Der Befehlshaber der Zweiten Armeeregion hat Kambodscha scharf der Provokation und des Bruchs des Waffenstillstandsabkommens beschuldigt, nachdem ein thailändischer Ranger bei einer Patrouille schwer verletzt wurde. Der Soldat trat auf eine von kambodschanischen Truppen neu gelegte Landmine und verlor dabei sein linkes Bein.
Generalleutnant Boonsin Padklang erklärte, das Verlegen neuer Minen sei einer Kampfhandlung gleichzusetzen und stelle einen klaren Verstoß gegen den Waffenstillstand dar. Sollte Kambodscha nicht an der Räumung mitwirken und thailändische Soldaten weiterhin zu Schaden kommen, könne Thailand eine militärische Reaktion rechtfertigen. „Solange verhandelt wird, hat Thailand das Recht, seine Truppen zu schützen“, betonte Boonsin.
Um weitere Vorfälle zu verhindern, sollen die Patrouillenpläne angepasst werden. Dazu gehören verstärkte Videoüberwachung sowie der Einsatz schwerer Räumfahrzeuge anstelle von Soldaten, um Minengefahr zu minimieren. „Das wird unsere Truppen schützen. Außerdem werden wir die Fernüberwachung ausbauen“, so Boonsin.
Die Regierung sei bereits informiert, die Angelegenheit werde auf internationaler Ebene eskaliert. Der Oberbefehlshaber der Armee, General Pana Klaoplodthuk, habe dringend Berichte angefordert, um bei Kambodscha offiziell Protest einzulegen.
Der verletzte Soldat, Sgt Teerapol Phiakhantee von der Ranger Company 2610, trat am Morgen bei einer Patrouille nahe dem Tempel Prasat Ta Muen Thom in der Provinz Surin auf die Mine. Er ist der vierte thailändische Soldat, der durch neue kambodschanische Minen ein Bein verloren hat. Thailand wirft Kambodscha zudem vor, gegen die Ottawa-Konvention zu verstoßen, und hat die Vereinten Nationen eingeschaltet.
Der Vorfall ereignete sich nahe eines Stacheldrahtzauns auf thailändischem Gebiet im Bereich Chong Chup Ta Mok, rund einen Kilometer westlich des Tempels. Offenbar wurde die Mine gelegt, nachdem thailändische Truppen das Gebiet verlassen hatten.
Boonsin geht davon aus, dass Kambodscha die Verantwortung bei den anstehenden Sitzungen des Regionalen Grenzkomitees (RBC) ebenso abstreiten wird, wie bereits zuvor beim Allgemeinen Grenzkomitee (GBC) in Malaysia. Sollte sich die Lage beruhigen, wolle er dem Humanitarian Mine Action Centre die Räumung der Minen erlauben.
STIN // AI