Bangkok – Kambodscha treffen sich am heutigen Nachmittag die obersten Militärkommandeure beider Länder zu einem Krisengespräch. Das Treffen ist für 15 Uhr am Grenzübergang Chong Chom in der thailändischen Provinz Surin angesetzt. Die thailändische Delegation wird von General Pana Klaewplodthuk, dem Oberbefehlshaber der Armee, angeführt.
Hintergrund ist ein kurzer Schusswechsel, der sich am Vortag nahe der thailändischen Provinz Ubon Ratchathani ereignet hatte. Dabei kam ein kambodschanischer Soldat ums Leben. Der Zwischenfall ereignete sich in einem Gebiet, das von beiden Seiten als sogenanntes „Niemandsland“ betrachtet wird – ein Resultat ungelöster Fragen bei der Grenzziehung.
Um weitere Eskalationen zu vermeiden, schlug Thailands Verteidigungsminister Phumtham Wechayachai vor, dass sich die Streitkräfte beider Länder jeweils rund 200 Meter von ihren aktuellen Positionen zurückziehen sollten. In Gesprächen mit einem Berater des ehemaligen kambodschanischen Premierministers Hun Sen sowie mit seinem Amtskollegen in Phnom Penh betonte Phumtham, Thailand strebe keine militärische Konfrontation an.
„Dies ist nicht der geeignete Moment, um die seit langem schwelende Grenzfrage neu aufzurollen“, sagte Phumtham und bezog sich damit auf einen Vorschlag Hun Sens, die Grenzfrage erneut auf die politische Agenda zu setzen.
Beide Seiten erklärten sich grundsätzlich bereit, die Spannungen auf diplomatischem Wege beizulegen. Phumtham habe zudem mit General Pana Rücksprache gehalten und Generalleutnant Boonsin Padklang, den Kommandeur der Zweiten Armeeregion, angewiesen, die thailändischen Truppen vor Ort in Bereitschaft, aber auf Position zu halten.
In Richtung der Medien mahnte der Verteidigungsminister zu Zurückhaltung. Übertriebene Darstellungen könnten die ohnehin angespannte Lage weiter verschärfen, warnte er und rief zu verantwortungsvoller Berichterstattung auf.
STIN // AI