Bangkok – Thailand hat im diesjährigen Global Peace Index (GPI) an Boden verloren: Das Königreich belegt nun Platz 86 von insgesamt 163 Ländern – ein Rückgang um fünf Plätze im Vergleich zum Vorjahr. Damit gehört Thailand zu den Ländern mit einem deutlichen Rückschritt im Friedensranking.
Der GPI, herausgegeben vom australischen Institute for Economics & Peace (IEP), gilt als weltweit umfassendstes Maß für Frieden. Er basiert auf 23 Indikatoren in den Bereichen gesellschaftliche Sicherheit, Konflikte sowie Militarisierung. Die Studie deckt 99,7 Prozent der Weltbevölkerung ab.
Die Ergebnisse 2025 zeichnen ein ernüchterndes Bild: Zum sechsten Mal in Folge hat sich der globale Frieden verschlechtert. Seit Einführung des Index im Jahr 2008 war in 13 von 17 Jahren ein Rückgang zu beobachten – ein langfristiger Negativtrend.
Nachhaltiger Frieden als Entwicklungsgrundlage
Der GPI misst nicht nur das Fehlen von Gewalt oder Krieg. Er ist eng mit Konzepten wie sozialer Gerechtigkeit, Zugang zu Bildung, Ressourcennutzung und stabilen Lebensverhältnissen verbunden. Länder mit hoher Friedensbewertung können effektiver Umwelt- und Sozialpolitik betreiben und gelten als widerstandsfähiger gegenüber Krisen.
ASEAN: Große Spannweite im Friedensniveau
Innerhalb Südostasiens zeigen sich erhebliche Unterschiede: Während Singapur mit Platz 6 weltweit erneut als friedlichstes Land der Region hervorgeht, belegt Myanmar mit Rang 153 einen der letzten Plätze im globalen Vergleich.
Thailand liegt im regionalen Vergleich nur auf Platz 6 der ASEAN-Staaten. Besonders auffällig ist der Rückgang in Kambodscha, das zwölf Plätze verlor und sich nun auf Rang 87 wiederfindet. Die Philippinen verbesserten sich dagegen leicht um sechs Plätze.
Top und Flop: Die friedlichsten und konfliktreichsten Länder
An der Spitze bleibt Island – zum 17. Mal in Folge. Das skandinavische Land konnte seine führende Position mit einer Punktzahl von 1,095 behaupten. Weitere Länder in den Top 10 sind Irland, Neuseeland, Österreich und die Schweiz. Auffällig: Viele dieser Länder waren bereits in der ersten Ausgabe des GPI unter den besten zehn vertreten.
Am unteren Ende des Rankings steht erstmals Russland – gefolgt von der Ukraine, dem Sudan, der Demokratischen Republik Kongo und dem Jemen. Diese Länder leiden unter intensiven bewaffneten Konflikten, politischer Instabilität und tiefgreifenden gesellschaftlichen Spannungen.
Weltweite Trends: Europa stabil – Südamerika im Aufwind
Westeuropa bleibt trotz rückläufigem Trend eine der friedlichsten Regionen weltweit. Acht der zehn Spitzenplätze im Index entfallen auf europäische Staaten.
Positive Entwicklungen verzeichnete Südamerika: In sieben von elf Ländern wurde eine Verbesserung festgestellt, darunter Peru und Argentinien mit besonders deutlichen Fortschritten.
Anders sieht es in Südasien aus. Die Region verzeichnete den stärksten Rückgang im Jahresvergleich – unter anderem aufgrund politischer Repressionen in Bangladesch sowie wachsender Spannungen in Pakistan.
Fazit:
Der Global Peace Index 2025 unterstreicht: Der weltweite Frieden ist weiterhin unter Druck. Politische Instabilität, internationale Konflikte und sozioökonomische Spannungen belasten die Entwicklung vieler Länder. Für Thailand markiert das neue Ranking ein klares Warnsignal – sowohl für die innenpolitische Stabilität als auch für langfristige nachhaltige Entwicklung.