Von der Mittelklasse zur Minimalismus-Mission: Warum eine britische Familie alles verkauft und in Südostasien neu startet
Nottingham – Die steigenden Lebenshaltungskosten, wachsende Kriminalität und ein Bildungssystem, das ihren Kindern keine Freude mehr bereitet: Für Dale (37) und Kim Smith (36) war klar – so kann es nicht weitergehen. Gemeinsam mit ihren Kindern Noah (10) und Molly (8) zieht das Ehepaar die Reißleine. Fast ihren gesamten Besitz verkauft die Familie, um in Thailand ein neues Leben zu beginnen – mit nicht mehr als einem Koffer voller Kleidung.
„Wir fühlten uns gefangen“, erklärt Dale. „Das Leben zieht einfach vorbei, während wir nur noch die Tage absitzen.“ Die Smiths sind keine Aussteiger im klassischen Sinne – sondern Sinnsuchende im modernen Großbritannien. In sozialen Netzwerken hat Dale ihren Entschluss dokumentiert und eine Welle der Zustimmung ausgelöst. Über 1,5 Millionen Mal wurde eines seiner Videos bereits auf TikTok angesehen.
Alltag in Großbritannien: Frust statt Fortschritt
Obwohl Dale kürzlich seinen Job wechselte und nun als Lkw-Fahrer mehr verdient, bleibt von dem zusätzlichen Einkommen kaum etwas übrig. „Die höheren Löhne verschwinden sofort in den Nebenkosten“, sagt er. Strom, Gas, Steuern – alles wird teurer. „Man fühlt sich, als würde man ständig gegen eine Wand laufen.“
Auch gesellschaftlich hat sich für die Familie vieles verschlechtert. „Die Straßen sind dreckig, die Kriminalität nimmt zu“, beklagt Dale. Besonders hart trifft ihn jedoch das Schulsystem. Seine Kinder empfinden den Unterricht als langweilig und wenig inspirierend. „Sie sehen darin keinen Sinn mehr“, so Dale.
Homeschooling statt Klassenzimmer – Lernen, was wirklich zählt
In Thailand wollen die Smiths ihre Kinder selbst unterrichten. Neben den Grundlagen in Mathematik und Englisch stehen kreative Fächer wie Geschichte, Fotografie und Videobearbeitung auf dem Lehrplan – individuell, praxisnah und auf die Interessen der Kinder abgestimmt. Und falls Noah oder Molly später doch die britischen GCSE-Prüfungen ablegen möchten, soll ihnen auch dieser Weg offenstehen.
„Kinder sind wie Schwämme“, sagt Dale. „Wir hoffen, dass sie sich auch die thailändische Sprache aneignen.“ Ein Vorteil sei, dass viele Mietwohnungen in Thailand möbliert seien – so bleibe das Einleben leichter und günstiger.
Zwischen Aufbruchsstimmung und Unsicherheit
Der Neustart wird kein Selbstläufer. Visa-Fragen, kulturelle Unterschiede und Sprachbarrieren warten auf die Familie. Doch Dale sieht gerade darin eine Chance: „Wir laufen nicht vor etwas davon – wir laufen auf etwas zu.“
Der erste Stopp: Bangkok. Von dort geht es weiter nach Hua Hin, einer Küstenstadt, die für viele Auswanderer als Einstiegspunkt gilt. Die Smiths lassen sich bewusst Zeit, wollen verschiedene Orte erkunden, bevor sie sich langfristig niederlassen. Die Rückkehr nach Großbritannien schließen sie nicht aus – doch zunächst gilt: frei sein, erleben, wachsen.
Von der Couch zum Content – Reisen als Lebenskonzept
Finanziell hat die Familie vorgesorgt, genaue Zahlen nennen sie nicht. Einnahmen erhoffen sich die Smiths künftig auch durch ihre Social-Media-Kanäle (@4go.traveling), auf denen sie ihre Erfahrungen teilen. Die Resonanz ist groß: Zahlreiche Nutzer*innen äußern sich begeistert und sprechen von ähnlichen Träumen.
„Wartet nicht auf die Rente oder das perfekte Timing“, mahnt Dale. „Man muss sein Leben leben – jetzt.“ Für ihn sei der Gedanke erschreckend, sein Leben in der Hoffnung auf ein „irgendwann“ zu verbringen. „Wir haben nichts zu verlieren.“
Ein Trend? Oder eine Notlösung?
Die Geschichte der Smiths steht exemplarisch für eine wachsende Zahl britischer Familien, die sich enttäuscht vom System abwenden. Wie schon Jessica Ward aus Cheshire im vergangenen Jahr suchen sie ihr Glück in Thailand – getrieben von dem Wunsch nach Freiheit, einem besseren Klima und erschwinglicherem Leben. Doch der Traum vom Paradies birgt auch Herausforderungen.
Die Smiths begegnen diesen mit Zuversicht – und einem Koffer voller Hoffnung. Ihr Aufbruch markiert mehr als nur eine Reise in ein neues Land. Es ist eine bewusste Abkehr von einem System, das ihnen keine Perspektive mehr bietet.
„Das Leben ist zu kurz, um auf bessere Zeiten zu warten“, sagt Dale. Und mit diesem Satz treffen die Smiths offenbar einen Nerv.
STIN // AI
Da wäre ich gespannt wie das 😉 mit denen weiter geht.
Vor allem wen sie aus ihren Träumen aufwachen.
Es gibt doch in Thailand auch eine Schulpflicht?
Ja, ich auch.
Ich habe es mal recherchiert, er ist wohl Influencer, auf TikTok u.a. Social Medias –
verdient sein Einkommen also mit Klicks – hat bereits ca. 11000 Follower und macht auf
Richard Barrow – nur halt in der B- oder C-Klasse, da vermutlich keinerlei Thai-Sprachkenntnisse
vorhanden sind.
Ja, auf jeden Fall – obwohl Homeschooling ist gemäß dem Education Act B.E. 2542 (1999) und bestimmten Voraussetzungen
legal.
Er muss es aber beim Bildungsministerium nachweisen, – wird schwierig.
Da könnte er dann schon die ersten Probleme bei einer Jahresverlängerung bekommen.
Die werden natürlich Nachweise über den Schulbesuch der Kinder haben wollen.
M.E. nicht allzu gut vorbereitet – nur alles verkauft und wenn das Geld aus ist,
kommt das Erwachen.