Ein Facebook-Beitrag auf einer Seite, die angeblich dem kambodschanischen König Norodom Sihamoni zugeordnet wird, hat in Thailand für massiven Unmut gesorgt. Der Beitrag wirft den thailändischen Streitkräften den Einsatz chemischer Waffen im andauernden Grenzkonflikt mit Kambodscha vor – ein Vorwurf, den viele Internetnutzer und offizielle Stellen in Thailand entschieden zurückweisen.
In dem Beitrag, veröffentlicht am 28. Juli auf der Seite „Norodom Sihamoni នរោត្តម សីហមុនី“, wird Thailand beschuldigt, am 25. Juli chemische Waffen und international verbotene Streubomben gegen kambodschanische Truppen eingesetzt zu haben. Eine Illustration mit einer Gasmaske in thailändischen Nationalfarben vor einem nebelverhangenen Hintergrund untermalte den brisanten Vorwurf visuell.
Die Reaktion aus Thailand ließ nicht lange auf sich warten. Tausende Nutzer kommentierten den Beitrag – überwiegend empört und auf Thailändisch. Viele fragten, ob der kambodschanische Monarch tatsächlich hinter diesen Anschuldigungen stehe und ob er wisse, dass es sich um nachweislich falsche Behauptungen handle. Zahlreiche Nutzer veröffentlichten Gegendarstellungen und Bilder der thailändischen Armee, die die Vorwürfe entkräften sollten. Der Beitrag erhielt bisher rund 11.700 Kommentare und wurde etwa 5.900 Mal geteilt.
Auch auf offizieller Ebene gab es klare Reaktionen. Die thailändische Armee wies die Vorwürfe über ihre Facebook-Seite als unbegründet und durch keinerlei glaubwürdige Beweise gestützt zurück. Der thailändische Außenministeriumssprecher Nikorndej Balankura sprach von einer „gezielten Verdrehung der Tatsachen“ und einem Versuch, das internationale Ansehen Thailands zu untergraben.
Ursprung der Anschuldigungen ist offenbar eine Pressekonferenz der kambodschanischen Generalleutnantin Maly Socheata, Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Phnom Penh. Sie hatte behauptet, thailändische Flugzeuge hätten Giftgasangriffe auf kambodschanisches Territorium geflogen – legte jedoch keinerlei Beweise für ihre Aussagen vor.
Trotz fehlender Belege fanden die Vorwürfe rasch Verbreitung, unter anderem auf der offiziellen Facebook-Seite von Pich Chanmony, Ehefrau des kambodschanischen Premierministers Hun Manet, sowie auf der Seite der kambodschanischen Botschaft in Bulgarien.
Ein weiteres Bild, das ein thailändisches Flugzeug bei einem angeblichen Giftgas-Einsatz zeigen soll, wurde inzwischen als Fälschung entlarvt. Laut dem thailändischen Regionalkommando der Zweiten Armee zeigt es tatsächlich ein Flugzeug im Einsatz gegen Waldbrände in Kalifornien – der farbige Rauch stammt von einem Löschmittel und nicht von chemischen Waffen.
Die diplomatischen Spannungen zwischen den beiden Nachbarländern sind dadurch weiter angeheizt worden. Ob und wie sich der Streit auf offizieller Ebene weiterentwickelt, bleibt vorerst abzuwarten.
STIN // AI