Bangkok – Thailands stellvertretender Premier- und Finanzminister Pichai Chunhavajira hat Berichte entschieden zurückgewiesen, wonach die USA beabsichtigen, thailändische Waren mit Importzöllen von bis zu 36 Prozent zu belegen. Laut Pichai laufen die Verhandlungen zwischen beiden Ländern noch und es gebe bislang keine offiziellen Entscheidungen. „Diese Informationen sind nicht korrekt“, betonte er am 6. Juli auf der Website des Finanzministeriums. „Die Gespräche sind weiterhin in vollem Gange – eine endgültige Zollregelung steht noch aus.“

In den vergangenen Tagen hatten Berichte über drohende US-Strafzölle in Höhe von 18 bis 36 Prozent für Unsicherheit gesorgt. Pichai stellte klar, dass Thailand bislang keine konkreten Angaben zu möglichen Zollsätzen von US-Seite erhalten habe. „Die Bekanntgabe erfolgt gebündelt und offiziell – wir bitten alle, sich bis dahin nicht auf Spekulationen zu verlassen“, so der Minister.

Verhandlungen bleiben vertraulich

Mit Blick auf Forderungen nach mehr Transparenz betonte Pichai, dass die Details der laufenden Gespräche vertraulich bleiben müssten. Dies sei Teil der Verhandlungsregeln und notwendig, um noch offene Fragen sorgfältig zu prüfen. „Das Verhandlungsteam hat dabei stets die Interessen Thailands im Fokus und arbeitet auf eine faire und nachhaltige Lösung hin.“

Pichai zeigte sich optimistisch: Die Dialogbereitschaft der USA sende ein positives Signal. „Die USA sind nach wie vor daran interessiert, gemeinsam mit uns eine ausgewogene Einigung zu erzielen.“ Thailand werde noch vor dem 9. Juli – dem von den USA gesetzten Stichtag – einen überarbeiteten Vorschlag einreichen. Die Vorschläge wurden in enger Abstimmung mit wichtigen Ministerien sowie dem thailändischen Board of Investment (BOI) ausgearbeitet.

Hoffnung auf faire Zollsätze

Der Finanzminister äußerte die Erwartung, dass Thailand auch über den 9. Juli hinaus im Rahmen der laufenden Verhandlungen günstige Konditionen aushandeln könne. „Unser Ziel ist es, Zollsätze zu erreichen, die niedrig genug sind, damit Thailand auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig bleibt“, sagte er.

Die aktuellen Gespräche stehen im Kontext wachsender Sorgen über mögliche Handelsmaßnahmen der USA, die die exportorientierte thailändische Wirtschaft empfindlich treffen könnten. Die Diskussionen gehen auf Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump vom 2. April 2025 zurück, wonach neue Zölle auf verschiedene Länder erhoben werden sollen – darunter auch Thailand, das aufgrund seines Handelsüberschusses besonders in den Fokus geraten war.

Pichai versicherte, dass die Regierung alles daransetze, um für thailändische Unternehmen bestmögliche Bedingungen zu erreichen.

 

STIN // AI

Von stin

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