London/Bangkok – Thailands Premierministerin Paetongtarn Shinawatra hat bei einem Besuch in der britischen Hauptstadt diese Woche eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Thailand und dem Vereinigten Königreich gefordert. Ziel sei es, Handelsbeziehungen zu vertiefen, Investitionschancen auszuweiten und thailändischen Fachkräften bessere Beschäftigungsmöglichkeiten in Großbritannien zu eröffnen.

Im Zentrum der Gespräche mit britischen Wirtschaftsvertretern am Donnerstag, dem 22. Mai, standen vor allem Themen wie der Ausbau des Handels mit Agrar- und Lebensmittelerzeugnissen sowie Lifestyle-Produkten. Ein Freihandelsabkommen (FTA) zwischen beiden Ländern war dabei ein zentraler Punkt. Dieses solle nicht nur neue Marktchancen eröffnen, sondern auch bestehende Handelsbarrieren – etwa für thailändisches verarbeitetes Hühnerfleisch – abbauen.

Zudem wurde das zunehmende Interesse an thailändischen Fachkräften wie Köchinnen und traditionellen Massagetherapeutinnen hervorgehoben, da der Bedarf in Großbritannien wächst. Auch Investitionsmöglichkeiten thailändischer Unternehmen im Vereinigten Königreich wurden ausgelotet.

An dem Treffen nahmen Vertreter namhafter Unternehmen wie Selfridges, CP Intertrade, Boon Rawd Brewery (Singha), Chang Beer, Thai Tana, ASCO, Manning Impex, Patara Restaurants und die Bangkok Bank teil. Premierministerin Paetongtarn rief thailändische Behörden dazu auf, enger mit britischen Partnern zusammenzuarbeiten, um die wirtschaftlichen Beziehungen langfristig zu stärken und den Weg für ein künftiges FTA mit Großbritannien und weiteren EU-Staaten zu ebnen.

Das thailändische Handelsministerium unterstrich die Bedeutung Großbritanniens als Handelspartner: Im vergangenen Jahr rangierte das Vereinigte Königreich an vierter Stelle der europäischen Handelspartner Thailands. Das bilaterale Handelsvolumen betrug rund 6,66 Milliarden US-Dollar. Zu den Top-Exportgütern zählten neben Geflügelprodukten auch Maschinen, Schmuck, Motorräder sowie Autoteile.

Ein besonderer Akzent des Besuchs lag auf dem kulturellen Austausch: Premierministerin Paetongtarn zeichnete 20 thailändische Restaurants in Großbritannien mit dem Qualitätssiegel „Thai SELECT“ aus – eine Initiative des Handelsministeriums zur Förderung authentischer thailändischer Küche im Ausland. Bei einer kulinarischen Vorführung wurde zudem der traditionelle Snack Miang Kham präsentiert.

Der Besuch blieb nicht ohne politische Begleitmusik. Kritiker stellten die Zweckmäßigkeit der Reise infrage. Der ehemalige Senator Somchai Swangkarn äußerte Zweifel, ob es sich tatsächlich um eine offizielle Mission handle. Regierungssprecher betonten jedoch, dass die Reise klar dem Staatsinteresse diene. Der stellvertretende Premierminister und Verteidigungsminister Phumtham Wechayachai verwies darauf, dass nicht alle Gespräche öffentlich gemacht werden könnten – teils aus Gründen der Vertraulichkeit.

„Wir können die Kritik nicht aufhalten“, sagte Somkid Chueakong, Vize-Generalsekretär des Premierministers, „aber wir können die Fakten offenlegen.“

STIN // AI

Von stin

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