Bangkok – Der frühere thailändische Premierminister Thaksin Shinawatra hat die Regierung eindringlich dazu aufgefordert, entschiedener gegen den grenzüberschreitenden Drogenhandel vorzugehen – notfalls auch ohne Rücksicht auf diplomatische Empfindlichkeiten. Sollte Myanmar aufgrund interner Konflikte handlungsunfähig bleiben, schloss Thaksin ein eigenständiges Vorgehen Thailands nicht aus.
„Wenn Myanmar nicht in der Lage ist, die Ursachen des Drogenproblems zu bekämpfen, dann müssen wir es möglicherweise selbst tun – denn wer Drogen nach Thailand bringt, ist unser Feind“, erklärte Thaksin am Sitz des thailändischen Drogenkontrollamts im Rahmen einer öffentlichen Vorlesung zum Thema „Drogen und grenzüberschreitende Kriminalität“.
Im Zentrum seiner Kritik steht die United Wa State Army (UWSA), eine bewaffnete Gruppe in Myanmar, die laut Thaksin maßgeblich für die Produktion und den Schmuggel illegaler Drogen verantwortlich sei. Thailand müsse in dieser Frage eine klare Haltung einnehmen: „Wer weiterhin produziert, ist ein Feind unseres Landes“, so der Ex-Premier wörtlich.
Sein öffentlicher Auftritt kam nach einer fast zweiwöchigen medialen Abwesenheit, die Spekulationen über eine mögliche Flucht vor einem anstehenden Gerichtsprozess ausgelöst hatte. Thaksin steht derzeit unter gerichtlicher Auflage und darf das Land nur mit Erlaubnis des Gerichts verlassen. Ein laufendes Verfahren wegen mutmaßlicher Majestätsbeleidigung schränkt seine Bewegungsfreiheit erheblich ein.
Trotz dieser Einschränkungen kündigte er an, Premierministerin Paetongtarn Shinawatra – seine Tochter – um Erlaubnis zu bitten, thailändische Gemeinden zu besuchen, um sich ein Bild von der lokalen Drogenlage zu machen. Die Ergebnisse wolle er anschließend dem Innenministerium übermitteln.
Zugleich forderte Thaksin eine Umverteilung von Geldern aus dem 157 Milliarden Baht schweren Budget für die geplante „digitale Geldbörse“ hin zu Anti-Drogen-Maßnahmen. Insbesondere die flächendeckende Einrichtung von Rehabilitationszentren solle davon profitieren. „Die Menschen wären eher bereit, eine Verzögerung des digitalen Geldes hinzunehmen, wenn sie wüssten, dass das Geld Leben rettet“, argumentierte Thaksin.
Währenddessen setzt Thailands Außenminister Maris Sangiampongsa auf diplomatische Gespräche mit den Nachbarländern, um eine koordinierte Strategie gegen Drogenbanden wie die UWSA zu entwickeln.
Thaksin zeigte sich zum Abschluss seiner Rede besorgt über den Einfluss illegaler Drogen auf die junge Generation: „Wir verlieren unsere Kinder an dieses Gift. Es ist eine Bedrohung für die Gegenwart – und für unsere Zukunft.“
Redaktion STIN // CTN-Media