Thailand / USA – Bei einer virtuellen Verhandlungsrunde zur Zollpolitik zwischen Thailand und den Vereinigten Staaten am Mittwoch haben die USA gefordert, den Zugang für US-Produkte auf dem thailändischen Markt zu erleichtern. Zudem drängten sie auf den Abbau nichttarifärer Handelshemmnisse sowie eine stärkere Förderung bilateraler Investitionen. Das teilte der stellvertretende Handelsminister Chantawit Tantasith am Donnerstag gegenüber Medienvertretern mit.
Trotz der komplexen Themenlage bewertete Chantawit die Gespräche als konstruktiv: „Beide Seiten zeigten sich zufrieden, was auf einen positiven Verlauf der Verhandlungen hindeutet.“
Das thailändische Verhandlungsteam unter der Leitung von Finanzminister Pichai Chunhavajira will nun prüfen, in welchem Umfang Thailand den US-Forderungen nachkommen kann. Es geht dabei um mehr als 10.000 Produkte – sowohl landwirtschaftliche als auch industrielle Erzeugnisse.
Ein besonderer Fokus liegt laut Chantawit auf den Ursprungsregeln für Exportgüter. Die USA hätten thailändische Produkte in verschiedene Kategorien eingeteilt – je nachdem, ob sie lokale Zutaten, Komponenten aus China oder solche aus anderen Ländern mit niedrigeren Zolltarifen enthalten. „Diese Einordnung ist äußerst komplex“, betonte der stellvertretende Minister. Das Verhandlungsteam müsse daher sehr sorgfältig abwägen, wie einzelne Produktgruppen eingestuft werden.
Auch den Vorschlag der USA, Investitionen in Thailand zu erleichtern, werde man genau prüfen, so Chantawit. Mit Blick auf den bevorstehenden Fristablauf am 1. August mahnte er zu zügiger Entscheidungsfindung. Gleichzeitig ließ er offen, ob und in welchem Umfang sich die US-Forderungen noch ändern könnten.
Abschließend appellierte Chantawit an den privaten Sektor in Thailand, die US-Initiativen nicht vorschnell als Ausnutzung zu werten. Vielmehr biete die Debatte eine Chance für die thailändische Industrie, sich stärker an globale Standards anzupassen und ihre Wettbewerbsfähigkeit – auch auf dem US-Markt – zu sichern.
Redaktion STIN // CTN-Media