Bangkok: Unternehmer mit neuer Partei will Militär von der Macht vertreiben

Der thailändische Autoteil-Tycoon Thanathorn Juangroongruangkit wurde bereits wenige Wochen nach der Registrierung einer neuen politischen Partei mit dem Tod bedroht. Der 39 Jahre alte Manager hat angekündigt, dass er gegen einige der mächtigsten Personen Thailands bei den Neuwahlen antreten wird.

Thanathorn Juangroongruangkit, ein 39 Jahre alter Unternehmersohn und gleichzeitig der Erbe von Thailands größtem Automobilzulieferer Thai Summit will bei den anstehenden Neuwahlen gewinnen. Herr Thanathorn hat bereits drei Staatsstreiche in seinem Land miterlebt und verspricht seinen zukünftigen Wählern, die Ara der Instabilität in Thailand zu brechen. STIN berichtete hier.

Mitte März hatte Thanathorn in Bangkok die Gründung einer neuen Partei angekündigt. Laut seinen eigenen Angaben will er mit seiner Partei die herrschende Junta von der Macht vertreiben. „Wir brauchen keine Regentschaft durch Waffen. Gebt der Demokratie eine Chance“! sagte er in Bangkok nach der Registrierung seiner neuen Partei gegenüber den nationalen Medien.

[caption id="attachment_23784" align="alignnone" width="451"] Thanathorn Juangroongruangkit[/caption]

Mittlerweile haben sich zu den Wahlen, die das Militärregime nach vielen Verzögerungen jetzt für Februar 2019 plant, schon viele neue Parteien registrieren lassen. Allerdings viel in der Öffentlichkeit und in den sozialen Medien die Aufmerksamkeit für den Jungunternehmer, der in seinem Familienunternehmen zuletzt eine Führungsrolle innehatte, mit Abstand am größten aus.

Alleine auf Facebook verfolgten bisher mehr als 100.000 Thailänder den Auftritt des Quereinsteigers, dessen Familienunternehmen unter anderem für Ford und Toyota arbeitet. Laut der letzten Bilanz von Thai Summit konnte das Unternehmen einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro nachweisen.

Seine neue, bereits registrierte Partei „Zukunft Vorwärts“ (Future Forward) präsentierte Herr Thanathorn als Alternative zu den vielen etablierten Parteien, deren Grabenkämpfe Südostasiens zweitgrößte Volkswirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten in mehrere tiefe Krisen gestürzt hatten.

[caption id="attachment_23785" align="alignnone" width="600"] Thanathorn Juangroongruangkit[/caption]

Der Ultramarathonläufer will vor allem die jüngeren Menschen in Thailand ansprechen und für seine Future Forward Partei gewinnen. Dazu holte er sich zur weiteren Unterstützung unter anderem LGBT-Aktivisten und einen Craft-Beer-Brauer in sein Gründungsteam.

LGBT ist ein Akronym aus dem Englischen und bedeutet Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender. LGBT-Aktivisten sind Personen, die sich öffentlich und nachhaltig für die Gleichberechtigung der oben aufgeführten Gruppen einsetzen bzw. eingesetzt haben.

Ein reicher Manager an der Staatsspitze in Thailand wäre dagegen nichts Neues: Von 2001 bis 2006 regierte der Medienunternehmer Thaksin Shinawatra – bis zu einem Militärputsch. Die Auseinandersetzung mit Machthaber Prayuth Chan o-cha, der möglicherweise auch nach den Wahlen Premier bleiben möchte, scheut Thanathorn nicht: „Es ist nicht unwahrscheinlich, dass ich am Ende sogar im Gefängnis lande. Aber ich bin bereit, dieses Risiko einzugehen“, betonte er gegenüber den nationalen Medien.

Thanathorn betonte gegenüber den Medien, dass er die Militärherrschaft ein für alle Mal abschaffen. Er will nach seiner Wahl den regionalen Regierungen mehr Kontrolle über das Geld geben und die bereits etablierten Parteien zerschlagen.

“Es wird ein gefährliches Spiel”, sagte Thanathorn in einem Interview am Montag gegenüber den Medien. “Wir spielen mit Menschen, die leider keinen Respekt vor Menschenleben haben”, fügte er hinzu.

Seine neue Partei, Future Forward, wendet sich direkt an die Militärmachthaber, die 2014 die Macht ergriffen und eine neue Verfassung eingeführt haben, die die Macht von nicht gewählten Soldaten, Richtern und Bürokraten auf Kosten gewählter Politiker stärkt.

Junta Führer und Ministerpräsident Prayuth Chan o-cha, hatte letzten Monat angekündigt, dass spätestens im Februar nächsten Jahres eine Wahl mit neuen Parteien, die sich ab dem 1. März registrieren lassen können, möglich sein könnte.

Thanathorn bezweifelt dagegen diesen Plan und meint, er glaube nicht, dass das Militär “die Macht so leicht aufgeben wird”. Der Sprecher der Prayuth Regierung, General Sansern Kaewkamnerd widerlegte dagegen diese Behauptung am Dienstag und bestätigte noch einmal: “Die Wahlen werden im Februar nächsten Jahres stattfinden”.

Herr Thanathorn ist der Vizepräsident der Thai Summit Group, ein Hersteller und Lieferant für Autoteile, die von seinem verstorbenen Vater gegründet wurde. Er hatte erst vor kurzem erklärt, dass das Vermögen seiner Familie schon vor einigen Jahren auf rund 800 Millionen Dollar geschätzt wurde. Allerdings lehnte er es auf Nachfragen der Journalisten ab, aktualisierte Zahlen bekannt zu geben.

Thanathorn sagte weiter, dass er durch die Umfragen in der letzten Zeit ermutigt sei. Die Umfragen zeigen, dass seine Partei hinter der Pheu Thai und der Demokratischen Partei, den beiden großen Organisationen, die die thailändische Politik im letzten Jahrzehnt dominiert haben, an dritter Stelle rangiert.

Die Pheu Thai Partei besteht bekannter Maßen aus Verbündeten des ehemaligen Premierministers Thaksin Shinawatra, der die letzten fünf Wahlen in Thailand für sich bzw. für seine Partei  gewonnen hatte.

Jungunternehmer Thanathorn sagte offen, dass auch er bei den letzten Wahlen für die Pheu Thai Partei gestimmt habe. Allerdings habe er es sich jetzt anders überlegt, da die Pheu Thai Partei seiner Meinung nach „nicht für die Demokratie in Thailand kämpft“. Dabei fügte er hinzu, dass die ständigen Militärputsche der Wirtschaft in Thailand sehr geschadet hätten. / TP-PBS-BP

 

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11 Kommentare zu Bangkok: Unternehmer mit neuer Partei will Militär von der Macht vertreiben

  1. berndgrimm sagt:

    Anhang

    berndgrimm sagt:

    28. März 2018 um 6:59 pm

    Mal sehen ob er zur Wahl überhaupt noch da ist.

    Wenn es denn mal eine "Wahl" geben sollte.

  2. Raoul Duarte sagt:

    Anhang

    Bild aus facebook

    Am lustigsten ist allerdings diese verzogene “Weltsicht” der Thaksinisten, die nun voll auf “das Söhnchen” setzen – und gleichzeitig fest davon ausgehen, daß der Typ letztlich mit den rotgefärbten Braunen zusammengehen wird.

  3. Raoul Duarte sagt:

    STIN:    der will das Militär von der Macht vertreiben? Wie denn, halte ich für einen Spassvogel.

    Raoul Duarte:    Och, die ewiggestrigen Sudler feiern ihn schon fast wie einen “Messias”.

    STIN:    naja, dann sollen sie das machen. Zumindest wird er und sein Unternehmen dadurch bekannt.

    Darum geht es ihm anscheinend nicht. Er glaubt selbst, mit seinem "Vorpreschen" einen Einfluß auf das Geschehen zu haben – das ist er als Typ "Söhnchen" bisher so gewohnt, Er glaubt, mit Geld alles kaufen zu können.

    Und wie man am Shinawatra-Beispiel bestens sehen konnte (und kann): Es gibt auch weiterhin ewiggestrige Anhänger von kriminellen Machenschaften, die aus der Geschichte nichts gelernt haben.

  4. EMI sagt:

    “Es wird ein gefährliches Spiel”, sagte Thanathorn in einem Interview am Montag gegenüber den Medien. “Wir spielen mit Menschen, die leider keinen Respekt vor Menschenleben haben”, fügte er hinzu.

    Solche Spieler gibt es im Blog auch! 

    • STIN STIN sagt:

      “Es wird ein gefährliches Spiel”, sagte Thanathorn in einem Interview am Montag gegenüber den Medien. “Wir spielen mit Menschen, die leider keinen Respekt vor Menschenleben haben”, fügte er hinzu.

      Solche Spieler gibt es im Blog auch!

      gibt es in der Tat. Denen spielen Menschenleben keine Rolle. Die schicken ihre Familie ins PKH, Fahrschule – Hauptsache die
      überlebt – der Rest ist denen egal, sollen krepieren und wilde U-Turns fahren.

  5. EMI sagt:

    Allerdings viel in der Öffentlichkeit und in den sozialen Medien die Aufmerksamkeit für den Jungunternehmer, der in seinem Familienunternehmen zuletzt eine Führungsrolle innehatte, mit Abstand am größten aus.

    Ich freue mich sehr dass ich hier nicht der Einzige mit Rechtschreibschwächen bin.

    Wo bleibt denn da der Deutschlehrer auf Speed?

    55555555

    Einstein hatte ein ähnliches Problem! 

    Ist aber halb so wild,  dafür gibt es ja Rechtschreibprüfung. 

    Für die SchriftgeleErten wird das schlimm,  sie haben ja sonst nichts drauf!! 

     

  6. berndgrimm sagt:

    Allerdings viel in der Öffentlichkeit und in den sozialen Medien die Aufmerksamkeit für den Jungunternehmer, der in seinem Familienunternehmen zuletzt eine Führungsrolle innehatte, mit Abstand am größten aus.

    Ich freue mich sehr dass ich hier nicht der Einzige mit Rechtschreibschwächen bin.

    Wo bleibt denn da der Deutschlehrer auf Speed?

  7. berndgrimm sagt:

    STIN sagt:

    28. März 2018 um 3:44 pm

    der will das Militär von der Macht vertreiben?

    Wie denn, halte ich für einen Spassvogel.

    Zumindest wird er und sein Unternehmen dadurch bekannt.

     

    Das Unternehmen  kennt in Thailand jeder Auto- oder Motosaifahrer

    Es produziert zwar nur Ersatzteile und Zubehör aber gerade deshalb

    ist es bekannt.

    Ich halte ja nicht viel von Thai Männlein. Grosse Schnautze nix dahinter.

    Mal sehen ob er zur Wahl überhaupt noch da ist.

    Wenn es denn mal eine "Wahl" geben sollte.

  8. Raoul Duarte sagt:

    STIN:   der will das Militär von der Macht vertreiben? Wie denn, halte ich für einen Spassvogel.

    Och, die ewiggestrigen Sudler feiern ihn schon fast wie einen "Messias". 

    • STIN STIN sagt:

      STIN: der will das Militär von der Macht vertreiben? Wie denn, halte ich für einen Spassvogel.

      Och, die ewiggestrigen Sudler feiern ihn schon fast wie einen “Messias”.

      naja, dann sollen sie das machen. Zumindest wird er und sein Unternehmen dadurch bekannt.

  9. STIN STIN sagt:

    der will das Militär von der Macht vertreiben? 🙂

    Wie denn, halte ich für einen Spassvogel.

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