Die Spannungen zwischen Thailand und Kambodscha sorgen derzeit für Diskussionen in der thailändischen Öffentlichkeit. Laut einer aktuellen Umfrage des National Institute of Development Administration (Nida Poll) gehen die meisten Thailänder davon aus, dass Hun Sen, der langjährige kambodschanische Machthaber und derzeitige Senatssprecher, aus persönlichen Beweggründen Grenzkonflikte mit Thailand anheizt. Zudem halten viele seine Prognose über einen baldigen Wechsel im thailändischen Premierministeramt für unbegründet.
Die landesweite Befragung wurde vom 30. Juni bis 2. Juli unter 1.310 Personen ab 18 Jahren durchgeführt. Die Ergebnisse wurden am Sonntag veröffentlicht.
Auf die Frage, wie die Befragten die Rolle Hun Sens bei den jüngsten Grenzspannungen bewerten, antworteten 57,25 Prozent, dass sie Hun Sen nicht für vertrauenswürdig halten. 44,66 Prozent bezeichneten seine Aussagen als unzuverlässig, während 40,53 Prozent der Meinung waren, er versuche bewusst, Zwietracht unter den Thailändern zu säen.
Weitere 25,34 Prozent sahen in seinen Handlungen den Versuch, thailändisches Territorium zu beanspruchen, und 18,85 Prozent warfen ihm vor, sich in Thailands innere Angelegenheiten einzumischen. Lediglich 1,30 Prozent der Befragten stuften Hun Sens Aussagen als glaubwürdig ein. Nur 0,53 Prozent glaubten, dass er tatsächlich auf eine Lösung des Grenzkonflikts hinarbeite.
Auch Hun Sens kürzliche Vorhersage, dass Thailand innerhalb von drei Monaten einen neuen Premierminister bekommen werde, stieß auf Skepsis. 34,12 Prozent der Befragten meinten, diese Prognose sei völlig unbegründet. 33,97 Prozent vermuteten dahinter den Versuch, Unruhe in Thailand zu stiften. Rund 30 Prozent hielten es für ausgeschlossen, dass Hun Sen über verlässliche Informationen verfüge, die eine solche Vorhersage rechtfertigen würden.
Nur eine Minderheit von 7,25 Prozent schätzte die Prognose als glaubwürdig ein. Etwa 14,66 Prozent glaubten, Hun Sen habe sich auf Geheimdienstinformationen gestützt, während 10,69 Prozent seine Äußerungen als Warnung an Premierministerin Paetongtarn Shinawatra interpretierten.
Die Umfrage zeichnet insgesamt ein deutliches Bild des Misstrauens der thailändischen Bevölkerung gegenüber Hun Sen und seinen Absichten. Viele sehen seine jüngsten Äußerungen nicht als wohlwollende Nachbarschaftspolitik, sondern als gezielte Provokation.
Redaktion STIN // CTN-Media