Koh Kong, Kambodscha – Seit Thailand den Grenzhandel mit Kambodscha eingeschränkt hat, stehen die Regale in der grenznahen Provinz Koh Kong leer. Einzelhändler weichen nun auf Waren aus Vietnam aus, um den Mangel an thailändischen Produkten wie Snacks, Instantnudeln und Baumaterialien auszugleichen.

Thailändische Waren verschwinden vom Markt
Pornchai Limploypitat, ein thailändischer Händler, der früher Koh Kong mit Grundnahrungsmitteln versorgte, bestätigt den Rückgang: „Vietnamesische Produkte sind nicht so beliebt wie unsere, aber es gibt kaum noch Alternativen.“ Inzwischen arbeitet er als Rezeptionschef in einem Resort, da sein Geschäft zum Erliegen gekommen ist.

Hintergrund sind angespannte Beziehungen zwischen Thailand und Kambodscha. Nach einem Grenzzwischenfall im Mai stoppte Thailand seine Exporte. Zudem wurden die Öffnungszeiten an Grenzübergängen wie Hat Lek in der thailändischen Provinz Trat stark reduziert – von bisher 6 bis 22 Uhr auf nur noch 8 bis 16 Uhr.

Wirtschaftlicher Einbruch an der Grenze
Der bilaterale Handel zwischen Koh Kong und Thailand belief sich zuletzt auf fast 30 Millionen Baht (rund 750.000 Euro) pro Jahr, wobei Thailand deutlich mehr exportierte. Doch jetzt bleiben Lagerhallen leer, und kambodschanische Händler müssen umdisponieren.

„Seit dem Handelsstopp habe ich keine Bestellungen mehr erhalten“, sagt Somchai Kimsoi, ein Lieferant und stellvertretender Bürgermeister im Grenzbezirk Hat Lek. Der Markt, einst belebt von kambodschanischen Händlern und thailändischen Touristen, liegt heute brach: „90 % der Geschäfte sind geschlossen.“

Vietnam nutzt die Chance
Laut einem Bericht der Khmer Times nutzen vietnamesische Unternehmen die Situation, um ihre Präsenz in Kambodscha auszubauen. Ein Einzelhandelsmanager, der anonym bleiben wollte, bestätigte: „Vietnamesische Marken drängen verstärkt in den Markt – von Milch über Kekse bis hin zu Nudeln.“

Ob sich die Lage entspannt, hängt von der politischen Entwicklung ab. Bis dahin bleibt Koh Kong auf vietnamesische Importe angewiesen – und die Grenzregion zahlt einen hohen Preis für den diplomatischen Konflikt.

 

Redaktion STIN // CTN-Media

Von stin

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