Kambodscha hat offiziell den Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag angerufen, um in einem jahrzehntelangen Grenzstreit mit Thailand zu vermitteln. Wie Premierminister Hun Manet am Samstag auf seiner Facebook-Seite mitteilte, übermittelte Phnom Penh dem Gericht einen entsprechenden Antrag. Ziel sei es, eine rechtlich verbindliche Entscheidung zu erhalten über umstrittene Gebiete rund um die Tempel Tamone Thom, Tamone Touch, Ta Krabey und Mom Bei.

Der Schritt erfolge symbolträchtig genau 63 Jahre nach dem Urteil des IGH im Fall des Preah-Vihear-Tempels, das 1962 zugunsten Kambodschas ausgefallen war. „Obwohl zwischen diesen beiden Ereignissen 63 Jahre liegen, bleiben Geist und Ziel dieselben“, betonte Hun Manet in seinem Beitrag. Er verwies dabei auf das Engagement seines Landes für friedliche und rechtlich fundierte Lösungen internationaler Konflikte.

Der kambodschanische Regierungschef begründete die Entscheidung mit der Komplexität des Grenzkonflikts, dem Risiko möglicher militärischer Auseinandersetzungen und der begrenzten Wirksamkeit bilateraler Verhandlungen. Der IGH sei daher der geeignete Weg, um „Gerechtigkeit, Fairness und Klarheit“ bei der Grenzfestlegung zu schaffen. Ziel sei es, künftige Spannungen zu verhindern und eine klare territoriale Grundlage für kommende Generationen zu schaffen.

Auf Facebook veröffentlichte Hun Manet auch ein Foto, das die Übergabe des offiziellen Schreibens im Friedenspalast in Den Haag zeigt. Der Brief war an IGH-Kanzler Philippe Gautier adressiert.

Parallel dazu fand am Wochenende in Phnom Penh die zweite Sitzung des thailändisch-kambodschanischen Joint Boundary Committee (JBC) statt – ursprünglich nur als eintägiges Treffen angesetzt. Die thailändische Seite betont weiterhin, dass territoriale Fragen durch bilaterale Mechanismen wie das JBC geklärt werden sollten. Thailand erkennt die obligatorische Zuständigkeit des IGH seit 1960 nicht mehr an und lehnt eine internationale Vermittlung in diesem Fall ab.

Damit prallen zwei Positionen aufeinander: Während Kambodscha auf internationales Recht setzt, setzt Thailand auf direkte Verhandlungen – ein diplomatisches Ringen, das weiterhin Spannung in der Region birgt.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

3 Comments
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Siamfan
Siamfan
11 Monate vor

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Soweit waren wir an anderer Stelle auch schon, aber wie üblich hat STIN nicht freigegeben.

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Wolfgang Kempf
Wolfgang Kempf
11 Monate vor

Typisch für Thailand, Austritt aus dem IGH, wollen können alles selber regeln.
Nur keine Einmischung von den bösen Ausländern.
Im Gleichschritt mit den Amis unter dem Trampel.

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