Bangkok – Thailands Wirtschaft steht unter wachsendem Druck: Kredite sind knapp, Exporte trügen die Statistiken, der Tourismus schwächelt – und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) droht unter die 1-Prozent-Marke zu fallen. Vor dem Hintergrund globaler Unsicherheiten und einer bevorstehenden Zollerhöhung der USA sucht die Regierung von Premierministerin Paetongtarn Shinawatra dringend nach wirtschaftspolitischen Gegenmaßnahmen und einem Handelsabkommen mit Washington, um eine drohende Rezession abzuwenden.
Am Donnerstag konnte sich die Regierung knapp politisch stabilisieren – wirtschaftlich hingegen ist sie mit einer angeschlagenen Realität konfrontiert. Die offizielle Exportbilanz sieht mit einem Zuwachs von 14,9 Prozent in den ersten fünf Monaten 2025 beeindruckend aus. Doch Experten warnen: Ein erheblicher Teil dieser Exporte stammt aus China und wird lediglich über Thailand weitergeleitet – sogenannte „Null-Dollar-Exporte“, die die Statistik aufblähen, jedoch keinen realen Mehrwert für die heimische Wirtschaft schaffen.
Gleichzeitig wird der Inlandsmarkt mit billigen chinesischen Waren überschwemmt. Lokale Produzenten verlieren Marktanteile, während Gewinne von chinesisch kontrollierten Firmen außer Landes fließen. Auch der Tourismus, einst eine der tragenden Säulen der thailändischen Wirtschaft, verzeichnet einen Rückgang. Die Zahl internationaler Besucher sank zwischen Januar und Mai um rund drei Prozent – besonders spürbar ist das Ausbleiben chinesischer Touristen.
Zölle als Damoklesschwert
Ein zentraler Hoffnungsschimmer: Ein neues Handelsabkommen mit den USA. Am Freitag will Thailand einen formellen Vorschlag beim Büro des US-Handelsbeauftragten (USTR) einreichen. Die Zeit drängt – am 9. Juli läuft eine 90-tägige Zollaussetzung aus. Ohne Einigung könnten die Zölle auf thailändische Waren drastisch von 10 auf bis zu 36 Prozent steigen. Ein solches Szenario würde das ohnehin fragile Wachstum massiv belasten.
Das Economic Intelligence Centre (EIC) der Siam Commercial Bank warnt bereits, dass das BIP-Wachstum 2025 ohne Einigung auf 0,8 Prozent fallen könnte. Selbst im günstigeren Fall wird lediglich ein Wachstum von 1,5 Prozent erwartet – zu wenig, um der Wirtschaft nennenswert Auftrieb zu geben.
Kreditbremse und Konsumflaute
Ein weiteres Problem: Die Kreditvergabe ist ins Stocken geraten. Angesichts steigender notleidender Kredite zeigen sich Banken zurückhaltend. Das drückt nicht nur auf Unternehmensinvestitionen, sondern auch auf den privaten Konsum. Realeinkommen liegen inflationsbereinigt unter dem Vorkrisenniveau, Prämien und Überstundenvergütungen sind rückläufig – die Kaufkraft schrumpft.
Auch der Arbeitsmarkt zeigt Risse. Zwar liegt die offizielle Arbeitslosenquote bei niedrigen 0,9 Prozent, doch Sozialversicherungsmeldungen deuten auf reale Quoten von bis zu zwei Prozent hin – insbesondere im Industrie- und Bausektor.
Baubranche vor dem Kollaps
Besonders drastisch ist die Lage in der Bauwirtschaft. Die Branche erlebt den schwersten Einbruch seit 15 Jahren: Materialkosten steigen, Projekte verzögern sich oder werden ganz gestrichen, Kredite bleiben aus. Ein kürzliches Unglück in einem Regierungsbauwerk führte zu Produktionsstopps in der Stahlindustrie – mit entsprechenden Preissteigerungen und Lieferengpässen. Bauunternehmer fordern nun staatlich gestützte Kredite und eine Anpassung der Vertragspreise.
Zahlungsverzögerungen öffentlicher Stellen belasten den Cashflow zusätzlich. Laut Bauverband warten viele Unternehmen auf überfällige Zahlungen in Milliardenhöhe – ein Zustand, der Arbeitsplätze und Betriebe gefährdet.
Staat greift ein – doch wie weit reicht die Hilfe?
Als Reaktion hat die Regierung ihr Konjunkturprogramm in Höhe von 157 Milliarden Baht umstrukturiert: Statt digitaler Direktzahlungen liegt der Fokus nun auf Investitionen in Infrastruktur, Tourismus und Handelsschutz. Doch die Spielräume sind begrenzt – der Haushaltsplan 2026 sieht im Vergleich zum Vorjahr Kürzungen um 2,2 Prozent vor. Für neue Schulden fehlen politische Mehrheiten zur Anhebung der Schuldengrenze.
Die Bank von Thailand will mit zwei Zinssenkungen gegensteuern – auf bis zu 1,0 Prozent bis Ende 2026. Zudem werden Maßnahmen zur Eindämmung illegaler Geschäftspraktiken und zur Stärkung der Kontrolle über Importe angekündigt.
Vertrauen ist die eigentliche Währung
Doch entscheidend für die wirtschaftliche Wende bleibt das Vertrauen – von Investoren wie Konsumenten. Politische Unsicherheit, etwa durch laufende Kabinettsdebatten, untergräbt dieses Vertrauen. Analysten betonen die Notwendigkeit stabiler demokratischer Prozesse und zügiger Entscheidungen.
Die kommenden Wochen werden zur wirtschaftlichen Bewährungsprobe. Sollte es Thailand gelingen, ein tragfähiges Handelsabkommen mit den USA zu schließen und gezielte Reformen umzusetzen, könnten sich die düsteren Aussichten etwas aufhellen. Andernfalls droht ein tieferer wirtschaftlicher Einschnitt, dessen Folgen weit über 2025 hinausreichen würden.
STIN // AI
Was will uns STIN/KI mit dieser Lügennummer sagen ?
Kaum ist Thaksin zurück bricht die ganze Wirtschaft zusammen.
Ja , natürlich. Dafür hat man Thaksin ja auch zurückkommen lassen.
Man hatte die Verluste Prayuth’s schön kaschiert und vor sich her geschoben.Nun kippt man sie Thaksin in den Garten.
Abgesehen davon daß ich keine (in Worten: garkeine) offizielle Thai Zahl glaube möchte ich nur darauf hinweisen daß sich keine der von der jeweiligen Regierungen veröffentlichte Wachstumszahlen je realisiert habe.
Insbesondere bei Prayuth nicht.
Trotzdem ist die thailändische Wirtschaft sehr resilient, nicht zuletzt durch ihre Diversität. Man exportiert Früchte,Gemüse,Seafood,handwerkliche und industrielle Produkte und die privaten Hotels sind sehr flexibel in ihrer „Preisgestaltung“. Sah man während Covid.
Ermöglicht wird dies Alles durch die lächerlich geringen Lohnkosten und keine Lohnnebenkosten sowie billigste Energie und Stationskosten.
Es lohnt sich eben keinen Sozialstaat zu haben und die AN auszubeuten.
Und dabei habe ich wichtige Wirtschaftssektoren in TH ganz vergessen:
Beim Menschenhandel, Drogenhandel und Schmuggel ist man auch ganz vorn dabei.
So ähnlich – kaum ist Thaksin zurück, geht es im Süden wieder los – wo er eine Hassfigur ist.
Die Machtkämpfe sind derzeit wohl am Höhepunkt, Problem mit Hun Sen – warum auch immer die beiden nun Feinde sind.
Ja, es wird Ärger geben.
Dazu bitte auch § 1 von den Blog-Infos lesen – nicht alles in den Berichten ist meine Ansicht.
Ich bringe auch Berichte, wo ich ganz anders darüber denke.
Wenn man die Verluste Prayuth´s (welche denn?) – so gut kaschiert hat, dass nicht mal Moody
es bemerkte – dann ist Thaksin auch fehl am Platz, weil dann ist er wohl nicht klug genug,
es auch so zu machen. Bei ihm hat es Moody bemerkt und daher abgestuft.
Das tut es meist nie – aber man kann gut überprüfen, wie sich die Wirtschaft entwickelt.
Bei Prayuth nach oben, bei Thaksin nach unten.
Seine Zeit ist abgelaufen, heute wird anders gewirtschaftet. Er hat ja auch in Montenegro u.a.
viele Millionen in den Sand gesetzt.
Prayuth hatte auf jeden Fall die besseren Leute, die meisten von ihm – die aber Thaksin nicht mehr
zurückhaben wollte – was ich sogar verstehe.
Kein Staat kann unbegrenzt Kredite aufnehmen, um es dann unter das Volk zu verteilen.
Auch das 10.000 Baht Projekt ging daneben, kein Stimulus zu erkennen.
Daher nun wieder das Prayuth-Projekt – dass in TH sehr gut angenommen wurde.
Aber gut so – die leer ausgingen, werden nicht mehr Thaksin wählen.
Nein, beim Drogenhandel brach in TH bei den Drogenhändlern das ganze Marihuana-Geschäft weg.
Das haben nun legal die Shops übernommen.
Du hast wieder Ahnung…..