Nominierte CIA-Chefin leitete US-Foltergefängnis in Thailand

Der einflussreiche republikanische US-Senator John McCain hat den Senat aufgefordert, die designierte CIA-Chefin Gina Haspel nicht für das Amt zu bestätigen. Haspels Rolle, US-Folterpraktiken überwacht zu haben, sei “verstörend”, erklärte McCain am Mittwoch. Ihre “Weigerung, Folter als unmoralisch zu bezeichnen”, disqualifiziere sie für das Amt der CIA-Chefin. Er sei deshalb der Auffassung, dass der Senat Haspels Nominierung zurückweisen sollte.

Haspel war nach den Anschlägen vom 11. September 2001 an einem US-Programm beteiligt, bei dem Terrorverdächtige ohne Rechtsgrundlage in Geheimgefängnisse im Ausland gesteckt und dort von CIA-Agenten vernommen worden waren. Zu ihren Methoden gehörte das berüchtigte “waterboarding”, also das simulierte Ertrinken. Haspel leitete zeitweise ein solches “schwarzes” Gefängnis in Thailand. Bei einer Senatsanhörung versuchte Haspel am Mittwoch mit einem Bekenntnis gegen die Folter, Kritik an ihrer früheren Rolle abzuwehren.

McCain ist ein Vietnam-Veteran, der als Kriegsgefangener selbst gefoltert wurde. Er kämpft derzeit gegen eine Krebserkrankung, weshalb er wohl selbst nicht an der Senatsabstimmung zur Bestätigung Haspels teilnehmen wird. McCain gilt aber in den USA als erfahrener Politiker, dessen Meinung erhebliches Gewicht hat.

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14 Kommentare zu Nominierte CIA-Chefin leitete US-Foltergefängnis in Thailand

  1. Wolf5 sagt:

    Und noch immer versuchen einige User, sich ihre Welt schön zu reden.

    So ist es eine Tatsache, das Thaksin im Jahre 2002 als MP seine Zustimmung zur Einrichtung eines Foltergefängnisses gegeben hatte, was auch von niemanden bestritten wurde.

    Weiterhin ist es eine Tatsache, dass zur Umsetzung dieser Entscheidung zahlreiche Helfer erforderlich sind.

    Auf amerikanischer Seite waren dies Mitarbeiter der CIA und auf thailändischer Seite ????

    Und um diese Helfer auf thailändischer Seite geht es.

    Und hier kommt wieder die Militärjunta ins Spiel.

    Erst bestreitet noch im März 2018 Prawit die Existenz von Foltergefängnissen in Thailand und als plötzlich der Bericht über diese Foltergefängnisse auftauchte, in welchen u.a. stand: „Grün war beispielsweise das erste Gefängnis in Thailand, wo aber schnell politische Schwierigkeiten auftauchten und es nach einem halben Jahr am 4. Dezember 2002 wieder geschlossen wurde“,

    da mauerte die Junta und ließ vieles schwärzen, damit eine evtl. Mitarbeit der jeweiligen zuständigen Landesbehörden (Sicherheitsdienste, Militär, Polizei) und deren verantwortlichen Leiter (wovon wahrscheinlich auch heute noch einige in Amt und Würden sind) nicht öffentlich wird.

    Aber wir kennen dies ja aus der Vergangenheit, schuld ist immer nur der Boss (z.B. Stalin, Hitler, Mao) und alle anderen waschen ihre Hände in Unschuld. Warum sollte es in Thailand plötzlich anders sein?

  2. Emi sagt:

    STIN: Als seinerzeit Dr. Pornthip die Cointainer mit den Leichen aus dem Meer holen wollte, hat die Armee abgelehnt.
    Weil sie wohl genau wusste, welche Leichen da versenkt wurden – vom Massaker an Studenten im Jahr 1976 am
    Campus der Thammasat-Universität und am Sanam Luang. Auch hier wäre das Ansehen der Armee beschmutzt worden.

    Link oder :Liar:

  3. Raoul Duarte sagt:

    Anhang

    STIN:   es ist unmöglich, das Thaksin davon nix gewusst hat. Ebenso der Verteidigungsminister usw.
    Somit war wohl Thaksin dafür verantwortlich – ein gewählter PM, auch wenn nicht wirklich demokratisch.

    Das wird ein überzeugter Thaksinist niemals zugeben. 

  4. Wolf5 sagt:

    Dieser Troll RD redet sich wieder einmal seine Juntawelt schön.
    Das CIA-Foltergefägnis in Thailand wurde vor 16 Jahren eröffnet und nach 6 Monaten wieder geschlossen.
    Bei allein 1400 Generälen in Thailand (die meisten davon wahrscheinlich jetzt rund ums Rentenalter) ist davon auszugehen, dass eine Großzahl dieser Generäle bereits 2002 wichtige Funktionen einnahmen und deshalb einige von diesen auch mit der CIA verhandelt haben und noch immer im Amt oder vielleicht auch in der Junta-Regierung sind.
    Über Sicherheitsdienste und Polizei will ich gar nicht erst nachdenken.
    Aufklärung leider nicht möglich, da Bericht geschwärzt.

  5. Raoul Duarte sagt:

    STIN:   Die Thai-Armee versucht natürlich negatives
    abzuwenden, auch wenn es sie aktuell gar nicht betrifft.

    Und weil es den Ewiggestrigen nicht gelingt, der Regierung mit Premierminister Prayuth an der Spitze "Negatives" anzudichten, greifen sie stes auf längst vergangene Zeiten zurück, die allerdings nichts über die derzeitige Regierung aussagt.

    Sie sind einfach verzweifelt, weil ihr Weltbild zerstört ist.

  6. Wolf5 sagt:

    Wenn Scheuklappen-ben sagt: „Ja, vor allem da ja in dieser Zeit Dein geliebter Führer und Demokrat das Sagen hatte.. aber das sind ja Geschichten aus der Mottenkiste“ hat er natürlich Recht, dass Thaksin zu dieser Zeit MP war.
    Und wenn er meinen Beitrag gelesen und verstanden hätte, dann wüßte er auch, dass dies von mir nirgends in Abrede gestellt wurde.
    Andererseits gaben zwar die jeweiligen Regierungen zur Einrichtung der Foltergefängnisse ihr Einverständnis (steht alles in den Berichten), die Einzelheiten wurden aber zwischen der CIA und den jeweiligen zuständigen Landesbehörden (Sicherheitsdienste, Militär, Polizei) abgestimmt.
    Wer in Thailand letztendlich dafür verantwortlich war, wissen wir noch nicht, die Junta hat aus gutem Grund alles geschwärzt.
    Ansonsten gilt:
    http://www.schoenes-thailand.at/Archive/24702#comment-7193

    • STIN STIN sagt:

      Wer in Thailand letztendlich dafür verantwortlich war, wissen wir noch nicht,
      die Junta hat aus gutem Grund alles geschwärzt.

      es ist unmöglich, das Thaksin davon nix gewusst hat. Ebenso der Verteidigungsminister usw.
      Somit war wohl Thaksin dafür verantwortlich – ein gewählter PM, auch wenn nicht wirklich demokratisch.

  7. Raoul Duarte sagt:

    Fakt ist und bleibt:

    Das US-amerikanische Foltergefängnis wurde während der “Amtszeit” des Kleptokraten Thaksin Shinawatra, “eine der brutalsten und dunkelsten Perioden für Menschenrechte in Thailands jüngster Geschichte”, wie HRW weiterhin betont, betrieben.

    Es hieß auch nicht “Grün”, wie die Ewiggestrigen glauben, weil ein automatisches Übersetzungsprogramm es ihnen als eine “Lösung” anbietet. Nur tumbe Befürworter von Folterungen und der Todesstrafe glauben, daß solche Foltergefängnisse in anderen Ländern die dort genutzten “Maßnahmen” entschuldigt werden könnten.

    Einfach in ihrer rechten Ecke liegenlassen.

    #TamamDegilDevam

  8. Wolf5 sagt:

    Nicht immer nur das übliche blabla dieses Juntafan-Dreigetirns, sondern wieder ein paar Fakten:

    Bericht über die CIA-Geheim- und Foltergefängnisse
    Grün war beispielsweise das erste Gefängnis in Thailand, wo aber schnell politische Schwierigkeiten auftauchten und es nach einem halben Jahr am 4. Dezember 2002 wieder geschlossen wurde.
    In Thailand wurden zwei Männer festgehalten und wiederholt gefoltert:
    Waterboarding, Schlafentzug, Stresspositionen und Einsperrung in einem sargähnlichen Kasten bzw. in eine Box mit einem Durchmesser von weniger als einem Meter.
    Als die Haftanstalt in Thailand geschlossen werden musste, suchte die CIA offenbar in Europa Ersatz – und wurde in Polen fündig.
    https://www.heise.de/tp/features/Bericht-ueber-die-CIA-Geheim-und-Foltergefaengnisse-3376047.html

    Weltweit arbeiteten 54 Regierungen mit der CIA beim CIA-Folterprogramm zusammen, 21 davon in Europa. 
    https://www.watson.ch/Europa/CIA/678691486-Diese-Staaten-kooperierten-beim-CIA-Folterprogramm

    Thailand
    Abu Subaida war der erste Häftling, der die CIA-Foltermethoden außerhalb der USA ertragen musste. Amerikanischen Medien zufolge soll es sich dabei um ein thailändisches Lager in der nordöstlichen Provinz Udon Thani handeln.

    Bangkoks Reaktion auf den Untersuchungsbericht bleibt noch aus.
    In Thailand wurde aber Empörung gemäß der “Bangkok Post” darüber laut, dass vor allem viele Stellen im Bericht geschwärzt wurden, die anscheinend die Rolle designierter Politiker, der nationalen Sicherheitsagentur oder auch der thailändischen Armee betreffen.
    https://web.de/magazine/politik/bericht-cia-folter/lager-schreckens-usa-gefoltert-30272872

    In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage, warum die Militärjunta eine Offenlegung des Berichtes so vehement verweigert?

    • STIN STIN sagt:

      In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage,
      warum die Militärjunta eine Offenlegung des Berichtes so vehement verweigert?

      leicht zu beantworten.

      Weil sie nicht möchte, das ihre Rolle in diesem Fall bekannt wird. Die Thai-Armee versucht natürlich negatives
      abzuwenden, auch wenn es sie aktuell gar nicht betrifft.

      Als seinerzeit Dr. Pornthip die Cointainer mit den Leichen aus dem Meer holen wollte, hat die Armee abgelehnt.
      Weil sie wohl genau wusste, welche Leichen da versenkt wurden – vom Massaker an Studenten im Jahr 1976 am
      Campus der Thammasat-Universität und am Sanam Luang. Auch hier wäre das Ansehen der Armee beschmutzt worden.

      Die Armee ist momentan im Isaan recht angesehen, das wollen sie halt nicht gefährden. Ist sogar irgendwie
      nachvollziehbar.

    • ben sagt:

      …In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich auch die Frage, warum die Militärjunta eine Offenlegung des Berichtes so vehement verweigert?…

      Ja, vor allem da ja in dieser Zeit Dein geliebter Führer und DEmokrat das Sagen hatte.. aber das sind ja Geschichten aus der Mottenkiste (laut 'braun Wolfi')

      Das Problem mit den Rotkäpplis ist: sie bringen immer nur die gleichen Stories – suchen alles was gegen die Junta spricht – springen sofort zum nächsten Märchen, wenn ihnen Vergehen und Schlimmeres des grossen Führers vorgelegt werden. NIE würden sie anerkennen, dass unter Taksin absolute Sauereien liefen und in denen von braun Wolfi zitierten Menschenrechts Vereinigungen etc. in Mengen bemängelt wurden – das ist dann bei 'braun Wolfi' aus der Mottenkiste und wenn er was gegen die Junta findet ist's brutale Wahrheit… 555 Einfach krank – nicht nur doof

  9. Raoul Duarte sagt:

    Es ist immer “verstörend”, wenn man feststellen muß, daß sich Leute nicht nur weigern, Folter als unmoralisch zu bezeichnen, sondern die Folter-Staaten sogar noch unterstützen.

    Diese Unterstützung (von äußerst kruden “Argumentationen” über die offene Forderung der Todesstrafe bis hin zur direkten finanziellen “Alimentation”) diskreditiert solche Leute nicht nur für jedes Amt (das sie auch aus anderen Gründen sowieso zeitlebens niemals angetragen bekommen haben), sondern macht sie unwiederbringlich zu Parias, mit denen man nicht diskutiert.

    Hashtag #TamamDegilDevam

  10. Emi sagt:

    DAS war dann in der Aera Takki!?

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