Thailand hat vorgeschlagen, die für kommenden Montag in Phnom Penh angesetzte Sitzung des General Border Committee (GBC) mit Kambodscha an einen neutralen Ort zu verlegen – bevorzugt nach Malaysia. Dies bestätigte heute eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle.
Das hochrangige Treffen wird unter dem gemeinsamen Vorsitz von Thailands amtierendem Verteidigungsminister General Nattaphon Narkphanit und seinem kambodschanischen Amtskollegen General Tea Seiha stehen. Hintergrund des Vorstoßes ist die angespannte Lage zwischen beiden Ländern nach erneuten Grenzzusammenstößen.
Die thailändische Seite hält ein neutrales Umfeld für notwendig, um konstruktive Gespräche zu ermöglichen. Malaysia, derzeitiger ASEAN-Vorsitzender, habe seine Bereitschaft signalisiert, als Gastgeber einzuspringen. Das Land hatte bereits bei der Vermittlung eines bedingungslosen Waffenstillstands am 28. Juli eine zentrale Rolle gespielt.
Damals hatten Thailand und Kambodscha vereinbart, sich am 4. August zu einem Ministertreffen zu versammeln, um Maßnahmen zur Deeskalation der Spannungen zu besprechen. Die jüngsten Auseinandersetzungen an der gemeinsamen Grenze hatten mehrere Todesopfer gefordert und zehntausende Menschen zur Flucht gezwungen.
Obwohl Phnom Penh unter normalen Umständen als Austragungsort vorgesehen gewesen wäre, sieht Bangkok aufgrund der aktuellen Lage besonderen Handlungsbedarf. Zusätzlich plädiert Thailand für eine Ausdehnung des Treffens auf drei Tage – von Montag bis Mittwoch –, um ausreichend Raum für umfassende Beratungen zu schaffen.
Malaysia hatte bereits in der Vergangenheit eine vermittelnde Rolle zwischen den beiden südostasiatischen Nachbarländern übernommen und könnte nun erneut zum Schlüsselakteur im Bemühen um eine diplomatische Lösung werden.
STIN // AI