Bangkok: Lehrerausbildung auch ohne Englisch-Kenntnisse möglich

Ein gutes Verständnis der englischen Sprache wird von den Absolventen der Lehrerausbildung nicht mehr verlangt, nachdem der für die Ausarbeitung eines Rahmens für die Lehrerqualifikation zuständige Ausschuss entschieden hat, dass die angehenden Lehrer auch mit schlechten Englisch Kenntnissen die Prüfung zum Lehrer bestehen.

„ Wir haben uns zu dieser Entscheidung entschlossen, weil die meisten Interessengruppen in einem Forum zum Entwurf des „ Thailand Qualifications Framework ( TQF ) „ nicht mit dem Plan des Ausschusses einverstanden waren, ein zu ehrgeiziges Ziel in Bezug auf die Englischkenntnisse der Absolventen für das Amt eines Lehrers zu setzen „, sagte Rathakorn Kidkan, der Vorsitzende des Ausschusses in dieser Woche gegenüber den nationalen Medien.

“ Es gab bei den meisten Interessengruppen ernsthafte Bedenken darüber, dass Studenten möglicherweise nicht mehr in der Lage sind, ihren Abschluss zu machen , wenn der Bedarf an englischen Sprach Kenntnissen zu hoch war , sagte er. Herr Rathakorn ist gleichzeitig auch der Vorsitzende des „ Education Deans der Council of Rajabhat University „.

Ursprünglich wurde vorgeschlagen, dass der „ Thailand Qualifications Framework ( TQF ) vorsieht, dass Lehramtsstudenten, die keinen Englisch Abschluss erworben haben, im Englischen nur noch das B2 Niveau im Rahmen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen ( GER ) erreichen werden. Diejenigen, die Englisch sprechen, werden dann voraussichtlich das C1 Niveau erreichen.

Der GER ist ein internationaler Standard für die Beschreibung der Sprachfähigkeiten. Er verwendet eine Sechs Punkte Skala von A1 für Anfänger bis C2 für alle, die eine Sprache beherrschen.

Um das C1 Niveau zu erreichen, muss eine Person in der Lage sein, auf Englisch zu kommunizieren, und zwar auf einem angemessenen Niveau fließend, basierend auf einer angemessenen Verwendung, Sensibilität und der Fähigkeit, dabei auch mit unbekannten Themen umzugehen.

Um das B2 Niveau zu erreichen, muss eine Person in der Lage sein, die meisten Ziele für dieses Niveau zu erreichen und sich zu einer Reihe von Themen äußern zu können.

Herr Rathakorn sagte weiter, dass die meisten Schüler in den Lehrerbildungsprogrammen nur auf den Niveaus A1 und A2 waren. A1 bezieht sich auf eine grundlegende Fähigkeit, Informationen auf einfache Weise zu kommunizieren und auszutauschen, während A2 die Fähigkeit widerspiegelt, mit einfachen, Informationen umzugehen und sich in vertrauten Kontexten auszudrücken.

“ Daher sind die meisten Ausschussmitglieder der Meinung, dass das B2- und C1- Niveau im TQF nicht erwähnt werden sollte „, sagte er.

Herr Rathakorn sagte, er habe das Problem bereits mit dem stellvertretenden Bildungsminister Udom Kachintorn besprochen.

Herrn Rathakorn zufolge ist nun entschieden worden, dass, obwohl die Englischkenntnisse wichtig sind, der TQF nicht von den Lehramtsstudenten verlangen muss, dass er eine auf dem GER basierende Englischkenntnis vorweisen kann.

“ Wir werden daher gerade die englischen Tests als Kriterien in den Bestimmungen des Bildungsministeriums neu festlegen „, sagte Herr Rathakorn.

Er fügte weiter hinzu, dass das Komitee beschlossen habe, dass die Regelungen auch die erforderlichen Englischkenntnisse der Lehramtsstudenten von B2 auf B1 reduzieren würden. Bei einem B1 Niveau, muss sich der Sprecher in bekannten Situationen nur noch begrenzt äußern und allgemein kommunizieren oder Informationen austauschen können.

Bei englischen Hochschullehrern sinkt dadurch ebenfalls das erforderliche Niveau von C1 auf B2.

“ Außerdem werden wir einen klaren Plan aufstellen, wie das Englisch der Lehramtsstudenten verbessert werden kann „, sagte Herr Rathakorn. Bisher haben mehrere Universitäten von ihren Absolventen verlangt, gute Englischkenntnisse als Abschlusskriterium nachzuweisen.

Erst Ende Dezember hatte sich eine Gruppe thailändischer Universitätsstudenten und ihre Eltern bei einer führenden thailändischen Universität darüber beschwert, dass es unfair ist, die Studenten dazu zu bringen, Englisch für die Einschreibung an der Universität zu lernen.

Im November 2018 wurde laut dem „ EF English Proficiency Index „ eine leichte Verbesserung der Sprachkenntnisse bei den Studenten festgestellt. Laut dem Index waren die Englisch Kenntnisse dabei von der „sehr niedrigen Proficiency“ auf „niedrig“ übergegangen.

Trotz der kleinen Erfolge liegt Thailand im Vergleich zu seinen Nachbarn immer noch nahe am Boden der Liste. In Asien rangiert Thailand mit Ländern wie Sri Lanka, Kambodscha und Laos in der unteren Reihe.

An der Spitze der asiatischen Rangliste dominieren die Länder Singapur, Malaysia, Philippinen und Hongkong. Singapur ist das einzige Land auf dem Kontinent, das „sehr gute Englischkenntnisse“ hat.

Zum Beispiel hat die Mahidol University in Thailand von ihren Absolventen verlangt, TOEIC-Werte von mindestens 600 zu erreichen, während die Absolventen der Kasetsart University und der Rangsit-Universität TOEIC-Werte von mindestens 500 erreichen müssen.

Weltweit sind die Länder der „very high proficiency“ Bewertung größtenteils Europäer, wobei die Niederlande zwei Jahre in Folge die Rangliste anführen.

Am anderen Ende des Spektrums der EF Liste rangiert Laos als das Land mit den niedrigsten Englischkenntnissen.

Top zehn Länder:

  1. Die Niederlande
  2. Schweden
  3. Dänemark
  4. Norwegen
  5. Singapur
  6. Finnland
  7. Luxemburg
  8. Südafrika
  9. Deutschland
  10. Österreich

Die unteren Länder der Liste:

  1. Mongolei
  2. Saudi Arabien
  3. Angola
  4. Kuwait
  5. Kamerun
  6. Algerien
  7. Kambodscha
  8. Libyen
  9. Irak
  10. Laos

Innerhalb der asiatischen Länder kann Thailand nur noch den 15.ten Platz vor Sri Lanka und Kasachstan erreichen. Kambodscha und Laos liegen dagegen auf den letzten beiden Plätzen

  1. Singapur
  2. Malaysia
  3. Philippinen
  4. Indien
  5. Hong Kong
  6. Süd Korea
  7. Vietnam
  8. China Japan
  9. Indonesien
  10. Taiwan
  11. Macao
  12. Bangladesh
  13. Pakistan
  14. Thailand
  15. Sri Lanka
  16. Kasachstan
  17. Mongolei
  18. Kambodscha
  19. Laos
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3 Responses to Bangkok: Lehrerausbildung auch ohne Englisch-Kenntnisse möglich

  1. STIN STIN sagt:

    Wahnsinn – tolle Reform 🙁

    • Avatar SF sagt:

      Anhang

      In Holland und England müssen auch nicht alle Lehramtsstudenten Französisch und Latein können. 

      Wenn man jetzt endlich EnglischProgramm (EP) und International Programm (IP) durchzieht,  ohne Störung durch die LP,  hat TH in absehbarer Zeit eine gute Basis. 

      • STIN STIN sagt:

        In Holland und England müssen auch nicht alle Lehramtsstudenten Französisch und Latein können.

        nein, auch nicht Chinesisch usw.
        Aber sie müssen in Holland Englisch können, in England eine 2. Sprache – meist Französisch, viele nehmen dann auch
        Italienisch oder Spanisch. Meine Tochter hat als 2. Fremdsprache – die nötig war, Spanisch ausgewählt.

        Wenn man jetzt endlich EnglischProgramm (EP) und International Programm (IP) durchzieht,
        ohne Störung durch die LP, hat TH in absehbarer Zeit eine gute Basis.

        hab nachgesehen, nein Medien – die renommierten Medien meine ich, weil LP lese ich grundsätzlich nicht – goutieren Fremdsprachen-Ausbildung.
        Die Regierung leider nicht. Kann auch sein, dass man das unterdrücken möchte, weil wenn jemand gutes Englisch spricht, kann er auch Nachrichten in den
        Medien über TH, auch negatives – lesen und das ist nicht im Sinne von Militärdiktaturen.

        EP – also die Kopie von EPS bei Privatschulen kann nicht ausgebaut werden. Ich habe das damals auch bei unseren Schüler, der ein EP-Programm
        in Chiang Mai besucht, nachgeprüft. Die suchen heute noch einen Englisch-Native-Speaker mit Kids-Ausbildung. Bekommen keinen….

        Da war ja damals das Problem, dass die um die 12.000 Native-Speaker benötigen würden, nachdem das British Council festgestellt hat, dass von allen
        43.000 Englischlehrern nur 6 Englisch können.
        Sie haben dann wohl nur 4000 gefunden. Dann wollten Sie Filipinos nehmen und mit 15.000 Baht abspeisen, haben die nicht akzeptiert, danach wurde
        das EP eingestampft – mehr oder weniger. Es gibt das wohl noch, aber nur auf den renommierten staatlichen Schulen – meist in Bangkok oder Gross-Städte.

        Das wird also nix mehr in diesem Jahrhundert.

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