Bangkok / Aranyaprathet – Die thailändische Regulierungsbehörde National Broadcasting and Telecommunications Commission (NBTC) hat sämtliche Mobil- und Breitbandanbieter des Landes angewiesen, ihre Daten- und Sprachverbindungen nach Kambodscha unverzüglich zu unterbrechen. Ziel der Maßnahme ist es, den florierenden Call-Center-Betrug und andere Formen der Internetkriminalität im Grenzgebiet einzudämmen.

Der Schwerpunkt der Aktion liegt rund um den Grenzübergang Khlong Luek im Distrikt Aranyaprathet (Provinz Sa Kaeo), der der kambodschanischen Casinostadt Poipet gegenüberliegt. Laut NBTC-Vizegeneralsekretär Trairat Viriyasirikul müssen die Provider in unmittelbarer Grenznähe binnen 15 Tagen sämtliche Dienste einstellen; in weiter entfernt gelegenen Landesteilen werden Übertragungsraten gedrosselt oder ganz abgeschaltet.

Gleichzeitig verpflichtet die NBTC alle Betreiber, alle zwei Wochen detaillierte Verkaufsstatistiken zu SIM-Karten vorzulegen. Jede in Kambodscha genutzte Karte muss künftig mit einem Identitätsnachweis und einem Verwendungszweck registriert werden. Unternehmen, die weiterhin grenzüberschreitende Dienste anbieten möchten, müssen den Bandbreitenbedarf offenlegen und darlegen, wie sie einen Missbrauch ihrer Leitungen verhindern wollen.

Die Regulierungsbehörde arbeitet nach eigenen Angaben daran, sicherzustellen, dass thailändische Bewohner grenznaher Regionen trotz der Signalunterbrechungen erreichbar bleiben – etwa durch speziell konfigurierte SIM-Karten und alternative Übertragungssysteme.

Erste Effekte zeigen sich laut Polizei bereits: Seit Inkrafttreten der Anordnung sei die Zahl der gemeldeten Cyberdelikte deutlich gesunken, erklärte Polizeigeneralinspekteur Thatchai Pitaneelaboot. Die Ermittler richten ihr Augenmerk nun verstärkt auf mutmaßliche Drahtzieher in Poipet, darunter zwei Hochhäuser, die als Zentren krimineller Aktivitäten gelten. Auch das kambodschanische Finanzunternehmen Huione Group, das im Mai von den USA wegen mutmaßlicher Geldwäsche sanktioniert wurde, gerät verstärkt in den Fokus.

Ob die Zusammenarbeit zwischen thailändischen und kambodschanischen Strafverfolgern künftig wieder aufgenommen wird, hänge von der weiteren Lage an der Grenze ab, betonte Thatchai. Bis dahin bleibt die digitale Verbindung zwischen beiden Ländern weitgehend gekappt – in der Hoffnung, den Drahtziehern der Call-Center-Betrugsmaschen den Boden zu entziehen.

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

5 Comments
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berndgrimm
berndgrimm
1 Jahr vor

Ja , abgeschaltet haben sie nicht nur Kambodscha sondern auch Ost-Thailand.Wir hatten seit Mi Nachmittag bis gestern Mittag kein Internet.
Seitdem nur sporadisch und wir konnten keine ausländische Seiten öffnen.
Am Donnerstag hat man sogar das Smartphone Signal (LINE) gekappt.
Heute Morgen konnte ich zum ersten Mal wieder TV Programme runterladen.
Schon unter Prayuth wollte man ein Single GatewayInternet wie China schaffen.

berndgrimm
berndgrimm
1 Jahr vor
Antwort auf  stin

Jetzt fehlt nur noch ein neues STIN/KI Erfolgsmärchen über STN’s großen Helden Bad Joke.
Da STIN offensichtlich nie die traurige Realität TH wahrnehmen wollte hier meine Erfahrung damit.Wenn ich hier schreibe „es geht keiin Internet“so meine ich natürlich auf Wndows PC’s. Smartphone geht immer aber ich gehe nicht übers Smartphone ins Internet.Smartphone war nur am Donnerstag für wenige Stunden weg.Außerdem sind STIN/KI’s Demonstranten wohl Reich genug um sich Telefongespräche leisten zu können.Oder Brieftauben.
Ja,natürlich wird hier Alles abgehört und abgegriffen…
Aber nur STIN’s Propagandisten verbreiten die Mär es wäe Alles Thaksin.
Die Zensur war schon unter Prayuth da und die ungewählten Machthaber haben viel mehr Grund das Volk zu besiptzeln.
Außerdem sollte man Eines nie vergessen:
Prayuth hat Thaksin zurückgeholt weil er hn als Sündenbock brauchte.
Hat ja bisher besser geklappt als mit Prawit.
Aber: Die Zustimmung die Thaksin bisher verloren hat ging nicht an die Parteien der Militärdiktatur sondern an die Partei der Reformkräfte.Nur weiter so!

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