Bangkok: Gefängnisse werden in Zukunft rauchfrei

Die Regierung hat bereits im letzten Jahr einem Gesetzesentwurf zugestimmt, der unter anderem auch den Verkauf von Zigaretten und Tabakwaren an unter Zwanzigjährige verbietet und dabei die Strafen für Verstöße gegen das neue Gesetz erheblich verschärft. Jetzt werden von diesem Gesetz auch die Gefängnisse in Thailand betroffen sein. Sie sollen in naher Zukunft rauchfrei sein.

Wie der stellvertretende Premierminister Yongyutn Yuthawong bekannt gab, wird der Verkauf von Zigaretten nicht mehr mit 18 sondern erst ab 20 Jahren möglich sein. Außerdem wird der Verkauf von einzelnen Zigaretten verboten. Der Verkauf wird weiterhin in Tempeln, öffentlichen Gesundheitseinrichtungen, Schulen und öffentlichen Parks verboten.

Das Gesetz verbietet Herstellern von Tabakwaren ihre Produkte als Sponsoren von Veranstaltungen jeder Art, im Kino, in Zeitungen, TV und im Internet zu bewerben.

Der Verkauf von Zigaretten an unter 20-jährige kann in Zukunft mit 12 Monaten ( zuvor 1 Monat ) Gefängnis geahndet werden. Besonders wichtig, vor allem für Touristen ist die Anhebung der Strafe für das Rauchen auf öffentlichen Plätzen. Hier gilt ebenfalls rauchfrei.

Bisher wurden 2.000 Baht Strafe fällig. Nach dem neuen Gesetz sind es nun gleich 5.000 Baht ( etwa 130 Euro! ). Da gerade diese Straftat von der Polizei in Thailand gerne dazu ausgenutzt wird, um ihre Betriebskassen zu füllen, ist hier besondere Vorsicht geboten.

Seit November 2017 ist das Rauchen an vielen Stränden Thailands offiziell verboten. Außerdem ist das Rauchen auch in allen öffentlichen Gebäuden, auf Bahnhöfen, auf den BTS- und den MRT-Stationen, an Bushaltestellen, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Restaurants, in öffentlichen Parks, an Schulen, auf Märkten, an beliebten Stränden und in allen Tempelanlagen verboten.

In der Praxis sieht das mit dem Rauchen in Thailand allerdings wie so oft etwas anders aus. In den meisten Nachtclubs darf „ noch „ geraucht werden. Auch in offenen Restaurants gibt es oft Raucherbereiche, wenn nicht sogar im gesamten Restaurant geraucht werden darf. In Parks, auf Märkten und an vielen Stränden sollten sie sich allerdings, wie die Thailänder auch, unbedingt an das Rauchverbot halten.

Im November 2017 hat das Ministerium für öffentliche Gesundheit ( MOPH ) hat Beamte ernannt, um das neue Gesetz zur Eindämmung des Tabakkonsums durchzusetzen und eine langfristige Maßnahme zur Verhinderung neuer Raucher auszuarbeiten.

Der Minister für öffentliche Gesundheit, Herr Piyasakol Sakolsattayathorn, leitete eine Sitzung des National Tobacco Control Board, die den Verordnungsentwurf im Rahmen des Tabakwaren-Kontrollgesetzes 2017 verabschiedete. Gleichzeitig gab das Ministerium bekannt, dass neue Beamte ernannt werden, um das neue Gesetz durchzusetzen.

Um das kommende noch strengere Tabakgesetz zu erfüllen, soll sich die Strafvollzugsabteilung darauf vorbereiten, dass alle Gefängnisse in naher Zukunft rauchfrei werden.

“Wir glauben, dass das neue Gesetz Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres in Kraft treten wird”, sagte der Direktor der Abteilung, Herr Naras Savestanan, gestern am Montag. Mehr als 300.000 Menschen leben heute in 143 Justizvollzugsanstalten in ganz Thailand hinter Gittern. Etwa 40 Prozent von ihnen sind Raucher.

“Rauchen steht in direktem Zusammenhang mit Atemwegserkrankungen, die oft zum Tod führen”, sagte Herr Naras weiter.

Er sprach nach einem Treffen mit dem Chef der Abteilungen für Krankheitskontrolle „ Disease Control Departments ( DCD ) „. Die Diskussionen sollten sicherstellen, dass die Gefängnisse bereit sind, das strenge neue Tabakgesetz anzuwenden und auch einzuhalten.

Das DCD hat dabei sogar angeboten, seine Mitarbeiter in die Gefängnisse zu schicken. Die Mitarbeiter des DCD sollen dann vor Ort die Gefängnisinsassen über das schädliche Rauchen und seine Folgen aufklären.

Bisher werden noch immer Zigaretten in den Gefängnissen verkauft. Sobald allerdings das neue Gesetz in Kraft tritt, wird das Rauchen in allen Justizvollzugsanstalten verboten sein.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Kommentare zu Bangkok: Gefängnisse werden in Zukunft rauchfrei

  1. siamfan sagt:

    Duerfen die Gefaengnisinsassen dann zum rauchen nach draussen gehen?

     

    Bisher wurden 2.000 Baht Strafe fällig. Nach dem neuen Gesetz sind es nun gleich 5.000 Baht ( etwa 130 Euro! ). Da gerade diese Straftat von der Polizei in Thailand gerne dazu ausgenutzt wird, um ihre Betriebskassen zu füllen, ist hier besondere Vorsicht geboten.

    DAS koennte der Tropfen sein, der das Fass zum ueberlaufen bringt!!!

    Ich bin seit >12 Jahren Nichtraucher, aber den Rauchern muss man eine Moeglichkeit zum rauchen geben!

    Wo sollen sie die Grenzen der Zonen erkennen. Das Geld fuer die Ausschilderung sollte man lieber in die Sicherheit der Strassen stecken.

    Der Grund fuer die hohe Zahl Atemwegserkrankter hat aber andere Hauptursachen!

    :Angry: denen auch alle Urlauber ausgesetzt sind

    Wenn die Raucher sich von TH abwenden, werden sie nicht wieder zurueckkommen und mit ihnen etwa auch noch das Dreifache an Familienangehoerigen und Lebensabschnittspartner!

    Man koennte dieses "Betriebskassen fuellen" auch als eine Nebenbeschaeftigung bezeichnen. In keinem Rechtsstaat duerfen die Beamten die Bussgelder fuer sich selbst behalten.

    DAS ist der Stil vonNa Dubai!

    :Angry:

  2. STIN STIN sagt:

    ob Gefangene in den Todeszellen auch wegen möglicher Atemsweg-Erkrankungen nicht mehr
    rauchen dürfen – wäre ja makaber.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Optionally add an image (JPEG only)