Bangkok – Inmitten wachsender Spannungen an der Grenze zu Kambodscha hat Thailands Premierministerin Paetongtarn Shinawatra die Bevölkerung zur Geschlossenheit aufgerufen. Anlass ist die Veröffentlichung eines vertraulichen Gesprächs mit dem kambodschanischen Senatspräsidenten Hun Sen, in dem die thailändische Regierungschefin eigene Militärs kritisiert haben soll. Die durchgesickerte Tonaufnahme hat in Bangkok eine innenpolitische Kontroverse ausgelöst – und neue Fragen zur außenpolitischen Linie der Regierung aufgeworfen.
Bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz erklärte Paetongtarn am Donnerstag, sie stehe im aktuellen Grenzkonflikt mit Kambodscha „uneingeschränkt an der Seite der Streitkräfte“. Gleichzeitig bat sie um Verzeihung für die Irritationen, die durch das geleakte Gespräch entstanden seien. Ihre Aussagen über Generalleutnant Boonsin Padklang, Kommandeur der für die kambodschanische Grenze zuständigen Zweiten Armeeregion, seien lediglich „Teil einer Verhandlungstaktik“ gewesen, so Paetongtarn.
„Was gerade geschieht, ist eine Bedrohung für die nationale Sicherheit“, warnte sie mit Blick auf die eskalierende Konfrontation mit dem Nachbarstaat. „Jetzt ist es an der Zeit, dass das thailändische Volk zusammensteht.“
In der Aufzeichnung, die offenbar von kambodschanischer Seite veröffentlicht wurde, ist die Premierministerin zu hören, wie sie Hun Sen um Verständnis bittet: Der Grenzstreit bringe ihre Regierung „an den Rand der Destabilisierung“. Besonders brisant: In einer Passage sagt sie wörtlich: „Onkel Hun Sen, sagen Sie mir einfach, was Sie wollen, und alles lässt sich arrangieren.“ Kritiker werfen ihr seither Schwäche und Nachgiebigkeit gegenüber Phnom Penh vor.
Trotz Rücktrittsforderungen und dem Ruf nach einer Auflösung des Parlaments reagierte Paetongtarn bislang nicht auf die politische Kritik. Stattdessen richtete sie scharfe Vorwürfe gegen Hun Sen, den sie beschuldigte, ein vertrauliches Gespräch ohne Zustimmung veröffentlicht zu haben – ein Verhalten, das sie als „inakzeptabel“ bezeichnete.
Das Außenministerium in Bangkok bestellte am Donnerstagmorgen den kambodschanischen Botschafter Hun Saroeun ein und übergab ihm einen offiziellen Protestbrief.
Während die diplomatischen Spannungen weiter steigen, steht Paetongtarn innenpolitisch unter wachsendem Druck. Der offene Konflikt an der Grenze – nun verschärft durch einen diplomatischen Eklat – wird zur Zerreißprobe für ihre junge Regierung.
STIN // AI
Interessant wäre zu wissen, was zwischen Thaksin und Hin Sen passiert ist.
Vormals gute Freunde und heute leakt er ein privates Gespräch zwischen ihm und Paetongtarn,
damit die Regierung zerbricht – was dann auch passiert ist.
Warum will Hun Sen die thail. Regierung stürzen?