Bangkok – In Thailand wächst der politische Druck auf Premierministerin Paetongtarn Shinawatra. Eine Gruppe von 143 thailändischen Wissenschaftlern hat eine königliche Petition eingereicht, in der sie Seiner Majestät dem König nahelegt, die Regierungschefin ihres Amtes zu entheben. Die Akademiker begründen ihre Forderung mit fehlender Führungsfähigkeit, mutmaßlichen Verstößen gegen die Verfassung sowie angeblichen Verbindungen zu ausländischem Einfluss.
In einer begleitenden Erklärung werfen die Petenten Paetongtarn mangelnde Erfahrung und politische Reife vor. Besonders kritisieren sie ein kürzlich veröffentlichtes Audiogespräch zwischen der Premierministerin und Hun Sen, dem Präsidenten des kambodschanischen Senats. Das 17-minütige Gespräch, das am 18. Juni 2025 von kambodschanischen Behörden öffentlich gemacht wurde, soll Aussagen enthalten, die den thailändischen Streitkräften schaden und eine unangemessene Nähe zur kambodschanischen Seite nahelegen.
Demnach bezeichnete Paetongtarn darin den Kommandeur der Zweiten thailändischen Armeeregion als Teil der „gegnerischen Seite“ und zeigte sich bereit, Hun Sens Bitten nachzukommen – ein Vorfall, der aus Sicht der Wissenschaftler die nationale Sicherheit gefährde und den Treueeid der Premierministerin verletze.
Zudem werfen die Unterzeichner der Petition Paetongtarn vor, die Durchsetzung des Gesetzes im Fall ihres Vaters, des früheren Premierministers Thaksin Shinawatra, zu vernachlässigen. Obwohl Thaksin vom König begnadigt wurde, habe er keine Haftstrafe verbüßt und übe weiterhin politischen Einfluss über seine Tochter aus. Thailand stehe damit unter der Führung einer „Marionetten-Premierministerin“, kritisieren die Akademiker, der es an Weitblick und Kompetenz fehle – besonders angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Herausforderungen.
Abschließend rufen die Wissenschaftler den König dazu auf, im Sinne der nationalen Stabilität und der Wahrung der Verfassungsordnung einzugreifen und Paetongtarn ihres Amtes zu entheben.
Redaktion STIN // CTN-Media