Bangkok – Der frühere thailändische Premierminister und General Suchinda Kraprayoon ist im Alter von 91 Jahren verstorben. Er starb am Dienstag im Militärkrankenhaus Phra Mongkutklao in Bangkok. Angaben zu seiner Beisetzung stehen noch aus.
Suchinda war eine zentrale Figur der thailändischen Militär- und Politgeschichte der 1990er Jahre. Nach seinem Abschluss an der Militärakademie Chulachomklao begann er 1953 seine Laufbahn in den Streitkräften und stieg bis 1991 zum Oberbefehlshaber der Armee auf.
Am 23. Februar 1991 war er maßgeblich am unblutigen Putsch gegen Premierminister Chatichai Choonhavan beteiligt, der von einer Gruppe von Generälen der sogenannten „fünften Klasse“ der Militärakademie angeführt wurde. In der Folge übernahm der Nationale Friedenssicherungsrat (NPKC) unter Suchindas Leitung die Macht. Als Übergangsregierungschef wurde zunächst der erfahrene Diplomat Anand Panyarachun eingesetzt.
Trotz seines vorherigen Versprechens, nicht selbst das Amt des Premierministers anzustreben, übernahm Suchinda am 7. April 1992 die Regierungsgeschäfte – ein Schritt, der als Wortbruch kritisiert wurde und landesweit Proteste auslöste. Der Hungerstreik des Abgeordneten Chalard Worachat war nur der Anfang.
Die Situation eskalierte, als sich hunderttausende Demonstranten unter Führung von Chamlong Srimuang, dem Chef der Palang-Dharma-Partei, gegen die Militärregierung mobilisierten. Am 17. Mai 1992 kam es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Protestierenden und dem Militär, die als „Schwarzer Mai“ in die Geschichte eingingen. In nur wenigen Tagen verloren laut offiziellen Angaben 52 Menschen ihr Leben, fast 700 wurden verletzt, zahlreiche gelten bis heute als vermisst.
In einer historischen Audienz bei König Bhumibol Adulyadej wurden Suchinda und Chamlong gemeinsam empfangen. Kurz darauf trat Suchinda am 24. Mai 1992 nach nur 48 Tagen als Premierminister zurück – und zog sich dauerhaft aus dem politischen Leben zurück. Die Übergangsregierung übernahm erneut Anand Panyarachun.
Suchinda Kraprayoons Vermächtnis bleibt umstritten: Für die einen war er ein Mann der Ordnung in unsicheren Zeiten, für viele andere der Inbegriff militärischer Machtanmaßung und Repression.
STIN // AI