Der Streit um ausländische Piloten auf Inlandsflügen in Thailand spitzt sich zu. Die thailändischen Piloten sehen die Beschäftigung ausländischer Kollegen als Bedrohung für ihre Karriereaussichten und haben mit einer Klage vor Gericht versucht, die Praxis zu stoppen. Während der Fall noch anhängig ist, könnte die Regierung die Regelung in der kommenden Hochsaison erneut lockern.
Die Thai Pilots Association reichte im März eine Klage beim Verwaltungsgericht ein und forderte eine einstweilige Verfügung, um ausländische Piloten von Inlandsstrecken fernzuhalten. Die Klage richtet sich gegen das Arbeitsministerium, das im vergangenen Dezember die Beschränkungen für ausländische Piloten aufhob. Dies geschah, um den Tourismus anzukurbeln und die Ticketpreise zu senken.
Ein Beispiel dafür war VietJet Thailand. Die Fluggesellschaft setzte in der letzten Hochsaison zwei von einer ausländischen Firma geleaste Flugzeuge auf der Strecke von Bangkok nach Phuket ein. Diese sogenannten Wet-Lease-Verträge umfassen nicht nur das Flugzeug, sondern auch Piloten, Besatzung, Wartung und Versicherung. Nach Angaben der Civil Aviation Authority of Thailand (CAAT) sind solche Verträge in Thailand seit 2008 gängige Praxis.
In einer kürzlichen Anhörung vor Gericht forderte der Richter das Arbeitsministerium auf, seine Position zu erklären. Auch Vertreter von VietJet Thailand und der CAAT waren anwesend. Während die Fluggesellschaft ihre Praxis als Unterstützung der Regierungspolitik verteidigte, erklärten sowohl die CAAT als auch das Arbeitsministerium, die Wet-Lease-Vereinbarungen seien gesetzeskonform.
Trotzdem äußert die Pilots Association Bedenken. Ihr Präsident, Teerawat Angkasakulkiat, befürchtet, dass die Regierung die Regelung ohne festen Zeitrahmen verlängern könnte. Das würde es Fluggesellschaften auch in der nächsten Hochsaison ermöglichen, wieder ausländische Piloten einzusetzen.
Die Pilotenvereinigung macht sich Sorgen, dass dies letztendlich die Wettbewerbsfähigkeit einheimischer Piloten schwächen könnte. Die Vereinigung fordert deshalb mehr Transparenz in der Branche, inklusive der Veröffentlichung von Daten über die Pilotenbeschäftigung, die Expansion der Fluggesellschaften und die Zukunftsaussichten.
Zudem fordert die Association ein Verbot sogenannter „Pay-to-Fly“-Programme, bei denen Piloten für ihre Arbeitsplätze hohe Summen zahlen müssen – eine Praxis, die angeblich von drei oder vier thailändischen Fluggesellschaften angewendet wird. Stattdessen sollten die Unternehmen Stipendien anbieten, um die besten Talente zu gewinnen, so die Pilotenvereinigung.
STIN // AI