In einem bedeutenden Schritt zur Entschärfung der Handelsbeziehungen mit den USA hat eine führende Wirtschaftsallianz der thailändischen Regierung vorgeschlagen, die Einfuhrzölle auf die meisten US-amerikanischen Produkte zu streichen – in Anlehnung an Regelungen klassischer Freihandelsabkommen. Ziel des Vorstoßes ist es, die US-Regierung unter Donald Trump dazu zu bewegen, ihren 36-prozentigen Strafzoll auf thailändische Exporte zu überdenken.

Der Präsident der thailändischen Handelskammer, Pote Aramwattananont, leitete am Mittwoch ein dreistündiges Krisentreffen mit Vertretern des Gemeinsamen Ständigen Ausschusses für Handel, Industrie und Banken (JSCCIB) sowie Finanzminister Pichai Chunhavajira. Im Fokus standen Thailands überarbeitete Zollvorschläge im Vorfeld der dritten Verhandlungsrunde mit den Vereinigten Staaten, die noch vor dem 1. August stattfinden soll.

Pote betonte, dass die angestrebte Zollfreiheit für US-Produkte nicht alle Warengruppen betreffen müsse. Vielmehr solle die Regierung sicherstellen, dass die Maßnahmen gezielt eingesetzt werden, um die Folgen der hohen US-Zölle abzufedern – und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit thailändischer Produkte, etwa im Vergleich zu vietnamesischen, zu wahren.

Finanzminister Pichai zeigte sich offen für die Vorschläge aus der Wirtschaft und kündigte an, den aktuellen Vorschlag des JSCCIB sorgfältig zu prüfen. Der überarbeitete thailändische Vorschlag sei bereits am 6. Juli an die US-Seite übermittelt worden, eine Rückmeldung stehe jedoch noch aus.

Auch der Thai National Shippers‘ Council präsentierte am Mittwoch eine Reihe wirtschaftspolitischer Empfehlungen. Neben der Einführung eines Nullzollsatzes für eine Vielzahl von US-Importgütern forderte der Rat unter anderem die Ausweitung von Investitionsanreizen für ausländische Unternehmen sowie eine verstärkte Einfuhr von Energie aus den Vereinigten Staaten.

Mit den neuen Impulsen aus der Privatwirtschaft könnte die Regierung ihre Verhandlungsposition gegenüber Washington stärken – und zugleich ein wichtiges Signal an internationale Investoren senden.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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