Bangkok, 6. Mai 2025 – Premierministerin Paetongtarn Shinawatra erklärte am Dienstag, sie habe bisher keine neuen Informationen zur medizinischen Behandlung ihres Vaters, des ehemaligen Premierministers Thaksin Shinawatra, im Police General Hospital erhalten. Die Untersuchungen des thailändischen Ärzterats laufen weiter.
In einem früheren Interview hatte Paetongtarn betont, der Medical Council of Thailand werde alle notwendigen Informationen einholen, um den Fall zu bewerten. Sie unterstrich, dass sich ihr Vater während des gesamten Aufenthalts tatsächlich in ärztlicher Behandlung befunden habe. „Er wurde während dieser Zeit sogar operiert“, sagte sie.
Am 13. Juni soll sie vor dem Obersten Gerichtshof für politische Ämter zur Behandlung ihres Vaters befragt werden. Thaksin selbst wird dem Verfahren fernbleiben, jedoch eine schriftliche Stellungnahme einreichen, so sein Anwalt.
Die gerichtliche Untersuchung zielt darauf ab, zu klären, ob Thaksins Haftstrafe korrekt vollstreckt wurde. Ein vorheriger Antrag auf Untersuchung wurde abgelehnt, da der Antragsteller, ein Ex-Abgeordneter, nicht direkt betroffen sei.
Paetongtarn wies Spekulationen zurück, wonach es sich bei dem Verfahren um ein politisches Manöver gegen die Regierung handle. „Er ist 75 Jahre alt und braucht länger zur Genesung. Aber wir als Familie sind stark – wir haben schon viel durchgestanden“, sagte sie.
Gesundheitsminister Somsak Thepsutin sieht sich derweil mit Vorwürfen konfrontiert, er habe als Sondervorsitzender des Ärzterats Einfluss auf die Untersuchungen genommen. Der Rat will am Donnerstag einen Bericht vorlegen.
Die Thai Pakdee Party warf Somsak in einem Facebook-Post vor, versucht zu haben, die Ethikuntersuchung der behandelnden Ärzte zu blockieren. Somsak widersprach: „Ich kann 72 Ratsmitglieder nicht beeinflussen.“
Jatuporn Prompan von der People’s Unity Group erklärte, zwei Ärzte des Polizeikrankenhauses könnten ihre Lizenz verlieren. Gegen fünf weitere Mediziner laufen ebenfalls Ermittlungen.
Thaksin war im August 2023 zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Eine königliche Begnadigung reduzierte die Strafe auf ein Jahr. Er verbrachte jedoch keine Nacht im Gefängnis und wurde nach sechs Monaten im Krankenhaus auf Bewährung entlassen. Laut Strafvollzugsbehörde bestand Gesundheitsgefahr bei regulärem Strafvollzug. Die Kosten für den Krankenhausaufenthalt, inklusive eines 8.500-Baht-VIP-Zimmers pro Nacht, habe Thaksin selbst getragen.
STIN // AI