Bangkok – In einer großangelegten Razzia gegen das mutmaßlich grenzüberschreitende Betrugsnetzwerk des kambodschanischen Casinobetreibers Kok An hat die thailändische Cybercrime-Polizei am Dienstag sieben weitere Orte in Bangkok und der Provinz Sa Kaeo durchsucht. Ziel der Aktion: die Festnahme seiner drei Kinder, gegen die bereits Haftbefehle vorliegen.

Das Strafgericht hatte zuvor Durchsuchungsbefehle für sämtliche Objekte ausgestellt, die mit dem Netzwerk des 71-jährigen Kok An in Verbindung stehen. Dem einflussreichen Geschäftsmann wird vorgeworfen, Betrugszentren unterstützt zu haben, die von Gebäuden in seinem Besitz im kambodschanischen Poipet aus operierten.

Die Haftbefehle richten sich gegen zwei Töchter – Juree Khlongkijjakol und Phu Chelin – sowie einen Sohn, Kittisak. Wie Generalpolizist Thatchai Peetaneelabut, Leiter der Sondereinheit TACTICS, mitteilte, seien alle drei aktiv in das mutmaßliche kriminelle Netzwerk eingebunden.

Die Durchsuchungen wurden unter Leitung von Generalpolizist Thatchai, Generalleutnant Trairong Phiewphan (Chef des Cyber Crime Investigation Bureau, CCIB) und Generalmajor Tinkorn Rangmat, dessen Stellvertreter, durchgeführt.

Zwei der durchsuchten Häuser befinden sich in der Provinz Sa Kaeo nahe der kambodschanischen Grenze. Eines davon, im Bezirk Aranyaprathet, gehört einer gewissen Amphon, das andere, im Bezirk Taphraya, steht im Namen einer Frau namens Wannida. Beide sollen laut Polizei zum Managementteam eines 25-stöckigen Hochhauses in Poipet gehört haben, in dem eine von Frau Juree geführte Betrugszentrale untergebracht war.

In Bangkok wurden weitere Objekte durchsucht, darunter zwei Wohnhäuser im Bezirk Prawet. Eines gehört Frau Juree, das andere ihrer Schwester Phu Chelin. Im Grundbuch des erstgenannten ist Kittisak, ihr Bruder, als Miteigentümer eingetragen.

Auch zwei Unternehmen in der Hauptstadt gerieten ins Visier der Ermittler: Breadcrumb Co. Ltd im Einkaufszentrum Seacon Square sowie CC Development TH Co. Ltd im Stadtteil Bang Phlat – beide unter der Leitung von Juree. Zusätzlich wurde ein Büro im 47. Stock des Empire Tower in Sathon durchsucht, das von Phu als Geschäftsräumlichkeit genutzt wurde.

Ob sich bei den Durchsuchungen Personen vor Ort aufhielten, ließ die Polizei bislang offen.

Die drei Kinder Kok Ans stehen im Verdacht, Teil eines weitverzweigten, grenzüberschreitenden Netzwerks zu sein. Neben den Betrugsvorwürfen wird ihnen vorgeworfen, über sogenannte „Mule-Accounts“ Geld gewaschen zu haben – mithilfe thailändischer und kambodschanischer Mittäter.

Brisant: Obwohl es sich bei den Beschuldigten um kambodschanische Staatsbürger handelt, sollen sie im Besitz thailändischer Ausweise sein. Das Innenministerium hat bereits eine Untersuchung eingeleitet, um mögliche Verstöße durch thailändische Behördenmitarbeiter aufzudecken.

Die Polizei ermittelt unterdessen weiter – gegen weitere Verdächtige, die ebenfalls dem mutmaßlich milliardenschweren Betrugssystem rund um Kok An zugeordnet werden.

 

STIN // AI

Von stin

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