Bangkok. In einem exklusiven Interview der Nation Group anlässlich des 55-jährigen Bestehens des Senders hat Thanathorn Juangroongruangkit, Vorsitzender der Progressiven Bewegung und früherer Parteichef von Future Forward, Spekulationen über geheime Absprachen mit etablierten politischen Lagern entschieden zurückgewiesen. Die Volkspartei, so Thanathorn, stehe fest zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Transparenz.

In dem Gespräch, das von drei Chefredakteuren moderiert wurde, ging Thanathorn auf Gerüchte ein, wonach die Volkspartei mit der Pheu-Thai-Partei oder der Bhumjaithai-Partei kooperiere. Derartige Annahmen entbehren laut ihm jeder Grundlage: „Die Vorstellung, dass wir unter dem Einfluss einer Fraktion stehen – sei sie rot oder blau –, ist schlichtweg falsch“, betonte er. Es gebe keine geheimen Absprachen oder Hinterzimmerdeals.

Thanathorn widersprach auch dem Vorwurf, seine Bewegung könnte politische Kompromisse eingehen, um Macht zu gewinnen. „Wir haben niemals persönliche Vorteile über das Gemeinwohl gestellt“, erklärte er. Entscheidungen würden stets auf rechtlicher Grundlage getroffen – ethische Bewertungen hingegen seien seiner Ansicht nach zu subjektiv und daher problematisch als Maßstab in der Politik.

Mit Blick auf unabhängige Gremien, die sich mit ethischen Fragen in der Politik befassen, zeigte sich Thanathorn skeptisch. Oft würden solche Institutionen politisch instrumentalisiert. „Ethik lässt sich nicht objektiv messen. Verstöße sollten durch das Volk und den politischen Prozess, nicht durch ungewählte Gremien geahndet werden“, sagte er.

Auch das Verfassungsgericht sieht er kritisch. Dessen Kompetenzen müssten klar begrenzt und dürften keine Strafbefugnisse umfassen. Eine allzu weite Auslegung des Rechts durch Gerichte könne politische Prozesse verzerren.

Im Hinblick auf den sensiblen Artikel 112 (Majestätsbeleidigung) bekräftigte Thanathorn, dass Future Forward zur Zeit ihrer Gründung keine Änderung dieser Gesetzgebung forderte. Erst nach der Parteiauflösung sei das Thema vermehrt aufgekommen. „Niemand will die Monarchie stürzen. Unser Ziel war und ist es, sie durch Reformen zukunftsfähig zu machen“, sagte er.

Am Ende des Interviews bedankte sich Thanathorn für die Unterstützung aus der Bevölkerung: „Ohne die Menschen, die mir täglich Mut zusprechen, wäre ich nicht so lange in der Politik geblieben. Ihr Vertrauen gibt uns die Kraft, weiter für eine gerechte, demokratische und wirtschaftlich starke Gesellschaft zu kämpfen.“

Mit klaren Worten unterstrich Thanathorn seine politische Linie: Keine Deals, keine Kompromisse – dafür ein konsequenter Einsatz für demokratische Erneuerung in Thailand.

 

Von stin

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