Thailand / Kambodscha – Nach einem Zwischenfall zwischen thailändischen und kambodschanischen Truppen kam es am Dienstag am historischen Tempel Ta Muen Thom in der thailändischen Provinz Surin zu chaotischen Szenen. Das Gelände wurde für Besucher gesperrt, Touristen mussten in Sicherheit gebracht werden.
Augenzeugen berichten, dass ein Streit zwischen einer kambodschanischen Besucherin und thailändischen Soldaten die angespannte Situation auslöste. Die Frau beschuldigte die Soldaten, sich auf kambodschanischem Staatsgebiet aufzuhalten. Kurz darauf solidarisierten sich Besucher beider Nationalitäten mit ihren jeweiligen Landsleuten, was zu lautstarken Auseinandersetzungen führte.
Die Situation eskalierte, als beide Militärparteien versuchten, die aufgebrachten Menschenmengen zu beruhigen. Dabei kam es zu Rangeleien, verbalen Angriffen und gegenseitigen Schuldzuweisungen. Videos, die sich rasch in den sozialen Medien verbreiteten, zeigen Touristen, die panisch zum Eingang fliehen.
Infolge der Ereignisse wurde der Zugang zum Tempel vorübergehend gesperrt, aus Sicherheitsgründen erhielten keine neuen Besucher Zutritt. Der Sprecher der thailändischen Armee, Generalmajor Winthai Suvaree, kündigte eine Untersuchung der Vorkommnisse an.
Unterdessen berichtet die kambodschanische Khmer Times von einem anderen Ablauf: Demnach hätten thailändische Paramilitärs zunächst kambodschanischen Touristen den Zugang zum Tempel verwehrt, was verbale Auseinandersetzungen auslöste. Kambodschanische Soldaten seien eingeschritten, um die nationale Souveränität zu wahren, hätten sich jedoch trotz Provokationen zurückhaltend verhalten.
Inzwischen hat sich die Lage am Tempel beruhigt. Politiker beider Länder haben sich eingeschaltet, um eine weitere Eskalation zu verhindern. Die angespannte Situation verdeutlicht jedoch einmal mehr, wie sensibel das Grenzgebiet rund um den historischen Tempel bleibt.
STIN // AI