Baht fällt weiter…

Bangkok – Der Baht rutschte am 21. August gegenüber dem US-Dollar mit einem Kurs
von 31,82 auf ein Jahrestief ab. Den Höchststand hatte die thailändische Währung
am 19. April erreicht. Da war der US-Dollar 28,62 Baht wert.

Die Behörde für nationale Wirtschaft und soziale Entwicklung (NESDB) hat am 19. August die Konjunkturdaten für das zweite Quartal veröffentlicht. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Wirtschaftsleistung zwar um 2,8% an, aber wenn man die beiden Quartale in diesem Jahr miteinander vergleicht, ging das Bruttoinlandsprodukt um 0,3% zurück. Die Konjunkturaussichten wurden für das zweite Halbjahr 2013 nach unten korrigiert.

Einen Tag später, am 20. August, geriet der Baht unter Druck. Zunächst fiel er von 31,20
auf 31,63 und am 21. August auf 31,82 Baht pro US-Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Juli 2012.

Thailand leidet unter einem Leistungsbilanzdefizit in Höhe von 5,1
Milliarden US Dollar. Eine dramatische Umkehr für eine Nation,die sich seit der Asienkrise 1998/1999 über ein kontinuierliches
Wirtschaftswachstum freuen konnte.

Es bleibt abzuwarten, ob die Konjunkturdaten für das zweite Quartal nur eine
Ausnahmeerscheinung waren oder obThailand im weiteren Verlauf des Jahres in ernste
wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät.

Die Antwort auf diese Frage kann erstin ein paar Monaten gegeben werden, trotzdem sind
die jetzt von der NESCBveröffentlichten Zahlen eine schlechte Nachricht für
Premierministerin Yingluck.
Ihre Regierung verliert an Beliebtheit, will aber trotzdem an einem Amnestiegesetz festhalten,von dem vermutet wird,
dass es nur dazu dient, ihren Bruder, den
Ex Premierminister Thaksin, nach Thailand zurückzuholen.

Die schlechten Konjunkturdaten machen es noch schwieriger, mit Programmen fortzufahren, die eigentlich dazu gedachtsind, die Popularität der Regierung zu steigern.

Die schwachen Exportdaten und die angespannte Haushaltslage wurden nicht zuletzt von
dem Reisprogramm der Regierung verursacht, mit dem diese Reis über dem
Weltmarktpreis ankauft. Thailand bleibt auf unverkäuflichem Reis sitzen und anstatt den Weltmarktpreis zu diktieren, sprangen Indien und Vietnam in die Bresche und sind nun Reis-Hauptexporteure. Yingluck hatte versucht, die Subventionen für Reis zu kürzen, stieß aber auf erheblichen Widerstand der Bauernlobby, sodass diese Pläne wieder aufgegeben wurden. Vize-Landwirtschaftsminister WarathepRattanakorn äußerte sich Mitte des Monats
dahingehend, dass das Reisprogramm vermutlich noch drei weitere Jahre laufen wird.

Um die Wirtschaftsaussichten zu verbessern und das Bruttoinlandsprodukt zu steigern, plant Yingluck zweiMegaprojekte. Eines ist ein gigantisches
Hochwasserpräventionsprojekt, das die Hauptstadt zukünftig vorÜberschwemmungen
schützen soll.In dem zweiten Projekt geht es hauptsächlich um den Bau von Trassen für Hochgeschwindigkeitszüge.

Die Flutpräventionsmaßnahmen stoßen auf erheblichen Widerstand bei bestimmten
Interessengruppen undUmweltschützern.
Was die Eisenbahn betrifft, braucht Thailand dringend Verbesserungen,
denn das Land verfügt nur über eine eingleisige Schmalspurbahn, die noch aus dem 19. Jahrhundert stammt.

Ob Thailand aber wirklich Hochgeschwindigkeitszüge braucht,
ist eine ganz andere Frage, denn abgesehen von Bangkok gibt es im Grunde keine Ballungsgebiete. Eigentlich würde es genügen, die jetzigen Strecken zweigleisig mitinternational geltender Spurbreite auszubauen.

Es bestehen daher erhebliche Zweifel, ob Thailand wirklich diese beiden kolossalen Projekte braucht, die sich auf Dauerwirtschaftlich kaum lohnen, zumal solche Projekte
normalerweise verteuert werden, weil Bestechungsgelder in dieTaschen von
Politikern wandern.

Jetzt, da das Bruttoinlandsprodukt und der Baht unter Druck geraten sind, werden die
Kritiken an den Projekten lauterwerden, zumal sie durchaus als populistisch bezeichnet
werden können.

Auch wenn es in den nächsten beiden Quartalen nicht unbedingt zur Rezession
kommen muss,so sind die jetzt vorliegenden Zahlen als eine Warnung für die thailändische
Regierung dahingehend zu verstehen, dass es Probleme gibt, die durch das Reisprogramm
und die Hochgeschwindigkeitszüge eigentlich nur verschlimmert werden.

 

 

 

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5 Kommentare zu Baht fällt weiter…

  1. emi_rambus sagt:

    berndgrimm: Was ist der Grund?

    Durch ueberhoehte Inlandspreise (Nahrungsmittel) ueberzuechteter Waehrungsueberschuss und Ruecklagen bei Waehrungsfond. Getragen wird alles durch die Staats- und Volksverschuldung und die Verdeckung der Umweltlasten!

  2. berndgrimm sagt:

    Leider wurde über dieses Thema hier garnicht mehr geschrieben!
    Aber langsam krieg ich ne Krise!
    Die Wirtschaft ist am Boden. Seit 2 Jahren haben wir eine Militärdiktatur
    die Thailand zerstört aber der THB Kurs ist auf 38,6 pro Euro gestiegen.

    Was ist der Grund?
    Offensichtlich will man den Kurs solange so hoch halten bis auch der letzte
    THB Milliardär sein Geld ausser Landes geschaft hat!

    Für Leute wie mich die ihr versteuertes Geld zu diesem Kurs hier
    eintauschen müssen ist Thailand so unattraktiv wie nie zuvor.

    Ausser Sex,Massagen und Thai Restaurantessen ist hier inzwischen
    Alles teurer als in zivilisierten Ländern.
    Ach Zigaretten sind auch noch billiger trotz 3 facher Erhöhung der
    “Internationalen” und Benzin natürlich.
    Trotzdem kam noch keiner im eigenen Auto aus DACH.
    aber aus China!

  3. berndgrimm sagt:

    Der derzeitige THB Kurs ist nur eine Reaktion auf die Ueberbewertung aller
    Suedostasiatischen Waehrungen.
    Daran sollten wir alle die wir Geld aus dem Euro Raum transferieren
    uns ein wenig erfreuen. Viel zu lange hatten wir Kurse unter 40THB/Euro.
    Aber der Baht ist weiterhin stabil wei die Kennzahlen noch stimmen.
    So schnell wirkt der Thaksin Faktor noch nicht.
    Ich persoenlich glaube kaum dass wir Kurse von 50 so schnell wiedersehen werden.
    Ausserdem ist der Euro derzeit sehr stark, dass wird sich aendern wegen
    der Exporte.
    Was die Eisenbahn angeht bin ich absolut der gleichen Meinung.
    Eine kostenguenstige Normaleisenbahn mit 140-160km/h Hoechstgeschwindigkeit
    braucht Thailand und keinen Idioten Shinkansen den kein arbeitender Thai
    bezahlen kann.
    Die AKWs wird Thaksin uns bestimmt aufs Auge druecken weil er sich
    eine solche Verdienstmoeglichkeit nicht entgehen laesst.
    Ausserdem ist sowas bei einer so uninformierten und uninteressierten
    Bevoelkerung fuer die der Strom aus der Steckdose kommt
    leicht durchzusetzen.
    Zudem ist ein Land wie Thailand fuer die internationale Atomindustrie
    sehr wichtig , denn hier gibt es ueberhaupt kein Problem
    mit dem Atommuell.
    Der wird hier genauso entsorgt wie jeder Muell:
    Fenster auf und Wusch!

  4. berndgrimm sagt:

    Der derzeitige THB Kurs ist nur eine Reaktion auf die Ueberbewertung aller
    Suedostasiatischen Waehrungen.
    Daran sollten wir alle die wir Geld aus dem Euro Raum transferieren
    uns ein wenig erfreuen. Viel zu lange hatten wir Kurse unter 40THB/Euro.
    Aber der Baht ist weiterhin stabil wei die Kennzahlen noch stimmen.
    So schnell wirkt der Thaksin Faktor noch nicht.
    Ich persoenlich glaube kaum dass wir Kurse von 50 so schnell wiedersehen werden.
    Ausserdem ist der Euro derzeit sehr stark, dass wird sich aendern wegen
    der Exporte.
    Was die Eisenbahn angeht bin ich absolut der gleichen Meinung.
    Eine kostenguenstige Normaleisenbahn mit 140-160km/h Hoechstgeschwindigkeit
    braucht Thailand und keinen Idioten Shinkansen den kein arbeitender Thai
    bezahlen kann.
    Die AKWs wird Thaksin uns bestimmt aufs Auge druecken weil er sich
    eine solche Verdienstmoeglichkeit nicht entgehen laesst.
    Ausserdem ist sowas bei einer so uninformierten und uninteressierten
    Bevoelkerung fuer die der Strom aus der Steckdose kommt
    leicht durchzusetzen.
    Ausserdem ist ein Land wie Thailand fuer die internationale Atomindustrie
    sehr wichtig , denn hier gibt es ueberhaupt kein Problem
    mit dem Atommuell.
    Der wird hier genauso entsorgt wie jeder Muell:
    Fenster auf und Wusch!

  5. Hanseat sagt:

    Moin an die Runde,
    das Bath fällt, für viele Farangs ist es Musik in den Ohren. Endlich hat die Regierung von Thaksins Schwester erreicht, wovon viele geträumt haben. Bestimmt können sich noch der Eine oder Andere an einen Umrechnungskurs von 1 zu 50 erinnern. Ob wir diesen Kurs in der nächsten Zeit erreichen, ist noch schwer zu sagen. Krake Paul ist nicht mehr und der Kaffeesatz ist zu ungenau.
    Nur, diese totale Geldverbrennung durch unseren „Wirtschaftsfachmann“ Thaksin beginnt zu wirken.
    Wie der Wochenblitz über das Mega-Projekt Hochgeschwindigkeitsbahn richtig vermerkt:
    Eigentlich würde es genügen, die jetzigen Strecken zweigleisig mit international geltender Spurbreite auszubauen.

    Selbst dieses Projekt würde es nicht für Ei und Apfel geben. Nur, es hätte einen Sinn.

    Von den bis zu fünf Atomkraftwerken der japanischen Fukushima Firma sollte man auch absehen.
    Da Japan sowohl auch andere Fernoststaaten eigene Energieprobleme haben, verlagern sie ihre energiereichen Produktionsstätten in das Königreich, das dann für Strom, Wasser, Abwasser und auch für die Abfallentsorgung hohe Kosten auf sich nehmen muss. Wenn wir jetzt noch davon ausgehen können, dass in diesen Firmen, die für das Ausland produzieren, aus Kostengründen und im Rahmen der Globalisierung Billigkräfte aus den Armenhäusern Laos, Kambodscha und Birma im großen Maße ihre geringen Brötchen verdienen, dann bleibt für unsere „Prathet Thai“ nicht viel nach.
    Wie gesagt, es ist natürlich einzig und allein Sache der Thais, ihre Wirtschaft gegen die Wand zu fahren. Bestimmt kann man dann wieder dem „alten Herrn“, dem Prem und auch dem Sondhi die Schuld geben, wie gehabt bei uns Dubaiers Fehlhandlungen in der Vergangenheit.

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