habe das ganze Verfahren in Thailand inszeniert:

► „Sobald wir auf russischem Boden ankommen, werden wir sofort umgebracht. Das ist der Horror!“

Auf Instagram verbreiten Freunde Rybkas, was diese ihnen nach ihren Worten per Telefon aus dem Knast erzählt habe: Dass sie unter folterähnlichen Bedingungen festgehalten werde. Sie sei erkrankt, habe sich offenbar die Nieren verkühlt, nachdem sie 48 Stunden auf kalten Boden sitzen musste; in der Zelle gebe es kein Bett, eine Untersuchung durch einen Arzt werde ihr verweigert.

Chef des russischen Sicherheitsrats in Thailand

Am Dienstagabend wurde bekannt, dass Nikolai Patruschew, der frühere Geheimdienstchef und jetzige Chef des russischen Sicherheitsrats, zu einem Besuch in Thailand eingetroffen ist.

Der enge Putin-Vertraute gilt als „Feuerwehrmann“ des Kremls und wird bei akuten, gefährlichen Krisen regelmäßig vor Ort geschickt, um dort Probleme zu lösen.

Offiziell hieß es, Patruschew bespreche mit dem Chef des thailändischen Sicherheitsrates “Fragen der Sicherheit russischer Touristen in Thailand”.

► “Dass Patruschew jetzt unerwartet dort ist, zeigt, dass im Kreml alle Alarmglocken klingeln und an der Geschichte von Rybka etwas dran ist”, sagt ein ehemaliges russisches Regierungsmitglied, das anonym bleiben will, der HuffPost.

Er hoffe, dass Rybka und ihr Freund den US-Ermittlern alles berichten können. Der Mann betont: “Dazu ist es wichtig, dass die Verantwortlichen im Westen etwas tun, und zwar sofort.”

 

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7 Kommentare zu Wichtige Zeugin in der Trump-Russland-Affäre wurde in Thailand verhaftet

  1. Raoul Duarte sagt:

    Nicht immer ist das, was auf Instagram oder anderen “sozialen Medien” verbreitet und von der “Huffington Post” weiter verbreitet wird, deckungsgleich mit den Tatsachen.

    Man sollte vorsichtig sein, alles unbesehen zu glauben, was da aus kommerziellen Interessen veröffentlicht wird. Schon häufiger hat sich’s als Verschwörungs-Theorie herausgestellt, was zunächst reißerisch als “investigativer Journalismus” dargestellt wurde.

    Das wichtigste Wort des Artikels lautet: “Dubios”.

    • Raoul Duarte sagt:

      Anhang

      Selbstverständlich hat wohl jeder Mitleid mit einer jungen Frau, die vor einem Gefängnis-Aufenthalt in Thailand große Angst hat – daß sie (und ihre Helfer) alles versuchen, um die Öffentlichkeit zu “alarmieren”, ist gut nachvollziehbar und kann ihr nicht vorgeworfen werden.

      Gleichzeitig sollte man aber nicht vergessen, daß es sich hier um eine (Zitat HuffPost) “Escort-Dame” und möglicherweise um ein Drogen-Delikt in Thailand handelt. So schrieb die “F.A.Z.” vor ein paar Tagen:

      “Die Fotomodelle rekrutierten sich aus den Armeen junger Leute ohne Zukunftsperspektive, die Russland hervorbringe. Das Stelldichein mit einem Oligarchen bringe den Mädchen jeweils drei- bis maximal zehntausend Dollar ein, die Hälfte davon sei an die Vermittlerin abzutreten.”

    • STIN STIN sagt:

      Nicht immer ist das, was auf Instagram oder anderen “sozialen Medien” verbreitet und von der “Huffington Post” weiter verbreitet wird, deckungsgleich mit den Tatsachen.

      richtig, daher hab ich vorher auch in anderen Medien nachgesehen, aber Bericht scheint korrekt zu sein.
      Sie ist auch mit dem russ. Oligarchen zusammen am Boot, also wohl in die Sache mehr oder weniger involviert.
      Jetzt kann sie nur hoffen, nicht nach Russland abgeschoben zu werden.

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