Bangkok – Der thailändische Gesetzentwurf zur Legalisierung und Regulierung von Casino-Unterhaltungskomplexen wird im Juli mit höchster Priorität ins Parlament eingebracht. Das erklärte Vizefinanzminister Julapun Amornvivat gegenüber der Presse. Ziel sei es, Thailand als attraktiven Standort für integrierte Resorts mit Kasinos, Freizeitangeboten und touristischer Infrastruktur zu positionieren.
Bereits jetzt zeigen Branchengrößen wie Wynn Resorts und MGM Resorts starkes Interesse an Investitionen im Königreich. In persönlichen Gesprächen mit Julapun hätten beide Konzerne ihre Absicht bekundet, in den thailändischen Markt einzutreten. Der Minister sieht darin ein deutliches Zeichen für das wachsende Vertrauen in die wirtschaftliche Stabilität und das touristische Potenzial des Landes. Auch weitere globale Player sollen laut Julapun bereits ihr Interesse signalisiert haben.
„Weltweit gibt es nur eine Handvoll führender Casino- und Resortbetreiber – und sie alle blicken derzeit auf Thailand“, sagte Julapun. Besonders Bangkok eigne sich mit seiner vorhandenen Infrastruktur für gleich mehrere Großprojekte. Die geplanten Investitionen pro Standort könnten sich auf 200 bis 300 Milliarden Baht belaufen – mehr als doppelt so viel wie ursprünglich erwartet.
Geplant seien insgesamt drei bis fünf Komplexe, die maximale Anzahl solle jedoch sieben nicht überschreiten. Für den Standortvorteil Thailands nennt der Minister neben der Verkehrsanbindung vor allem den florierenden Tourismus: „Mit knapp 40 Millionen internationalen Besuchern pro Jahr und einzigartigen Naturattraktionen ist Thailand ein ideales Ziel für diese Art von Entwicklung.“
Parallel zu den Gesprächen mit Casino-Betreibern will Julapun auch andere Akteure der Unterhaltungsbranche an Bord holen – darunter Entwickler von Themenparks, Veranstalter internationaler Sportevents sowie Anbieter immersiver Erlebnisse mit Virtual Reality und Augmented Reality.
Kritik, wonach solche Anlagen Risiken wie Geldwäsche oder Spielsucht bergen, begegnet die Regierung mit einem umfassenden Kontrollkonzept. Julapun betont: „Das Sicherheits- und Überwachungssystem in den Resorts wird strenger sein als in vielen Bankinstituten. Besucher müssen sich registrieren, der gesamte Casinobereich wird lückenlos per Kamera überwacht.“
Zudem seien Mechanismen geplant, um Spielsucht frühzeitig zu erkennen und zu behandeln – unter Einbindung von Angehörigen und spezialisierten Interventionsprogrammen.
Ein diskutierter Vorschlag sieht vor, dass thailändische Bürger mindestens 50 Millionen Baht auf dem Bankkonto vorweisen müssen, um Zutritt zu erhalten. Julapun räumt ein, dass dies beruhigend wirken könne, jedoch allein nicht ausreiche, um illegales Glücksspiel wirkungsvoll zu bekämpfen.
Mit dem Vorstoß positioniert sich Thailand in einem wachsenden Marktsegment, das auf kontrolliertes Wachstum, internationale Standards und nachhaltige Tourismusentwicklung setzt. Ob das Parlament im Juli grünes Licht gibt, bleibt mit Spannung abzuwarten.
STIN // AI