Drogenrazzia verlief erfolglos – wurde gewarnt?

THAILAND: Wer hat die Polizei ‚verpfiffen‘? Mit dieser peinlichen Frage setzt sich seit dem Wochenende eine Untersuchungskommission auseinander, die das klägliche Scheitern zweier großangelegter Drogenrazzias in der nördlichen Provinz Phitsanulok sowie im Raum Bangkok erklären soll.

Das ‚Office of the Narcotics Control Board‘, auf Deutsch Büro für Drogenkontrolle, musste nach den personalintensiven Einsätzen eingestehen, dass das Milieu offensichtlich bestens über die Polizeiaktion informiert gewesen war.

Am Samstag waren Soldaten, Polizeispezialeinheiten und Funktionäre mit der Presse im Schlepptau in Phitsanulok ausgerückt und nahmen gegen 1.30 Uhr morgens Vergnügungslokale und Karaoke-Bars unter die Lupe. Ihr Pech: Fast alle waren geschlossen und hatten ihre Etablissements in dieser Nacht erst gar nicht geöffnet. Die Überraschung und der Gesichtsverlust der Kontrolleure blieben den begleitenden Presse-Vertretern nicht verborgen – in der Tageszeitung Bangkok Post mussten sie tags darauf kritische Kommentare zur löchrigen Verschwiegenheitspflicht innerhalb der Polizei lesen.

Nicht besser war es einen Tag zuvor einem 400 Mann starken Sonderkommando im Großraum Bangkok ergangen. Als sie um 5 Uhr früh in den Distrikten Prawet, Suan Luang, Bang Na, Phra Khanong und Klong Toey ihre Drogenfahnder und –Hunde ins Rennen schickten, fanden sie immerhin noch geöffnete Lokale vor. Mit 13 Methamphetamin Tabletten, eineinhalb Gramm Ice und vier kleinen Päckchen Marihuana sowie Kleinstmengen von Ecstasy und Ketamin stand der Drogenfund allerdings in keinem Verhältnis zur aufgebotenen Staatsgewalt. Auch hier hatten sich offensichtlich die großen Fische vorsorglich in Sicherheit gebracht. Der Erfolg der Aktion wurde selbst von Thailands Drogenfahndern als sehr mäßig eingestuft.

Wo der oder die Singvögel innerhalb der Drogenfahndung sitzen oder ob möglicherweise auch aus eingeweihten Funktionärskreisen streng vertrauliche Informationen in falsche Ohren gelangten, das will der Nationale Rat für Frieden und Ordnung (NCPO) schnellstens klären lassen. Der Kampf gegen Drogenhandel im Königreich war als eine massiv angelegte Kampagne angekündigt worden. Nun könnte ein weiteres wichtiges Kapitel hinzukommen: Der Kampf für absolute Verschwiegenheit im Vorfeld weiterer Polizeirazzias.

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28 Kommentare zu Drogenrazzia verlief erfolglos – wurde gewarnt?

  1. Heinz sagt:

    Die Verschwiegenheit der Polizei habe ich auch auf einem anderen „Arbeitsfeld“ der Mafiosi mehrfach miterleben dürfen. Wo ich mein Domizil gemietet hatte, gibt es in der nahen grösseren Stadt – wie in jeder Stadt in Thailand – einige Karaoke-Bars – sprich Bordelle. Die auf diesem Gebiet tätigen Polizeibehörden wissen natürlich um die mafiösen Verbindungen der örtlichen Polizei mit dem Gewerbe. Deshalb schickt man in regelmässigen Abständen Polizisten aus Bangkok in diese Stadt. In der Annahme, sie sind nicht in die „Geschäftsverbindungen“ der örtlichen Polizei verstrickt. Das zeitigt auch einen besseren Erfolg. Fast alle Bordelle wurden geschlossen. Verhaftet wurde meistens nicht der Betreiber, sondern meist so eine arme Wurst, der hinter dem Tresen sass und dem vom richtigen Boss eingeredet wurde, er sei jetzt der Chef. Wie gesagt – fast alle Etablissements wurden (zumindest vorübergehend) geschlossen. Bis auf eines. Dessen richtiger Chef hat nämlich einen Bruder an massgeblicher Stelle bei der Bangkoker Polizei und wird immer vorgewarnt. Am Kontrolltag wurde das Geschäft geschlossen und die bedauernswerten Mädchen (meist aus Myanmar) auf mehrere Gästehäuser verteilt. Die Polizei von Bangkok ist verschwunden und sein Geschäft wieder geöffnet. Ohne irgendwelche Unannehmlichkeiten. Hinzu kommt noch, dass der Betreiber dieses Hauses nicht etwa irgendeine lichtscheue Gestalt ist. Er ist ein angesehener Bürger der Stadt mit irgendeinem wichtigen Amt.
    Nun könnte man berechtigterweise fragen – und was hat das alles mit Drogen zu tun? Etwas Verbindung gibt es schon. Die dort arbeitenden Mädchen werden fast immer drogenabhängig gemacht. Zuerst kriegen sie die Yaba Pillen kostenlos. Wenn sie dann „richtig funktionieren“ werden sie aus dem kostenlosen Verteiler rausgenommen. Jetzt sind sie aber auf Grund ihrer Abhängigkeit gezwungen, gut zu arbeiten um genug Geld für die Droge zu haben. Ein gewollter Kreislauf der Abhängigkeit wurde in Gang gesetzt.

    Thailand live … :)

      Heinz(Quote)  (Reply)

      (Zitat)  (Antwort)

  2. berndgrimm sagt:

    hanseat: Dann, wenn das so stimmen sollte, was du da unterstellst, war der ganze Drogenkrieg lediglich eine Show mit keiner realen Erfolgsmöglichkeit.

    So ist es.
    Ausserdem stimmt auch SchinkenstrassenRolfis Unterstellung nicht,
    die Militärs hätten im Drogenhandel grösser absahnen können
    als die Polizei.
    Wenn dies so gewesen wäre hätte Thaksin während der Yingluck
    Marionettenbühne Spielzeit seinen eifrigsten Lakaien Tharit
    vom DSI auf diese Drogenbarone hetzen können!
    Stattdessen liess er ihn zusammen mit seinem damaligen
    Selbstverteidigungsminister Abhisits Militärpapiere fälschen
    um dem wegen angeblichen widerrechtlich erschlichenen Soldes
    von ein paar Tausend THB anzuschwärzen.
    Wurde leider ein Rohrkrepierer und der damalige Selbstverteidigungsminister
    entschwand spurlos!

      (Zitat)  (Antwort)

    • Heinz sagt:

      „Wenn dies so gewesen wäre hätte Thaksin während der Yingluck
      Marionettenbühne Spielzeit seinen eifrigsten Lakaien Tharit
      vom DSI auf diese Drogenbarone hetzen können!“

      Diese Anmerkung ist – mit Verlaub – lächerlich. Keiner hat in Thailand so viel Macht und Einfluss, wie das Militär. Thaksin hat versucht, denen ans Bein zu pinkeln. Was daraus wurde weist du.
      Kannst du auch mal einen Kommentar ohne deine Goebbels Schlagwortmanier schreiben?
      „…Marionettenbühne Spielzeit seinen eifrigsten Lakaien…“
      Was soll das bitte schön? Bezeichnest andere ständig als Hassprediger. Der grösste davon bist du selbst. Wie war doch gleich deine Eröffnung in der Antwort auf meinen letzten Kommentar? Als „Thaksinjodler“ hast du mich bezeichnet. Geht es nicht in dein Hirn, dass man nicht unbedingt Thaksinanhänger sein muss, wenn man die jetzigen Herrschaften und ihre Putschfreudigkeit nicht gut findet?
      Und wenn du deiner Freude darüber Ausdruck verleihst, dass ich in einigen Punkten vielleicht mal meine Meinung revidiere –
      dazu kann ich nur sagen, ich bin im Gegensatz zu dir nicht erkenntnisresistent … :)

        (Zitat)  (Antwort)

  3. hanseat sagt:

    Rolf46 sagte am 18. August 2014 um 3:01 pm u. a.:
    „..“Mitkassieren” ist gut.. Im vom Militär abgedeckten Arbeitsbereich , Abteilung Drogen-Import, gibt es mehr grosse ( = Grossverdiener) Drogenbosse, während bei der Polizei hauptsächlich diejenigen Leute zu finden sind, welche die “Ameisenarbeit” im Vertrieb und den dazugehörigen direkten Kontakt mit Dealern und Drogenkonsumenten verrichten..“

    Moin Rolf,
    nach deinen maßgeblichen Feststellungen hatte oder hätte dein großer Meister gar keine Change gehabt, die, wie du sie benennst, Großverdiener, die ja, ebenso Originalton Rolf, hauptsächlich im Kreise des Militärs zu suchen wären, dingfest zu nehmen?

    Nur die, die Hanseat als Beifang zu benennen sich erdreistete, der Ameisenarbeit, wieder Originalton Rolf, waren im Vertrieb mit Dealern und Konsumenten befasst, so deine Feststellung.

    Großspurig hatte dein Thaksin die Bekämpfung der Drogen populistisch verkündet, obwohl, so ja deine Meinung, er genau wissen musste, dass er, wie du uns es verkündetest, die angeblichen Großverdiener im Militär gar nicht kontrollieren kann?

    Dann, wenn das so stimmen sollte, was du da unterstellst, war der ganze Drogenkrieg lediglich eine Show mit keiner realen Erfolgsmöglichkeit.

    Verzeih, das lese ich aus deinen Anmerkungen hier, ich ging bis dato fest davon aus, dass der Thaksin ein Interesse hatte, das Drogenproblem zu minimieren.

    Was Hanseat lediglich und dauernd anklagt und es auch immer wieder zutun gedenkt, dass Thaksin als MP, nachdem der Zauberlehrling den Besen nicht mehr im Griff bekam, nicht die Reißleine zog.

      (Zitat)  (Antwort)

  4. hanseat sagt:

    Rolf46 sagte am 18. August 2014 um 3:01 pm u. a.:
    „…Seine (Thaksins) Behauptung ist durchaus glaubwürdig, denn wer ständig verkündet, dass in Thailand die ..bisher nicht zu fassenden.. großen Drogen-Bosse nur in Kreisen der Polizei zu finden sind, während auf der Seite der Militärs dagegen fast nur Saubermänner zu Hause sind, ist auf einem Auge .. vermutlich planmäßig.. blind…“

    Moin Rolf,
    meines Wissens hat dein Erfinder des Drogenkrieges keine Mafiabosse, egal von welcher Seite, den Garaus gemacht.
    Auf der Strecke geblieben waren lediglich kleine Dealer, die aber mit dem Im- und Export im großen Stil nichts zutun hatten.
    Als Nebenprodukt, im Norden sagt man dazu „Beifang“, wurden unbequeme Querulanten von den Mächtigen in Polizeiuniform aus dem Verkehr gezogen, also in die Tonne getreten.

    Was dein Friedensnobelpreisanwärter von sich gegeben hatte, um sich wichtig zu machen, solltest du nach all den Getöteten (geschätzte 2.500 bis 3.000 an der Zahl!) einmal kritisch überdenken!

      (Zitat)  (Antwort)

  5. Somrak sagt:

    berndgrimm,
    „Ich weiss nicht wie weit Prayuth da wirklich durchblickt!
    Das frage ich mich auch.
    Somrak,

    Diese Aktionen sind doch ein grosser Witz. Was will man erreichen, indem
    man Konsumenten nachrennt?
    Das „Problem“ kann nur geloest werden, indem man ueberzogene Drogen-
    gesetze anpasst und Konsumenten nicht mehr polizeilich verfolgen laesst!

      (Zitat)  (Antwort)

    • STIN STIN sagt:

      dieses Übel kann man nur an der Wurzel packen, nicht beim Konsumenten. Also die Drogenlabors plattmachen. Im Alleingang oder mit Burma zusammen.

        (Zitat)  (Antwort)

    • Heinz sagt:

      Konsumenten verhaften kann auch ganz einträglich sein. Ist aber im Vergleich zu den Grossdealern natürlich lächerlich.
      Läuft ungefähr so ab: Dass einer ein Konsument ist, ist in seinem Umfeld oft kein Geheimnis. Ein \’Freund\‘ der Geld braucht spricht sich mit der Polizei ab.
      Diese kommt und er muss zwecks Drogentest ins Röhrchen pinkeln. Ergebnis: positiv auf Drogen getestet. Jetzt bietet die Polozei an, ihn gegen eine Barzahlung von ca. 20.000 bis 30.000 Baht laufen zu lassen – oder Knast.
      Der Konsument setzt alle Hebel in Bewegung um das Geld aufzutreiben. Er zahlt um nicht im Gefängnis zu landen. Ist der Informant selbst nicht abhängig, wird der Gewinn geteilt. Hat er selber keine weise Weste, bekommt er nichts. Ausser dass die Poizei bei ihm ein Auge zudrückt.
      Muss so nicht die Regel sein. Aber so ist es geschehen …

        (Zitat)  (Antwort)

      • STIN STIN sagt:

        eine Bekannte im Dorf ist Dealerin, zusammen mit ihrem Freund. Die hat uns das mal erklärt, nachdem die beiden mit 30.000 Tabletten erwischt wurden und 2 oder 3 Tage später wieder zuhause waren und hurtig ihre Sachen packten. Sie hat der Polizei nichts zahlen müssen, aber sie hat ihre Dealer-Kollegen alle verraten zusammen mit ihrem Lieferanten, einem sehr grossen Dealer. So geht es auch – die erwischen dann den Grossdealer und kassieren dort dann
        gewaltig ab, das geht dann in die Millionen.

          (Zitat)  (Antwort)

  6. berndgrimm sagt:

    STIN:
    das ist klar, das die Polizei der Armee in dieser Sache keinen Erfolg gönnt. Wäre ich Prayuth, würde ich diese Razzien ohne Polizei machen. Die Armee hat selbst auch Drogeneinheiten, – die können das alleine auch. Es wird Zeit, das die gesamte Polizeiführung mal auseinander genommen wird. Ältere würde ich in Rente schicken und danach alles umbesetzen – tw. wurde das ja schon erledigt. Ich würde nun auch die unteren Führungsoffiziere versetzen – Gelb in den Isaan, Rot in den Süden – vermischt natürlich

    Richtig.
    Die Polizei hat bei jeder „organisierten“ Kriminalität hier die Hände mit drin.
    Prayuth hat leider nur die Führung ausgetauscht.
    Dies ist zwar schon besser als bei Abhisit, der nur den Polizeichef austauschte
    weil er zu schwach war um Thaksins Mafianetzwerk in der Polizei wirkungsvoll
    bekämpfen zu können.
    Die Polizei ist Dreh- und Angelpunkt dafür Thaksins Netzwerk hier wirklich
    zu zerstören.
    Ich weiss nicht wie weit Prayuth da wirklich durchblickt!
    Die Leute sind wie alle Thai sehr flexibel.
    Wenn Prayuth darauf hereinfällt hat er verloren.
    Natürlich gibt es auch Militärs die beim Drogenhandel mitkassieren,
    aber nur beim Import.
    Der gesamte Drogenhandel im Lande wird ausschliesslich durch
    durch die „Polizei“ kontrolliert.

      (Zitat)  (Antwort)

    • Rolf46 sagt:

      berndgrimm: Natürlich gibt es auch Militärs die beim Drogenhandel mitkassieren,
      aber nur beim Import.
      Der gesamte Drogenhandel im Lande wird ausschliesslich durch
      durch die “Polizei” kontrolliert.

      „Mitkassieren“ ist gut.. ;-) Im vom Militär abgedeckten Arbeitsbereich , Abteilung Drogen-Import, gibt es mehr grosse ( = Grossverdiener) Drogenbosse, während bei der Polizei hauptsächlich diejenigen Leute zu finden sind, welche die „Ameisenarbeit“ im Vertrieb und den dazugehörigen direkten Kontakt mit Dealern und Drogenkonsumenten verrichten.

      Thaksin selbst hat ..rückblickend.. schon mal berichtet, dass er auch sich bei hochrangigen Militärs erbitterte Feinde gemacht hatte, weil sein „Krieg gegen die Drogen“ die Geschäfte dieser Leute gestört hat.

      Seine Behauptung ist durchaus glaubwürdig, denn wer ständig verkündet, dass in Thailand die ..bisher nicht zu fassenden.. großen Drogen-Bosse nur in Kreisen der Polizei zu finden sind, während auf der Seite der Militärs dagegen fast nur Saubermänner zu Hause sind, ist auf einem Auge .. vermutlich planmäßig.. blind.

        (Zitat)  (Antwort)

      • Heinz sagt:

        „…während auf der Seite der Militärs dagegen fast nur Saubermänner zu Hause sind, ist auf einem Auge .. vermutlich planmäßig.. blind.“

        Da hast du Recht. Einige der hier schreibenden Herren haben sich die Verehrung und die weisse Weste von Militärs zur Lebensaufgabe gemacht. Mach mir meinen General nicht madig … :)

          (Zitat)  (Antwort)

        • STIN STIN sagt:

          ich denke, das siehst du falsch. Ein Coup ist immer negativ. Ein Bürgerkrieg jedoch noch negativer. Prayuth ist kein Politiker und wird noch in viele
          Fettnäpchen treten bzw. wird das, was er plant – sicher nicht schaffen. Ich gehe mal davon aus, das die Mehrheit der Thais (hier ist wohl so) sehr viel Wert auf Sicherheit legt. Niemand will Anschläge auf Kinder, die beim BIG-C mit den Eltern einkaufen oder sich in einer Garküche befinden.

          Solange Prayuth es schafft, die Sicherheit aufrecht zu erhalten, wird das Volk hinter ihm stehen. Daher gibt er auch das Kriegsrecht nicht so leicht auf. Wenn er es aufgeben sollte und dann wieder zu Massenprotesten aufgehetzt wird – dürfte dies sein Ende sein, wenn es dann wieder mit Anschlägen losgehen sollte. Passt also schon so – ich habe keinen Bock, wenn mir Granaten um die Ohren fliegen, sowie einer Frau hier, die nachts auf dem Nachhause-Weg von der Arbeit, auf einer Tankstelle von einer Granate getroffen und schwer verletzt wurde.

          Sieh es einfach als kleineres Übel an. Wer will den schon den Süden oder Isaan wieder in BKK demonstrieren sehen – ich denke, niemand.

            (Zitat)  (Antwort)

    • Heinz sagt:

      Dass die Polizei in Th. überall ihre Finger im Spiel hat, zeigen mir schon die Häueser, die diese oft bauen. Von ihrem lächerlichen Gehalt könnten die sich niemals solche Villen leisten. Das gab es aber schon vor Thaksin. Alles einem einzigen Mann ans Bein zu binden ist mir zu einfach und zu kurz gedacht.
      Und wenn im Fernsehen wieder mal ein Grossfang präsentiert wird, ist dieser sicher nicht auf gute Polizeiarbeit zurück zu führen. Da denunzieren sich die Drogenbosse gegenseitig, um den Markt nicht teilen zu müssen. Meine Vermutung…

        (Zitat)  (Antwort)

      • STIN STIN sagt:

        das ist richtig, die Polizei gilt wohl als eine der korruptesten weltweit. Auch schon vor Thaksin….
        Aber wenn ein PM dann zeigt, wie man noch korrupter werden kann, ist das halt auch kein gutes Vorbild. So nach dem alten Sprichtwort: wie der Herr, so das Gescherr.

        Ich denke nicht, das Prayuth es so einfach schaffen wird, bei der Polizei aufzuräumen. Die würden dann noch mehr gegen ihn arbeiten, als sie es jetzt schon tun.

          (Zitat)  (Antwort)

        • Heinz sagt:

          Politiker und Vorbild – zeig mir mal einen – egal aus welcher Nation. Oder aus der Geschichte. Die paar die es VIELLEICHT gab oder gibt haben alle um ihr Leben zu fürchten b.z.w. wurden frühzeitig aus selbigem befördert.

          Und wenn ein PM mit einem sogenannten, von allerhöchster Stelle abgesegneten, „Drogenkrieg“ die Kreise der Bosse in Armee und Polizei stört, sieht man ja was aus dem wird. Auch am Beispiel Thaksin.
          Schon mal so rum drüber nachgedacht?

            (Zitat)  (Antwort)

          • STIN STIN sagt:

            das Thema haben wir ja schon x-mal durchgekaut. Es gibt keine Zustimmung von oberster Stelle, Unschuldige, Kinder, Frauen usw. zu erschiessen. Es gibt aber eine Zustimmung von oberster Stelle, gegen den Drogenkrieg vorzugehen, auch wenn dabei Drogendealer eliminiert werden müssten. Dazu meinte der Oberste – das ein toter Drogendealer dann keine Drogen mehr ausliefern kann und dadurch bis zu 20.000 Thais gerettet werden könnten.
            Nur, das ging halt daneben und ich vergleiche das bald mit der Mordermittlung auf Koh Tao. Die Kamnans wurde seinerzeit durch Thaksin unter Druck gesetzt:
            arbeitet die Liste ab, sonst könnt ihr euren Hut nehmen. Daraufhin wurde einfach drauf los geballert.

            Der König forderte daraufhin von Thaksin lückenlose Aufklärung über die Erschiessungen Unschuldiger, Thaksin hat darauf nie reagiert.

            Ihr vergesst leider manchmal sehr schnell – ein Drogenkrieg war geplant – aber es wurde ein Massaker an Unschuldigen. Lt. AI sogar die Mehrheit, das wären dann ca 2000 tote Unschuldige. Kinder auch….
            Aber auch bei den anderen wäre der IStGH nicht glücklich darüber. Es ist auch gegen internationales Recht, wenn man Jugendliche, die ev. Drogen hatten, am nächsten Baum aufhängt, wie es ihm Isaan passierte. Die Polizisten sind zwar angeklagt, soviel ich weiss – aber noch auf freien Fuss.

              (Zitat)  (Antwort)

        • Heinz sagt:

          Und was deinen General Saubermann angeht – hat der bisher auf einer einsamen Insel gelebt? Glaubst du im Ernst der hat eine weisse Weste? Seine Vorsätze mögen zwar edel erscheinen, aber wenn er diese hätte untermauern wollen, hätte er sich z.B. gegen die Nominierung seines eigenen Bruders in irgendein Amt stellen können. Nur, um auch nicht den kleinsten Anschein eines Verdachtes auf Familienclan aufkommen zu lassen.
          Zumal der anscheinend nicht mal richtig rechnen kann … :)
          Und was ausserdem der ehemaligen PM Yingluck zum Vorwurf gemacht wurde. Sie soll mal einen Verwandten anstelle eines Amtierenden eingesetzt haben. Das brachte ihr den Vorwurf der Korruption und Vetternwirtschaft ein. Das ist natürlich jetzt alles anders :) Jetzt gibt es keine Korruptionsvorwürfe :)
          Also hebt diesen Herrn nicht immer in den Himmel. Der hat bisher – und tut es immer noch – auch nur mit Wasser gekocht und nicht auf einem fernen Planeten gelebt.

            Heinz(Quote)  (Reply)

            (Zitat)  (Antwort)

          • STIN STIN sagt:

            wenn man in TH nur Politiker mit weisser Weste zulassen würde – das wäre super: dann kämen eigentlich nur Chuan Leekpai, Abhisit und Korn in Frage.
            Alle andere haben Westen von grau bis schwarz. :-)

            Seine Vorsätze mögen zwar edel erscheinen, aber wenn er diese hätte untermauern wollen, hätte er sich z.B. gegen die Nominierung seines eigenen Bruders in irgendein Amt stellen können.

            richtig, wäre eigentlich der korrekte Weg gewesen. Soweit ich informiert bin, traut Prayuth keinem – leicht möglich, das man nun versuchen wird, seinen Ast abzusegen – da ist der Bruder, der noch aktiv ist, natürlich von Vorteil. Also korrekt ist es nicht, aber nachvollziehbar.

            Und was ausserdem der ehemaligen PM Yingluck zum Vorwurf gemacht wurde. Sie soll mal einen Verwandten anstelle eines Amtierenden eingesetzt haben. Das brachte ihr den Vorwurf der Korruption und Vetternwirtschaft ein. Das ist natürlich jetzt alles anders :) Jetzt gibt es keine Korruptionsvorwürfe :)

            beim Militär gibt es sicher Korruption. Nur was würdest du den vorschlagen, wenn in TH fast alle korrupt sein sollen – wer soll dann regieren.
            Du meinst also, wenn das Volk korrupte Politiker wählt, so ist das ok, nur korrupte eingesetzte Politiker soll es nicht geben. Nein, sehe ich nicht so.
            Dann muss ich damit leben, das halt innerhalb des Militärs Korruption nicht so schnell ausgelöscht wird, weil keine Krähe hackt der anderen ein Auge aus. Dann soll er sich aber ausserhalb des Militärs bemühen, Korruption einzudämmen – das wäre schon ein grosser Erfolg. Chuan hat das so ähnlich gemacht, mit grossen Erfolg. Er wusste, in seinen Reihen kann er Korruption nicht auslöschen, also hat er bei den Ministerien angefangen. Das Handelsministerium hat er so gut wie korruptionsfrei geschafft.

            Also hebt diesen Herrn nicht immer in den Himmel. Der hat bisher – und tut es immer noch – auch nur mit Wasser gekocht und nicht auf einem fernen Planeten gelebt.

            macht doch keiner – das interpretiert ihr noch so rein. Momentan ist es die einzige Alternative. Hättest du lieber einen jahrelangen Bürgerkrieg. Süden mit Militär gegen Norden mit bewaffneten militanten Rothemden. Hier begannen sich die Rothemden schon darauf vorzubereiten. Egon meinte ja mal, in jeder Hütte würden schon Waffen gebaut werden.

              (Zitat)  (Antwort)

  7. Rolf46 sagt:

    Der Kampf gegen Drogenhandel im Königreich war als eine massiv angelegte Kampagne angekündigt worden. Nun könnte ein weiteres wichtiges Kapitel hinzukommen: Der Kampf für absolute Verschwiegenheit im Vorfeld weiterer Polizeirazzias.

    Später greifen die „Verschwiegenen“ vielleicht noch zu Thaksins alten Rezepten, wenn sie beim (selektiven.. :evil: ) Aufräumen in der Drogenszene „nachhaltige“ :roll: Erfolge erzielen wollen..

    Unter Dauerkriegsrecht und Zensur werden dann auch keine Leichenzählungen und Hochrechnungen der Zahl getöteter, unschuldiger Drogendealer mehr erlaubt.

      Rolf46(Quote)  (Reply)

      (Zitat)  (Antwort)

    • STIN STIN sagt:

      ich denke aber auch, das die Armee aus dem Drogenkrieg 2003/2004 gelernt hat. Wegen 3 Monate weniger Drogen – weltweit negative Schlagzeilen zu machen, das dürfte Prayuth nicht nochmals wiederholen.
      Da wäre es sinnvoller – wenn sie die Burmesen dazu bringen würden, gemeinsam die Drogenlabors an der burmesischen Grenze zu zerstören. Thailand dürfte sicherlich genug Druckmittel haben, das durchzusetzen. Sonst schickt man halt 2 Millionen Burmesen nachhause :-)

        (Zitat)  (Antwort)

      • Heinz sagt:

        2 Mio nach Hause schicken – das kann sich Thailand nicht erlauben.
        Wer macht dann in Thailand die Drecksarbeit? Dann müssten die Thais ja selber wieder zupacken. :)

          (Zitat)  (Antwort)

  8. STIN STIN sagt:

    das ist klar, das die Polizei der Armee in dieser Sache keinen Erfolg gönnt. Wäre ich Prayuth, würde ich diese Razzien ohne Polizei machen. Die Armee hat selbst auch Drogeneinheiten, – die können das alleine auch. Es wird Zeit, das die gesamte Polizeiführung mal auseinander genommen wird. Ältere würde ich in Rente schicken und danach alles umbesetzen – tw. wurde das ja schon erledigt. Ich würde nun auch die unteren Führungsoffiziere versetzen – Gelb in den Isaan, Rot in den Süden – vermischt natürlich :-)

      (Zitat)  (Antwort)

    • egon weiss sagt:

      stin
      glaubst du wirklich die armee sei weniger in den drogenhandel verwickelt als die polizei?

        (Zitat)  (Antwort)

      • STIN STIN sagt:

        wird es sicher geben. Nur scheint die Armee nicht so korrupt zu sein wie die Polizei. Das erklärte auch ein Firmeneigentümer, als die Arbeiter ihn um Hilfe baten.
        Er meinte, er könne bei der Polizei leicht helfen, bei der Armee wäre das nicht möglich. Auch hier bei den Checkpoints – keine Chance zum Handeln, wenn der Militärpolizist dabei steht. Aber es freut mich, das die Armee auch eigene Offiziere verhaftet, kommt bei der Polizei eher selten vor. Die arbeiten im Rudel.
        Gerade wieder ein Armeeoffizier verhaftet worden, der wohl Waffen aus der Asservatenkammer des Gerichts geklaut hat. Den 2. suchen sie noch.

        Nachtrag: soeben haben sie einen Polizeioffizier in Chaibaidan verhaftet, mit 800.000 Yabas.

          (Zitat)  (Antwort)

      • Rolf46 sagt:

        egon weiss: ..glaubst du wirklich die armee sei weniger in den drogenhandel verwickelt als die polizei?

        Also wenn du mich fragen würdest…
        Es kommt darauf an, ob nach der Zahl der beteiligten Personen gefragt wird oder nach den jeweiligen Geschäfts- und Gewinnanteilen.
        Den zahlenmäßige Anteil großer Bosse , die vom Drogenhandel profitieren, würde ich zu 50 % Militär und 50 % Polizei schätzen, während die meisten „geringfügig Beschäftigten“ wahrscheinlich bei der Polizei zu lokalisieren sind. Die arbeiten bei der Beschaffung und Verteilung der Drogen mit, kontrollieren die Dealer in ihren Bezirken und kassieren diese „Geduldeten“ ab .

          Rolf46(Quote)  (Reply)

          (Zitat)  (Antwort)

        • STIN STIN sagt:

          ich denke, das Armeeangehörige eher im Grenzbereich zu Burma korrupt sind – man hört hier sehr oft, das die gegen grössere Summen, weggucken – wenn eine Lieferung von Burma Richtung Thailand geht. Im Süden, Bangkok usw. eher weniger. Da sind wesentlich mehr Polizisten, die dann Drogendealer laufen lassen, wenn sie genug abkassiert haben.

            (Zitat)  (Antwort)

        • Heinz sagt:

          Jetzt kann man auch die angehäuften Gelder einiger Generäle bei der Vermögensoffenlegung besser einordnen.
          Und ausgerechnet die sollen Thailand auf einen neuen Weg bringen… Wie war das doch gleich mit dem Bock und dem Gärtner?

            (Zitat)  (Antwort)

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