Das thailändische Innenministerium hat entschieden: Die Landtitel für das Gebiet Khao Kradong in der nordöstlichen Provinz Buri Ram werden mit sofortiger Wirkung widerrufen. Damit ist offiziell bestätigt, dass es sich bei dem Areal um staatseigenes Land handelt – Eigentum der thailändischen Staatsbahn (SRT) –, das nun zurückgefordert wird.
Die Entscheidung gab Innenminister und amtierender Premierminister Phumtham Wechayachai am Samstag bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit seinem Stellvertreter Dechism Khaothong bekannt. Grundlage ist eine umfassende Untersuchung des umstrittenen Landbesitzes, die ergab, dass das 1919 per königlichem Erlass für Eisenbahnzwecke ausgewiesene Terrain unrechtmäßig von Privatpersonen genutzt wurde.
Im Zentrum der Affäre steht die politisch einflussreiche Familie Chidchob, die mit mindestens zwölf Parzellen auf insgesamt 288 Rai (etwa 113 Hektar) in Verbindung gebracht wird. Diese Grundstücke befinden sich laut Ministeriumsangaben entweder direkt im Besitz von Familienmitgliedern oder sind über Unternehmen kontrolliert, an denen die Chidchobs beteiligt sind.
Verflechtungen zwischen Politik, Unternehmen und Landbesitz
Die Liste der Unternehmen, die in Verbindung mit der Familie stehen, ist lang:
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Die Sila Chai Buri Ram (1991) Co., Ltd. hält fünf Grundstücke, darunter auch das Anwesen von Saksayam Chidchob, dem Bruder des bekannten Politikers Newin Chidchob. Das Unternehmen ist im Steinbruchgeschäft tätig, eine Branche, die eng mit dem politischen Altvater Chai Chidchob verbunden ist.
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Die K Motorsports Co., Ltd., unter Leitung von Newin Chidchob und seiner Tochter Chidchanok Chidchob, besitzt zwei Grundstücke und organisiert Sportveranstaltungen.
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Die K 2009 Lease Co., Ltd., geführt von Chidchanok Chidchob, pachtet vier Grundstücke, darunter zentrale Einrichtungen wie die Chang Arena – Heimstadion des Fußballvereins Buri Ram United – sowie einen Markt und eine Rennstrecke.
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Ein weiteres Grundstück wird von der Buri Ram United Sport Hotel Co., Ltd. genutzt, die ebenfalls von Chidchob-Tochter Chidchanok und Pramoolchai Nopsuwanchai geführt wird.
Folgen für Politik und Wirtschaft
Die Rückforderung der 288 Rai durch den Staat dürfte nicht nur juristische, sondern auch politische Wellen schlagen. Beobachter sehen in dem Schritt einen deutlichen Einschnitt für die Bhumjaithai-Partei, mit der die Familie Chidchob eng verbunden ist.
Parallel kündigte die SRT an, das Gebiet künftig verstärkt zu schützen und mit legalen Pachtverträgen sicherzustellen, dass eine missbräuchliche Nutzung in Zukunft unterbunden wird.
Ob und in welchem Umfang strafrechtliche Konsequenzen für einzelne Personen folgen, bleibt offen. Klar ist jedoch: Der politische Einfluss schützt nicht mehr vor der Rückforderung staatlicher Ressourcen.
STIN // AI