Bangkok, 19. Mai 2025 – Der Druck auf Thailands Senat wächst: Heute traten der stellvertretende Senatssprecher Kriangkrai Srirak sowie mehrere weitere Senatoren vor die Wahlkommission (EC), um Vorwürfe der Wahlabsprache bei der umstrittenen Senatswahl 2024 teilweise einzuräumen.

Senator Niphon Akwanich zeigte sich gegenüber der Presse kooperativ. Er habe, so erklärte er, eine umfangreiche Akte mit entlastenden Dokumenten eingereicht, um seine Position zu stützen. Andere Senatoren wiederum ließen ihre Anwälte erscheinen, die die Anerkennung der Vorwürfe formell übernahmen.

Die Wahlkommission hatte in einer ersten Runde 55 Senatoren vorgeladen. Doch das Ausmaß der mutmaßlichen Manipulation ist weitaus größer: Laut Angaben der EC steht mittlerweile mehr als die Hälfte der insgesamt 200 Senatoren unter Verdacht.

EC-Generalsekretär Sawaeng Boonmee kündigte an, dass der eigens eingesetzte Untersuchungsausschuss unter der Leitung von Chanin Noilek – ebenfalls stellvertretender Generalsekretär – seine Ermittlungen bis spätestens 9. Juli abschließen werde. Unterstützung erhält der Ausschuss von der Abteilung für Sonderermittlungen (DSI).

Im Fokus der Untersuchung steht die letzte Phase der Senatswahl, bei der nur noch Kandidaten mit Erfolgen auf Bezirks- und Provinzebene beteiligt waren. Die finale Abstimmung erfolgte intern – allein unter den Kandidaten selbst, ohne öffentliche Beteiligung. Just in dieser Phase sollen Absprachen und gegenseitige Wahlempfehlungen erfolgt sein.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen nicht nur Disziplinarmaßnahmen, sondern auch ein erheblicher Vertrauensverlust gegenüber dem gesamten politischen System.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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