Im Südchinesischen Meer kam es am Montag zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall: Zwei chinesische Schiffe kollidierten während der Verfolgung eines philippinischen Patrouillenboots nahe des umstrittenen Scarborough-Riffs. Nach Angaben der philippinischen Küstenwache erlitt eines der beteiligten Schiffe – ein Küstenwachboot – „erheblichen Schaden“ und wurde seeuntüchtig.
Der Vorfall ereignete sich, als die philippinische Küstenwache Fischerboote eskortierte, die Hilfsgüter an Fischer in der Region verteilten. Ein von Sprecher Commodore Jay Tarriela auf der Plattform X veröffentlichtes Video zeigt den Zusammenstoß zwischen dem chinesischen Küstenwachschiff CCG 3104 und einem deutlich größeren Marineschiff der Volksbefreiungsarmee (PLA).
Laut Tarriela habe das Küstenwachschiff bei hoher Geschwindigkeit ein riskantes Manöver an der Steuerbordseite des philippinischen Schiffes BRP Suluan durchgeführt und sei dabei mit dem PLA-Kriegsschiff kollidiert. „Das führte zu erheblichen Schäden am Bug des CCG-Schiffes, wodurch es nicht mehr einsatzfähig war“, erklärte er. Ob es Verletzte gab, ist bislang unklar. Angeblich reagierte die chinesische Besatzung nicht auf das Hilfsangebot der Philippinen.
Ein Sprecher der chinesischen Küstenwache bestätigte zwar eine Konfrontation, erwähnte die Kollision jedoch nicht. Er betonte, man habe im Einklang mit dem Gesetz gehandelt und „professionelle, standardisierte und legale“ Maßnahmen ergriffen, um die philippinischen Schiffe zu vertreiben.
Der Vorfall reiht sich ein in eine Serie von Zusammenstößen zwischen China und den Philippinen im Südchinesischen Meer. Peking beansprucht nahezu das gesamte Gebiet für sich – eine Position, die laut einem internationalen Schiedsgerichtsurteil keine rechtliche Grundlage hat.
Here is a longer video capturing the collision between the PLA Navy 164 and the China Coast Guard 3104. The Philippine Coast Guard (PCG) has consistently urged the Chinese government to respect the COLREGS and to approach these matters with professionalism, especially considering… https://t.co/n7vcU4lGWq pic.twitter.com/cHU7rG2wAj
— Jay Tarriela (@jaytaryela) August 11, 2025
Politische Spannungen
Der philippinische Präsident Ferdinand Marcos kündigte an, die Patrouillen in dem Seegebiet fortzuführen, um die Souveränitätsrechte seines Landes zu wahren. Zugleich wies er den Vorwurf Pekings zurück, er „spiele mit dem Feuer“. Anlass war eine Äußerung, wonach die Philippinen im Falle eines Konflikts um Taiwan unweigerlich hineingezogen würden.
Marcos betonte, diese Aussage sei missverstanden worden. Es gehe vor allem darum, dass über 100.000 in Taiwan lebende Filipinos im Ernstfall evakuiert werden müssten. Er bekräftigte, eine Eskalation vermeiden zu wollen: „Ein Krieg um Taiwan würde die Philippinen schreiend und strampelnd in den Konflikt hineinziehen – genau das wollte ich sagen.“
STIN // AI