Washington – Nach den von den USA geführten Luftangriffen auf iranische Atomanlagen ist innerhalb der US-Regierung ein offener Streit über das Ausmaß der Zerstörungen entbrannt. Verteidigungsminister Pete Hegseth stellte am Dienstag im Pentagon einen ersten Bericht der Defense Intelligence Agency (DIA) in Frage, der lediglich „begrenzte Schäden“ an Teherans Atomprogramm feststellt.
„Der Bericht ist explizit als vorläufig gekennzeichnet, er wurde weder verifiziert noch mit anderen Diensten abgeglichen“, sagte Hegseth. „Entsprechend sind die Schlüsse zum jetzigen Zeitpunkt kaum aussagekräftig.“
Hegseth warf zugleich amerikanischen Medien vor, diese Einschränkungen in ihrer Berichterstattung zu ignorieren. Präsident Donald Trump habe einen „der komplexesten und geheimsten Militäreinsätze der Geschichte“ angeordnet und damit eine Waffenruhe ermöglicht, betonte der Minister.
Der als „streng geheim“ eingestufte DIA-Entwurf rechnet nach Informationen mehrerer US-Medien damit, dass die iranische Nuklearentwicklung durch die Angriffe nur um einige Monate verzögert werde. Das Weiße Haus kritisierte die Veröffentlichung der Inhalte scharf; Trump wies die Berichte als „Fake News“ zurück und sprach von einer „völligen Zerstörung“ der Anlagen.
Unterstützung erhält der Präsident von CIA-Direktor John Ratcliffe. Laut Ratcliffe erlitten die Anlagen am Wochenende „schwere Schäden“, deren Beseitigung „Jahre“ beanspruchen werde. Diese Einschätzung stütze sich auf eine Quelle, die sich „wiederholt als zuverlässig erwiesen“ habe, sagte der CIA-Chef am Mittwoch.
Wann endgültige und abgestimmte Geheimdiensterkenntnisse vorliegen werden, ließ Hegseth offen. Die DIA arbeite „unter Hochdruck“ an einer fundierten Analyse, fügte er hinzu.