Bei einer Massenschießerei auf dem belebten Or Tor Kor Markt im Bangkoker Stadtteil Chatuchak sind am Dienstag sechs Menschen ums Leben gekommen – darunter auch der mutmaßliche Schütze. Der Vorfall ereignete sich am helllichten Tag auf dem Gelände der Marketingorganisation für Bauernmärkte an der Kamphaeng Phet Road und löste unter Marktbesuchern und Händlern panikartige Szenen aus.

Nach Angaben der Polizei und Augenzeugen zählen vier Sicherheitskräfte, eine Verkäuferin sowie der Schütze selbst zu den Todesopfern. Die Tat erschütterte einen der bekanntesten Märkte der thailändischen Hauptstadt, der für seine frischen landwirtschaftlichen Produkte und rege Besucherfrequenz bekannt ist.

Ein Motorradtaxifahrer, der regelmäßig vor dem Markt stationiert ist und mit dem Täter befreundet war, identifizierte den Schützen als Noi Praidan, einen 61-jährigen Mann aus der Provinz Nakhon Ratchasima. Obwohl er seinen Stand offiziell aufgegeben hatte, soll er weiterhin mit seiner Frau Knoblauch und Schalotten verkauft haben. Das Ehepaar war demnach regelmäßig auf dem Markt präsent.

Laut dem Zeugen war Praidan nicht für Alkohol- oder Drogenkonsum bekannt, habe jedoch seit einigen Jahren unter psychischen Problemen gelitten. Die wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie hätten sein Einkommen stark verringert und zu erheblichem Stress geführt. Bereits zuvor war es wiederholt zu Spannungen mit Marktmitarbeitern gekommen. So hatte der mutmaßliche Täter Sicherheitskräfte beschuldigt, sein Auto beschädigt zu haben, was in heftigen Auseinandersetzungen gipfelte. Auch Konflikte mit benachbarten Verkäufern sollen seine angespannte Lage weiter verschärft haben.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft unter anderem die Hintergründe der Tat sowie mögliche Versäumnisse im Bereich der Sicherheit auf dem Marktgelände. Die Schießerei wirft Fragen nach dem Umgang mit psychischen Erkrankungen und Konflikten im öffentlichen Raum auf.

 

STIN // AI

Von stin

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