In den letzten Wochen hat eine beispiellose Fluchtwelle von über 100.000 kambodschanischen Wanderarbeitern Thailand heimgesucht. Auslöser war eine Welle von Angst und Gewalt, die durch eskalierende Grenzkonflikte und damit verbundene nationalistische Hassreden ausgelöst wurde.
Ein Angriff löst Panik aus
Am 24. Juli eskalierte die schwelende Spannung zwischen thailändischen und kambodschanischen Streitkräften in einem bewaffneten Konflikt. Als Reaktion darauf stürmte eine Gruppe Thailänder, mutmaßlich angestachelt durch hetzerische Social-Media-Posts, eine Wohnsiedlung für kambodschanische Migranten in Bangkok und griff die Arbeiter gewaltsam an. Obwohl die Täter schnell festgenommen wurden, verbreitete sich die Nachricht vom Angriff wie ein Lauffeuer in der kambodschanischen Gemeinschaft. Die Familien zu Hause drängten ihre Verwandten zur sofortigen Rückkehr.
„Die Kambodschaner in ganz Thailand wurden von Angst ergriffen“, erklärte Adisorn Kerdmongkol von der Migrant Working Group.
Wirtschaft Thailands in Sorge
Der massive Exodus der Arbeitskräfte hat in mehreren Schlüsselsektoren der thailändischen Wirtschaft zu einem Mangel an Personal geführt. Besonders die Landwirtschaft im Osten des Landes, Thailands „Obstkorb“, ist stark betroffen. Bauern in den Provinzen Rayong, Chanthaburi und Trat bangen um ihre Ernten, da Tausende von Arbeitern, die für die Ernte der Longan-Früchte spezialisiert sind, das Land verlassen haben.
„Wir wurden von einer plötzlichen Arbeitskrise getroffen“, sagte ein Durian-Bauer aus Trat, und diese Krise könnte weitreichende Folgen für die gesamte nationale Wirtschaft haben. Der Arbeitskräftemangel ist auch im Bauwesen und in der Gastronomie spürbar. Fachkräfte aus anderen Nachbarländern wie Laos und Myanmar können die Lücken nicht einfach füllen, da die Arbeit der kambodschanischen Arbeiter oft spezifisches Wissen erfordert. Die wirtschaftliche Belastung wird noch dadurch verschärft, dass viele Unternehmen bereits hohe Gebühren für die Verlängerung der Arbeitserlaubnisse ihrer nun abgewanderten Mitarbeiter gezahlt hatten.
Leben in der Schwebe
Für viele kambodschanische Familien, die oft jahrelang in Thailand gearbeitet und sich ein Leben aufgebaut haben, ist die Angst zum ständigen Begleiter geworden. Saran, der als Gärtner in Bangkok arbeitet, berichtete, wie seine Frau und seine Kinder von der Polizei festgenommen wurden, weil sie ihre Dokumente nicht sofort vorlegen konnten, obwohl sie legal im Land sind.
„Ich gehe nur mit einem Thailänder aus und komme nach Besorgungen direkt nach Hause“, sagte eine Bauarbeiterin, die mit ihrer Familie seit acht Jahren in Thailand lebt. Die einst sichere Umgebung ist einer Atmosphäre der Paranoia gewichen.
Appelle zur Ruhe
Inmitten der Spannungen versuchen Experten und Regierungsvertreter, die Situation zu beruhigen. Experten für psychische Gesundheit warnen vor den Gefahren von Nationalismus und Sensationsberichterstattung in den sozialen Medien, die die Fremdenfeindlichkeit schüren. Dr. Yongyud Wongpiromsarn, Berater der thailändischen Abteilung für psychische Gesundheit, appellierte an die Bevölkerung, Nachrichten kritisch zu hinterfragen und den Konflikt nicht persönlich zu nehmen.
Auch das thailändische Außenministerium hat kambodschanischen Bürgern versichert, dass sie nicht ins Visier genommen werden. „Dies ist eine Angelegenheit zwischen zwei Regierungen, nicht zwischen zwei Völkern“, sagte Sprecher Nikorndej Balankura. Er widersprach damit Behauptungen aus Kambodscha, dass die Arbeiter schikaniert würden.
Allerdings reicht das für die Migranten nicht aus. Wie Adisorn von der Migrant Working Group betont, brauchen die Kambodschaner „proaktive Zusicherungen, dass sie in Thailand sicher sind“. Ohne diese klaren Signale werden die Menschen weiterhin von Angst getrieben sein und der Exodus wird anhalten.
STIN // AI
Die ganzen Probleme, nur weil eine unfähige Marionette sich von Hun Sen über den
Tisch ziehen ließ.
Sonst wäre gar nichts passiert.
Natthaphong Nattaphong von der Volkspartei hat das schon früh erkannt und im
Misstrauensantrag auch vorgebracht.
Nun sind die Thais im Kampfmodus – ich möchte aktuell kein Kambodschaner in Thailand sein 🙂
Es gibt keinen Nattaphong Nattaphong, STIN sollte bei seinen Propagandalügen wenigstens die richtigen Namen nennen.
Richtig, es sollte
Natthaphong Ruengpanyawut
heißen.
Oje, jetzt haben die Thai aus Versehen die kambodschanischen Billiglohnsklaven verjagt.
Wer soll jetzt hier die Arbeit machen?
Ich würde Angebote für Burmesen und Laoten in Burma und Laos verbreiten.
Da kommen vor allem aus Burma sicherlich viele gerne nach TH. Die müssten halt dann angelernt werden.
Wird nicht anders gehen…..