Nach heftigen Vorwürfen aus Kambodscha hat der Sprecher des thailändischen Repräsentantenhauses, Wan Muhamad Noor Matha, eine scharfe Reaktion gezeigt. Er verurteilte die Anschuldigungen seiner kambodschanischen Amtskollegin Khuon Sudary, Thailand habe kambodschanisches Gebiet verletzt und Chemiewaffen eingesetzt, als „haltlos und irreführend“.

Sudary hatte Thailand während des jüngsten Treffens der Interparlamentarischen Union (IPU) in Genf schwer belastet. In einer emotionalen Rede warf sie dem Nachbarland vor, gegen die UN-Charta und internationales Recht verstoßen zu haben – unter anderem durch den Einsatz von Kampfjets und schweren Waffen gegen Zivilisten. Dabei habe es laut ihrer Darstellung vor allem Frauen und Kinder getroffen. Sie sprach sogar von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Wan Muhamad, der das Treffen nicht selbst besucht hatte, reagierte aus Bangkok mit einer offiziellen Erklärung: „Die thailändische Nationalversammlung weist diese unbegründeten Anschuldigungen entschieden zurück.“ Man halte die Vorwürfe für eine bewusste Verzerrung der Realität und einen Versuch, die internationale Öffentlichkeit einseitig zu beeinflussen. „Thailand hält sich strikt an die Prinzipien der UN-Charta, wahrt humanitäre Werte und schützt das Leben von Zivilisten“, betonte er.

Im Fokus der thailändischen Erklärung steht auch das Waffenstillstandsabkommen vom 28. Juli, das unter malaysischer Vermittlung zustande kam. Thailand habe sich daran vollständig gehalten, erklärte Wan Muhamad, während Kambodscha weiterhin militärische Angriffe fortsetze.

Thailand forderte daher Kambodscha auf, ebenfalls uneingeschränkt zur Einhaltung des Waffenstillstands beizutragen. Gleichzeitig schlug Wan Muhamad die Einrichtung einer internationalen Untersuchung durch den ASEAN-Vorsitz vor, um die Vorwürfe objektiv zu prüfen und die Wirksamkeit des Abkommens zu sichern.

Die thailändische Nationalversammlung kündigte an, ihre Stellungnahme an alle Mitgliedsstaaten der IPU zu verteilen, um, so Wan Muhamad, „eine wahrheitsgemäße Darstellung der Lage zu gewährleisten“.

Die Vorwürfe aus Phnom Penh und die scharfe Replik aus Bangkok markieren einen neuen Tiefpunkt im Verhältnis der beiden Nachbarstaaten – und werfen ein Schlaglicht auf die fragilen Friedensbemühungen in der Region

 

 

STIN // AI

Von stin

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