Phuket – Es ist ein Urteil, das für Aufsehen sorgt: Der Schweizer Unternehmer Urs „David“ F., Betreiber eines Elefantenparks auf Phuket, wurde vom Berufungsgericht zu einem Monat Haft ohne Bewährung verurteilt. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass F. im Februar 2024 die thailändische Ärztin Dr. Tanradao „Pai“ Jandam körperlich attackiert und beleidigt hatte. Laut Zeugenaussagen soll er sie in einer Luxusvilla in Yamu Beach gegen den Rücken getreten haben, als sie auf einer Treppe saß.
Vom Freispruch zur Haftstrafe – ein langer Weg zur Gerechtigkeit
Ursprünglich hatte das Provinzgericht in Phuket F. freigesprochen. Doch Dr. Pai ließ sich nicht entmutigen. Unterstützt von ihrem Anwalt Nipit Intrasombat, der den Fall aus Überzeugung und ohne Honorar weiterverfolgte, ging sie in Berufung. Mit Erfolg: Das Berufungsgericht erkannte die Tat nach § 391 des thailändischen Strafgesetzbuches als erwiesen an. Das Urteil: schuldig – und ein Monat Gefängnis.
Ein Urteil ohne Wirkung?
Doch während das Gericht das Recht auf seiner Seite sieht, fehlt vom Verurteilten jede Spur. Wie jetzt bekannt wurde, hat F. Thailand offenbar bereits verlassen – trotz eines bestehenden Haftbefehls. Ob und wann er seine Strafe absitzen wird, ist derzeit unklar. Die Flucht wirft Fragen auf: Wie durchsetzungsfähig ist das thailändische Justizsystem gegenüber wohlhabenden Ausländern?
Dr. Pai: „Ich habe nie aufgegeben“
Für Dr. Pai ist das Urteil ein bedeutender persönlicher Sieg: „Ich wollte zeigen, dass man sich auch als thailändische Frau gegen Ungerechtigkeit wehren kann.“ Ihr Anwalt betont, es gehe nicht um Vergeltung, sondern um Gerechtigkeit und den Rechtsstaat. Der Fall hat in Thailand eine Debatte entfacht: Wie gleich sind Reiche und Einflussreiche wirklich vor dem Gesetz?
Redaktion STIN // CTN-Media