Empörung in thailändischen sozialen Medien nach umstrittener UNESCO-Registrierung

Bangkok – Eine diplomatische Kontroverse zwischen Thailand und Kambodscha ist entstanden, nachdem bekannt wurde, dass Kambodscha möglicherweise 22 thailändische Literaturwerke als Teil seines immateriellen Kulturerbes bei der UNESCO registriert hat. Die Nachricht löste eine Welle der Empörung in thailändischen sozialen Medien aus und führte zu einer eiligen Untersuchung durch das thailändische Kulturministerium.

Königliche Werke im Zentrum der Kontroverse

Unter den beanspruchten Werken befinden sich bedeutende Kompositionen thailändischer Könige und renommierter Literaten. Besonders brisant: Ramakien, die thailändische Version des Ramayana, komponiert von König Rama I. und König Rama II., sowie Krai Thong – eine königliche Komposition von König Rama II., die auf thailändischer Folklore basiert.

Weitere umstrittene Werke umfassen Meisterwerke des berühmten Dichters Sunthorn Phu, darunter „Chanthakhorop“ und „Laksanawong“, sowie klassische Dramen wie „Inao“ und „Unnarut“, die ebenfalls von thailändischen Herrschern verfasst wurden.

Kambodschas Begründung stößt auf Widerstand

Kambodscha rechtfertigt seinen Antrag mit der Behauptung, diese literarischen Werke seien zwischen 1979 und 2002 „wiederbelebt“ und in die Aufführungen des Königlichen Balletts integriert worden. Als Ausgangspunkt wird das Volksdrama „Phra Thong Nang Nak“ genannt, das angeblich 1930 unter König Preah Sisowath geschrieben wurde.

Diese Argumentation stößt in Thailand auf heftige Kritik, da die betreffenden Werke historisch eindeutig mit dem thailändischen Königshaus und der thailändischen Kulturtradition verbunden sind.

Offizielle Reaktion aus Bangkok

Prasop Riang-ngern, Staatssekretär im thailändischen Kulturministerium, bestätigte, dass die Regierung über die Situation informiert sei. „Aufgrund der Komplexität und Sensibilität dieses Themas ist eine gründliche und sorgfältige Prüfung erforderlich“, erklärte er.

Das Ministerium hat die Abteilung für Kulturförderung angewiesen, sich mit der Abteilung für Bildende Kunst, dem Außenministerium und anderen zuständigen Behörden abzustimmen, um den Sachverhalt zu klären.

Kulturelle Identität als Streitpunkt

Der Vorfall verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern bezüglich ihres gemeinsamen kulturellen Erbes. Beide Nationen teilen historische Verbindungen, die bis in die Zeit des Khmer-Reiches und des Königreichs Ayutthaya zurückreichen.

Die thailändische Öffentlichkeit sieht in Kambodschas Vorgehen einen Versuch der kulturellen Aneignung, während diplomatische Kreise eine sensible Lösung anstreben, die die historischen Realitäten beider Länder respektiert.

Das Kulturministerium hat zugesagt, die Öffentlichkeit über weitere Entwicklungen zu informieren, sobald die Untersuchung abgeschlossen ist.

 

Von stin

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