Bangkok – Die thailändische Polizei hat ihren Ermittlungsbericht zum mutmaßlichen Leak eines vertraulichen Telefonats zwischen Premierministerin Paetongtarn Shinawatra und dem Präsidenten des kambodschanischen Senats, Hun Sen, an die Generalstaatsanwaltschaft weitergeleitet. Der Fall könnte internationale Konsequenzen haben – bis hin zu Interpol-Haftbefehlen.
Am Montagmorgen übergab Generalmajor Siriwat Deepor, Leiter der Abteilung für Cyberkriminalität, eine rund 50-seitige Ermittlungsakte an die Generalstaatsanwaltschaft in Bangkok. Grundlage war eine Beschwerde von Somkid Chueakong, dem stellvertretenden Generalsekretär des Premierministers. Er hatte rechtliche Schritte gegen den Facebook-Nutzer „Samdech Hun Sen“ angestrebt, der eine 17-minütige Tonaufnahme des vertraulichen Gesprächs veröffentlicht haben soll.
Dem Facebook-Konto-Inhaber wird vorgeworfen, mit der Veröffentlichung gegen die nationale Sicherheit verstoßen und weitere strafbare Handlungen begangen zu haben. Ob es sich bei dem mutmaßlichen Täter tatsächlich um Hun Sen selbst handelt, ließ Generalmajor Siriwat offen. Er betonte jedoch, dass der Fall außerhalb thailändischen Hoheitsgebiets liege und daher in die Zuständigkeit der Generalstaatsanwaltschaft falle.
Nach Angaben von OAG-Sprecher Sakkasem Nisaiyok wird die Behörde nun prüfen, ob ausreichende Beweise für eine Anklage vorliegen. Sollte das Gericht den Fall annehmen und die Angeklagten nicht vor Gericht erscheinen, könnten über Interpol internationale Haftbefehle beantragt werden.