Nach kursierenden Gerüchten über bevorstehende Grenzschließungen hat die Königlich Thailändische Armee klargestellt: Aktuell ist kein solcher Schritt geplant – solange sich die Sicherheitslage nicht drastisch verschärft.

Bangkok – Angesichts wachsender Spannungen im Grenzgebiet zwischen Thailand und Kambodscha hat die thailändische Armee am Samstag energisch Spekulationen zurückgewiesen, wonach 16 Grenzübergänge geschlossen werden sollten. Armeesprecher Generalmajor Winthai Suvaree erklärte, dass es bislang keine offizielle Anordnung gebe. Eine Schließung käme nur in Betracht, sollte sich das Risiko – insbesondere durch Langstreckenwaffen – verschärfen.

Auslöser für die Diskussionen war ein Zwischenfall am Mittwoch im umstrittenen Grenzgebiet bei Chong Bok in der Provinz Ubon Ratchathani, bei dem es zu einem Gefecht zwischen kambodschanischen und thailändischen Einheiten kam. Ein kambodschanischer Soldat wurde dabei getötet. In sozialen Netzwerken kursierten daraufhin Berichte über angebliche Notfallmaßnahmen.

Winthai betonte, dass Sicherheitsmaßnahmen stets auf fundierten Informationen beruhen. „In der Vergangenheit wurden Grenzübergänge nur bei eindeutigen Bedrohungslagen geschlossen – niemals leichtfertig“, so der Generalmajor.

Regierungschef bleibt gelassen

Auch Regierungssprecher Jirayu Houngsub versuchte, die Wogen zu glätten. Premierministerin Paetongtarn Shinawatra verfolge die Lage aufmerksam, sehe jedoch derzeit keinen Grund zur Besorgnis. „Alle Übergänge sind geöffnet. Der Grenzverkehr läuft wie gewohnt, insbesondere jetzt zum Beginn des langen Feiertagswochenendes“, sagte Jirayu.

Am ständigen Grenzposten Hat Lek in der Provinz Trat herrschte reger Betrieb: Touristen und Händler passierten ungehindert die Grenze – ein Hinweis auf die Stabilität der Lage vor Ort.

Drohkulisse in sozialen Medien

Im Netz hingegen kochten die Emotionen hoch: In kambodschanischen Foren wurden Boykottaufrufe gegen thailändische Produkte laut. Der frühere Premierminister Hun Sen sprach gar von thailändischen „Extremisten“, die die Lage eskalieren wollten, und blockierte thailändische Nutzer auf seiner Facebook-Seite.

Besonders brisant: Hun Sen sprach als einziger hochrangiger Politiker das Wort „Krieg“ aus und bezeichnete thailändische Truppen als „Invasoren“. In einem weiteren Beitrag erhob er Gebietsansprüche auf das sogenannte „Smaragddreieck“ und rief zur Klärung vor dem Internationalen Gerichtshof auf.

Militär setzt auf Diplomatie

Um die Spannungen zu entschärfen, trafen sich thailändische und kambodschanische Militärs bereits am Donnerstag. Beide Seiten verständigten sich darauf, offene Fragen binnen zwei Wochen über das gemeinsame Grenzkomitee zu lösen.

Hintergrund zu den Grenzpunkten

Von einer möglichen Schließung betroffen wären laut Berichten sechs permanente, zehn temporäre sowie zwei touristische Kontrollpunkte – darunter bekannte Übergänge wie Chong Chom in Surin oder Ban Khlong Luek in Sa Kaeo. Offiziell jedoch: alles offen – vorerst.

 

Redaktion STIN --> Austria // Thailand

Von stin

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