Ein beispielloser Exodus erschüttert Kambodscha: Über 200.000 Wanderarbeiter strömen aus Thailand zurück, getrieben von Angst vor Landenteignung und Verlust der Staatsbürgerschaft.
Auslöser sollen laut Berichten Drohungen von Senatspräsident Hun Sen sein – die Nachricht verbreitete sich rasend schnell und löste Massenfluchten aus. Ein Facebook-Post eines thailändischen Arbeitgebers schildert das Schicksal von „Sa“, der nach über zehn Jahren in Thailand abrupt heimkehren musste, weil Dorffunktionäre täglich mit Enteignung drohten.
An den Grenzübergängen Ban Laem, Klong Luek und Hat Lek stauen sich inzwischen tausende Menschen mit Kindern, Haushaltsgeräten und all ihrem Besitz. Allein an Ban Laem wurden über 10.000 Heimkehrer gezählt. Viele Unternehmen stehen still – ganze Branchen drohen lahmzulegen.
Umfragen zeigen: 90 % der Arbeiter fürchten, ohne Rückkehr ihr Land und ihre Häuser zu verlieren und aus dem Bevölkerungsregister gestrichen zu werden. Der Druck kommt oft direkt aus der Heimat – Familien werden von Beamten angehalten, ihre Verwandten zur Rückkehr zu drängen.
Grenzhandelschef Rattawit Tangkiatphatchara warnt: „Das sind keine Zehntausende – es sind Hunderttausende. Die Auswirkungen auf Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungssektor werden massiv sein.“
Während einige Händler unbesorgt bleiben, weil sie ihre Existenz in Thailand gesichert sehen, leben andere in ständiger Angst. Die Krise wirft eine brisante Frage auf: Wie können Betroffene in Zeiten von Gerüchten und Panikmache noch verlässliche Informationen erhalten – bevor es zu spät ist?
STIN // AI