Kostenlose medizinische Versorgung soll für 36 Millionen Thais eingestellt werden

Ein prominenter Gesundheits-Aktivist hat gestern Berichte der Regierung kritisiert, wonach sie die kostenlose medizinische Versorgung im Rahmen des allgemeinen Gesundheitssystems nur noch für diejenigen anbieten will, die weniger als 100.000 Baht pro Jahr verdienen. Diese Idee machte Anfang der Woche Schlagzeilen in den Medien und in den sozialen Netzwerken und sorgte für große Besorgnis unter den Bürgern.

Das aktuelle allgemeine Gesundheitsprogramm deckt derzeit mehr als 48 Millionen Thailänder ab. Dazu gehören alle Personen, die nicht vom Sozialversicherungssystem und dem medizinischen Versorgungsprogramm für Beamte, Angestellte von Staatsbetrieben und ihre Familienangehörigen abgedeckt sind.

“Dieser Plan wird, wenn er tatsächlich umgesetzt wird, nur beweisen, dass die Regierung sich nicht um die geringer verdienenden Menschen kümmern will”, sagte Nimit Tien Udom, Direktor der Aids Access Foundation.

Direktor Nimit, der zuvor ein Mitglied des Vorstands des National Health Security Office ( NHSO ) war, sprach mit einigen Medien und zitierte dabei die Generaldirektorin des Comptroller General Departments, Frau Suttirat Rattanachot. Der neue Gesundheitsplan der Regierung suggeriert, dass Menschen, die mehr als 100.000 Baht pro Jahr verdienen, wahrscheinlich dazu verpflichtet sind, 10 bis 20 Prozent der medizinischen Kosten im Rahmen des allgemeinen Gesundheitssystems selber zu zahlen. Sie sagte weiter, dass diese neue Verordnung schon im nächsten Jahr umgesetzt werden könnte.

Wenn das neue Kriterium eingeführt wird, wird die Zahl der Thais, die Anspruch auf kostenlose Behandlung im Rahmen des allgemeinen Gesundheitssystems haben, wahrscheinlich auf 11,4 Millionen Menschen fallen. Bisher profitieren dagegen rund 48,1 Millionen Thais von dem aktuellen Gesundheitssystem.

Frau Suttirat bestritt jedoch, dass dieser Plan von ihrer Agentur vorbereitet worden sei. “Es ist nur ein Thema einer Studie, die vom Fiscal Policy Office des Finanzministeriums durchgeführt wurde”, sagte sie gestern.

Unterdessen sagte eine Quelle in der Nähe des stellvertretenden Ministerpräsidenten Somkid Jatusripitak, der für die wirtschaftlichen Angelegenheiten zuständig ist und sie überwacht, dass die Regierung bisher keine Politik hat, um die Anzahl der Menschen, die das universelle Gesundheitssystem nutzen können, einzuschränken.

Das Thema „ Co-Payment-Konzept „ ist in Thailand allerdings nicht neu und wird bereits seit einiger Zeit diskutiert. Befürworter der Idee sagen, dass diejenigen, die es sich leisten können, einen Teil der Rechnung schultern und tragen sollten. Wenn sich an dem bisherigen Gesundheitssystem nichts ändert, geben sie weiter zu bedenken, könnte das Land unter dem Gewicht der kostenlosen Gesundheitsversorgung kollabieren.

Allerdings erinnerte Herr Nimit die Regierung gestern daran, dass die Gesundheitsversorgung der Bürger keine finanzielle Belastung für das Land sei.

“Gesunde Menschen tragen zur Wirtschaft des Landes bei”, betonte er.

Außerdem, so sagte er weiter, wenn die Regierung wirklich ihren Haushalt kontrollieren will, dann sollte sie sich auf die medizinischen Vorteile konzentrieren, die den Beamten, Angestellten des Staatsunternehmens und ihren Familienangehörigen gewährt werden.

Obwohl dieses Programm nur etwa 4,9 Millionen Nutznießer hat, verbraucht es jährlich bis zu 73 Milliarden Baht. Im Vergleich dazu betreut das allgemeine Gesundheitssystem 48,1 Millionen Menschen mit einem Jahresbudget von 166,44 Milliarden Baht.

Eine kürzlich von der Suan Dusit Rajabhat Universität durchgeführte Umfrage ergab, dass 93,9 Prozent von mehr als 5.300 Befragten mit dem universellen Gesundheitssystem äußerst zufrieden waren.

Dr. Soumya Swaminathan, die stellvertretende Generaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation, sagte, Thailand sei ein gutes Modell für den umfassenden Zugang der Menschen zu Gesundheitsdienstleistungen. Dr. Soumya war erst vor kurzem zu einem Treffen mit dem NHSO in Thailand.

Der Generalsekretär des NHSO, Herr Sakchai Kanjanawattana wies jedoch darauf hin, dass das für die drei wichtigsten Gesundheitssysteme des Landes vorgesehene Budget nur 4,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) des Landes ausmachte. “Andere Länder geben viel größere Budgets für die Gesundheit ihrer Bürger als ihr BIP aus”, fügte er hinzu.

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2 Kommentare zu Kostenlose medizinische Versorgung soll für 36 Millionen Thais eingestellt werden

  1. sf sagt:

    Ich unterstütze die Aussagen den Gesundheits-Aktivisten!!!

    Ich schlage dringend vor, die Buchhaltung und das gesamte Rechnungswesen im Bereich Gesundheitswesen,  umfassend durch neutrale Wirtschaftsprüfer checken zu lassen!  Irgendwie sind die wenigen Daten, die an die Öffentlichkeit dringen,  mehr als merkwürdig und lassen die Vermutung zu,  da bedient sich wer mit vollen Händen .

    xxxxxxxxxxxxxxx – zensiert – sinnbefreit

    • STIN STIN sagt:

      Ich schlage dringend vor, die Buchhaltung und das gesamte Rechnungswesen
      im Bereich Gesundheitswesen, umfassend durch neutrale Wirtschaftsprüfer checken zu lassen!

      wird alles schon jahrelang gemacht, durch Professoren der jeweiligen Unis.
      Die können das. Läuft in DACH auch so.

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