Thailands flüchtiger ehemaliger stellvertretender Innenminister Vatana Asavahame, der vor 16 Jahren nach Kambodscha floh, wo er wegen Korruption eine zehnjährige Haftstrafe verbüßte, ist nach Ablauf der 15-jährigen Verjährungsfrist für den Fall still und leise nach Thailand zurückgekehrt.
Es ist nicht bekannt, wann der erfahrene ehemalige Politiker tatsächlich nach Thailand zurückgekehrt ist, aber seinen ersten öffentlichen Auftritt hatte er am Samstag, als er an einer religiösen Zeremonie zur Segnung des neuen Hauses von Sunthorn Pansaengthong, dem ehemaligen stellvertretenden Landwirtschaftsminister, teilnahm.
Während der Zeremonie erklärte Vatana gegenüber den Medien, dass die „Asavahames“ in Thailand noch immer eine Politikerfamilie seien und nicht aus dem Land verschwunden seien.
Anschließend sprach er sich für Sunthorn bei den Bürgermeisterwahlen der Provincial Administrative Organisation in Samut Prakan Ende dieses Jahres aus.
Das Abwasseraufbereitungsprojekt Klong Dan wird Thailands „Mutter der Korruption“ genannt und hat den Steuerzahler rund 23 Milliarden Baht gekostet. Die Anlage, die zu 90 % fertiggestellt ist, wurde noch nie genutzt.
Das Projekt wurde 1995 während der von den Demokraten geführten Regierung genehmigt und von der Umweltschutzbehörde umgesetzt.
Es war von massiver Korruption geprägt, die zu einer Standortänderung des Projekts und einer Verlegung des Pipeline-Netzwerks von oberirdisch nach unterirdisch führte. Die Baukosten, die ursprünglich auf etwa 13,6 Milliarden Baht geschätzt wurden, stiegen auf 23 Milliarden.
Das Projekt sollte in den Bezirk Bang Bo in Samut Prakan verlegt werden. Dort sollte ein 304 Hektar großes Grundstück belegt werden, das von Scheinfirmen günstig von Dorfbewohnern gekauft und an die mit Vatana verbundene Palm Beach Development Company verkauft worden war. Anschließend wurde es an ein anderes Unternehmen, Klong Dan Marine and Fishery, weiterverkauft, bevor es schließlich beim Pollution Control Department landete, das etwa eine Million Baht pro 0,16 Hektar zahlte und den an den Grundstücksgeschäften Beteiligten einen satten Profit einbrachte.
An dem Projekt waren Vatana, der damalige Wissenschaftsminister Suwat Liptapallop und der damalige Minister für natürliche Ressourcen und Umwelt Yingphan Manasikarn beteiligt. Yingphan ist bereits verstorben.
Vatana wurde von der Strafkammer für Polizeibeamte des Obersten Gerichtshofs in Abwesenheit zu einer Gefängnisstrafe ohne Bewährung von zehn Jahren verurteilt. Suwat wurde von der Nationalen Antikorruptionskommission von der Beteiligung an der Korruption freigesprochen.
STIN // AI