Thailand hat scharfe Kritik an jüngsten Bauaktivitäten Kambodschas auf dem umstrittenen Phu Makua-Hügel in der Provinz Si Sa Ket geübt. Nach Angaben des thailändischen Armee-Sprechers Generalmajor Winthai Suvaree verstoßen provisorische Seilbahnen, Treppen und neu angelegte Straßen auf kambodschanischer Seite gegen ein bilaterales Abkommen aus dem Jahr 2000.
Zwar würden die Maßnahmen nicht die operative Grenze überschreiten, dennoch veränderten sie die Topografie und Umwelt des sensiblen Gebietes und verletzten somit das sogenannte „Memorandum of Understanding“ zwischen beiden Ländern, erklärte Winthai. Thailand habe Beweise gesammelt und seinen Protest über militärische Kanäle auf lokaler Ebene zum Ausdruck gebracht.
Auslöser für die öffentliche Debatte war ein Video, das kürzlich in sozialen Medien kursierte: Darin sind kambodschanische Soldaten zu sehen, wie sie mithilfe der neu errichteten Seilbahnen den steilen Hang des Phu Makua erklimmen. Der thailändischen Armee zufolge ermöglicht die Konstruktion den Zugang zu Höhenlagen, die bislang schwer erreichbar waren. Kambodscha habe zudem eine Straße gebaut, um den Gipfel leichter zugänglich zu machen.
Berichte, wonach Kambodscha den Hügel eingenommen habe, wies der Sprecher entschieden zurück. Der Hügel liegt im Westen des Tempels Preah Vihear und befindet sich in einem 4,6 Quadratkilometer großen Areal, das seit Langem von beiden Staaten beansprucht wird. Der Streit entzündete sich an der Auslegung eines Urteils des Internationalen Gerichtshofs (IGH) aus dem Jahr 1962, das Kambodscha vor einigen Jahren erneut zur Prüfung vorlegte.
Während sich Thailand weiter zu einer friedlichen Lösung und Zurückhaltung bekenne, äußerte Winthai Besorgnis über die „anhaltenden Verstöße“ der kambodschanischen Seite. Das thailändische Militär unterstreiche jedoch die Notwendigkeit, wachsam zu bleiben, um die nationale Souveränität zu wahren und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.
STIN // AI