Der geplante Kauf von zwölf schwedischen Gripen-Kampfjets im Wert von 19,5 Milliarden Baht durch Thailand ist weiterhin in der Schwebe, obwohl die schwedische Regierung den Deal noch nicht offiziell ausgesetzt hat. Die Entscheidung über den Verkauf steht unter genauer Beobachtung, nachdem thailändische Gripen-Jets bei kürzlichen Gefechten an der Grenze zu Kambodscha im Kampfeinsatz waren. Dies hat eine Überprüfung durch die schwedische Exportagentur ISP ausgelöst.
Trotz der Unsicherheit plant der Kommandant der Königlich Thailändischen Luftwaffe, Marschall Panphakdi Pattanakul, vom 23. bis 27. August nach Schweden zu reisen, um den Deal abzuschließen. Der amtierende Verteidigungsminister General Nattapol Nakpanit und die schwedische Botschaft in Bangkok bestätigten, dass der Vertrag nicht ausgesetzt sei. Dennoch hat die schwedische Außenministerin Maria Malmer Stenergard klargestellt, dass eine Genehmigung erst nach einer gründlichen Prüfung der Lage erteilt wird.
Hintergrund der Überprüfung
Die Bedenken in Schweden wurden laut, nachdem bekannt wurde, dass die thailändische Luftwaffe Gripen-Jets im Kampf gegen Kambodscha eingesetzt hatte. Der Einsatz markierte das erste Mal in der fast 40-jährigen Geschichte der Gripen-Flugzeuge, dass sie in einem Kampfeinsatz verwendet wurden.
Der Konflikt, der von US-Präsident Donald Trump mit einem Waffenstillstand beendet wurde, war der tödlichste seit über einem Jahrzehnt und betraf eine umstrittene Grenzregion. Der Einsatz von hochmodernen Waffensystemen auf beiden Seiten, darunter chinesische Raketenwerfer in Kambodscha, verdeutlichte die Gefahr einer regionalen Eskalation.
Die schwedische Agentur für Nichtverbreitung und Exportkontrolle (ISP) prüft alle Rüstungsexporte streng, um die Einhaltung der strengen Rüstungskontrollrichtlinien Schwedens sicherzustellen. Außenministerin Malmer Stenergard betonte, dass jeder Exportfall umfassend und auf der Grundlage der aktuellen Situation geprüft wird.
Thailands Dilemma und die Rolle Chinas
Quellen aus der schwedischen Rüstungsindustrie verteidigten den Einsatz der Jets durch Thailand, warnten jedoch, dass eine zu strenge westliche Kontrolle über Rüstungsexporte Länder wie Thailand in die Arme Chinas treiben könnte. In der Tat wurden Thailands Militär in den letzten Jahrzehnten immer mehr nach Peking gedrängt, da der Westen, insbesondere die USA, politische Beschränkungen bei Waffenverkäufen eingeführt hat. China hingegen hat keine derartigen Skrupel und bietet Waffen ohne ähnliche Beschränkungen an.
Die Entscheidung über den Gripen-Deal könnte daher weitreichende Auswirkungen auf die künftige Waffenbeschaffung Thailands und die regionalen Machtverhältnisse in Südostasien haben.
STIN // AI